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Medizin

01. Oktober 2018 Melanom: PD-1-Inhibition in der Adjuvanz

"Die Melanomtherapie hat eine beispiellose Entwicklung gezeigt", sagte PD Dr. Martin Kaatz, Gera. "Mittlerweile liegen 5-Jahres-Überlebensdaten der Keynote-001-Studie (1) mit Pembrolizumab vor, die zeigen: 41% der nicht vorbehandelten Patienten sind nach 5 Jahren noch am Leben.“ Die Daten bestätigen die dauerhafte antitumorale Wirksamkeit und ein handhabbares Sicherheitsprofil ohne schwerwiegende Langzeittoxizitäten des Anti-PD-1-Antikörpers, so Kaatz.
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Fachinformation
Bereits die 4-Jahres-Überlebensraten der Keynote-006-Studie haben 2 Jahre nach Beendigung der Therapie mit Pembrolizumab einen großen Anteil an weiterbestehenden Remissionen vorgewiesen, auch 20 Monate nach Therapierende waren zudem noch 86% progressionsfrei.

"Die Keynote-001-Studie hat außerdem gezeigt, dass auch nach Progress eine Reinitiierung der Therapie erneut ein Ansprechen erzielen konnte: Von 72 Patienten, die Pembrolizumab abgesetzt hatten, erhielten 4 nach initialer kompletter Remission (CR) eine Reinduktion, auf die 2 Patienten mit einer CR und einer "stable disease" (SD) erneut ansprachen (1).

Die 5-Jahres-Überlebensrate betrug in der Studie Keynote-001 insgesamt 34% für das Gesamtüberleben und 21% für das progressionsfreie Überleben. Bei den mit Ipilimumab vorbehandelten Patienten lagen die Raten bei 41% und 29%. Die Dauer des Ansprechens (DoR) betrug 73% bei vorbehandelten, 82% bei therapienaiven Patienten.

Adjuvante Therapie

Es gab bzw. gibt mehrere Studien zur adjuvanten Gabe, z.B. mit Ipilimumab (EORTC 18071), Pembrolizumab (EORTC 1325/Keynote-054), Nivolumab (CheckMate-238) und Dabrafenib/Trametinib bei BRAF-mutierten Melanomen (COMBI-AD), die bei Hochrisiko-Melanompatienten eine Verbesserung des rezidivfreien Überlebens (RFS) zeigen konnten.

Die Frage, ob sich nach den Ergebnissen der Keynote-054-Studie (2) Pembrolizumab nun auch als adjuvante Therapie empfiehlt, erörterte Axel Hauschild, Kiel. In die Studie waren Melanom-Patienten in Stadium III eingeschlossen (15% Stadium A, 47% B, 38% C), die Pembrolizumab (n=514) vs. Placebo erhielten. Das rezidivfreie Überleben (RFS), der primäre Endpunkt, verbesserte sich um 43% in der Pembrolizumab-Gruppe (HR=0,57). Sowohl PD-L1-positive (HR=0,54) als auch -negative Patienten sprachen gut auf die Therapie an (HR=0,47). Es gab keinen Unterschied im Ansprechen bei den Stadien A-C, allerdings beim RFS, das sich bei Patienten in Stadium IIIA um 68% senken ließ (HR=0,32). "Möglicherweise spielt hier die anfängliche Tumorlast eine Rolle", so Hauschild. "Das erste Rezidiv nach Therapie war in 13,4% der Fälle eine Fernmetastase, aber bei immerhin nur 10,7% handelte es sich um lokoregionäre Rezidive und damit waren diese ersten Rezidive i.d.R. gut behandelbar", schloss Hauschild.

Einen Ausblick auf kommende Therapieregime beim Melanom gab Dr. Peter Mohr, Buxtehude. "Triple-Therapien haben erhöhte Nebenwirkungsraten, aber man verspricht sich synergistische Effekte, z.B. die gerade startende Phase-II-Studie IMMU-TARGET mit Encorafenib, Binitumumab und Pembrolizumab. Die COMBI-i-Studie evaluiert Spartalizumab mit Dabrafenib und Trametinib.

ab










 

Quelle: Symposium "Immunonkologische Therapien – Überlebenserwartung neu definiert", ADO, 14.09.2018, Stuttgart; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Hamid, ASCO 2018, #9516
(2) Eggermont AM et al. AACR, 2018 #CT001


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