Sonntag, 24. März 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

15. November 2018 Melanom mit BRAF V600-Mutation: Kombination aus Dabrafenib + Trametinib verlängert rezidivfreies Überleben

Seit August 2018 steht Patienten die erste und bislang einzige Therapie zur adjuvanten Behandlung von erwachsenen Melanom-Patienten im Stadium III mit einer BRAF V600-Mutation nach vollständiger Resektion zur Verfügung. Die Zulassung einer Kombination von Dabrafenib und Trametinib erfolgte aufgrund der Resultate der multizentrischen, randomisierten, Placebo-kontrollierten Phase-III-Studie COMBI-AD, die unter anderen Prof. Dr. Axel Hauschild, Kiel, auf einer von Novartis veranstalteten Pressekonferenz vor dem Hintergrund des ESMO 2018 in München vorstellte.
Anzeige:
Eingangs erläuterte Hauschildt, dass für die Behandlung von Melanomen des Stadiums III im adjuvanten Setting ein erheblicher klinischer Bedarf besteht, weil ihre Prognose nach wie vor schlecht ist (1). Eine neue Therapiestrategie ist die Kombination aus Dabrafenib (Tafinlar®) und Trametinib (Mekinist®). Diese Substanzen hemmen verschiedene Kinasen, nämlich BRAF und  MEK1/2. Diese spielen eine relevante Rolle beim  Signaltransduktionsweg, welcher etwa bei NSCLC und Melanomen dauerhaft aktiviert ist und damit die Krebszellteilung beschleunigt. Die Anwendung von Dabrafenib in Kombination mit Trametinib verlangsamt das Tumorwachstum effektiver als jede der Substanzen für sich alleine.

Über Jahre hinweg frei von Rezidiven

In der Phase-III-Studie COMBI-AD wurden mehr als 870 erwachsene Melanom-Patienten im Stadium III mit einer BRAF V600E/K-Mutation ohne vorherige Krebstherapie eingeschlossen. Die Randomisierung erfolgte innerhalb von 12 Wochen nach vollständiger chirurgischer Resektion. Die Patienten erhielten die Kombination aus Dabrafenib (150 mg 2x täglich) und Trametinib (2 mg 1x täglich) (n=438) oder ein entsprechendes Placebo (n=432).

Beim primären Endpunkt, dem rezidivfreien Überleben (RFS), wurde auch nach über 3 Jahren der Median unter der Verum-Kombination nicht erreicht; unter Placebo betrug das mediane RFS 16,6 Monate (p<0,001).

Auch nach 3 Jahren lebten 6 von 10 Patienten im Kombinationsarm rezidivfrei. Der Vorteil des rezidivfreien Überlebens im Kombinationsarm wurde in allen Subgruppen beobachtet. Die 3-Jahres-Gesamtüberlebensrate war mit 86% höher als unter Placebo mit 77% (p=0,0006). Diese Vorteile konnten auch, so Hauschildt, bei den Fernmetastasen gesehen werden, „an denen die Melanom-Patienten letztendlich sterben.“ Auch beim Kriterium Überleben und frei von Fernmetastasen wurde der Median unter Dabrafenib/Trametinib nach 4 Jahren noch nicht erreicht. Gegenüber Placebo errechnete sich eine relative Risikoreduktion um 49% (p<0,001) (2). „Dies sind“, fasst Hauschild zusammen, „die bislang besten Ergebnisse, die in dieser Indikation erreicht wurden.“

Die häufigsten unerwünschten Ereignisse im Kombinationsarm waren Fieber (Pyrexie), Fatigue, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Durchfall, Erbrechen, Gelenkschmerzen und Hautausschlag, berichtet Prof. Dr. Dirk Schadendorf, Essen. Er machte jedoch darauf aufmerksam, dass diese zumeist in den ersten 3 Monaten der Therapie auftreten.

Reimund Freye

Quelle: Pressekonferenz „Adjuvant treatment of melanoma: Combination therapy Tafinlar® (Dabrafenib) + Mekinist® (Trametinib) gives new perspectives to patients with BRAF V600 mutation-positive melanoma", ESMO, 22.10.2018, München; Veranstalter: Novartis

Literatur:

(1) Gershenwald JE et al. CA Cancer J Clin 2017;67(6):472-92.
(2) Long GV et al. N Engl J Med 2017;377(19):1813-23.


Das könnte Sie auch interessieren

Prävention: „Körperliche Aktivität so wichtig wie ein Krebsmedikament“

Prävention: „Körperliche Aktivität so wichtig wie ein Krebsmedikament“
© Heidi Mehl / Fotolia.com

Nach Schätzungen beruhen etwa 70 Prozent aller behandelten Erkrankungen in den Industrienationen auf Lebensstilfaktoren, wie Übergewicht, das aufgrund von falscher Ernährung und mangelnder Bewegung entstanden ist. Ein gesunder Lebensstil sei ein wesentlicher Präventionsfaktor und müsse dringend gesundheitspolitisch verankert werden, fordert ein Experte im Vorfeld der MEDICA EDUCATION CONFERENCE 2016. Es gelte nicht nur medizinische, sondern auch gravierende soziale...

Der lange Weg bis zur Zulassung eines Arzneimittels

Die Zulassung eines neuen Arzneimittels und die Erweiterung der Indikation eines bereits zugelassenen Arzneimittels sind streng geregelt. Die europäische oder deutsche Zulassungsbehörde fordert den Nachweis von Wirksamkeit und Unbedenklichkeit, wofür das Arzneimittel verschiedene Phasen der klinischen Prüfung durchlaufen muss. Wie die Arzneimittelprüfung durchzuführen ist, legt das Arzneimittelgesetz (AMG) von 1976 fest, das zuletzt durch die 15. Novelle von...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Melanom mit BRAF V600-Mutation: Kombination aus Dabrafenib + Trametinib verlängert rezidivfreies Überleben"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.