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Medizin

30. November 2017 Mehr Forschung zu Krebsmedikamenten gefordert

Nach der Zulassung von Krebsmedikamenten ist aus Sicht eines Arzneimittelexperten mehr Forschung zum Nutzen erforderlich. Das entscheidende Manko sei, dass man die dringend innerhalb der ersten zwei, drei Jahre nach der Zulassung nötigen Studien nicht bekomme, sagte der Onkologe Wolf-Dieter Ludwig am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin. Für den Abend war zu dem Thema ein Bericht des Magazins "Monitor" angekündigt. Es brauche wieder mehr unabhängige klinische Forschung, vor allem müssten sich die jeweiligen Pharma-Hersteller beteiligen, so Ludwig weiter. Er ist Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft.
 
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Hintergrund der ARD-Recherchen ist eine Studie, die vor einigen Wochen im Fachblatt The BMJ erschienen ist. Die Autoren kamen zum Schluss, dass bei knapp der Hälfte der 68 zwischen 2009 und 2013 von der Europäischen Arzneimittelagentur zugelassenen Krebstherapien selbst Jahre nach der Zulassung unsicher sei, ob sie das Leben verlängern oder die Lebensqualität verbessern. Und wenn Vorteile im Vergleich zu älteren Medikamenten oder Placebos gezeigt wurden, seien diese oft klinisch nicht relevant gewesen.

Die Krankenkasse Barmer GEK etwa beklagte bereits im Sommer fehlende späte Bewertungen sowie explodierende Kosten für Krebstherapien. Es könne um 100.000 Euro und mehr gehen – pro Patient im Jahr. Laut Robert Koch-Institut bekamen nach jüngsten Daten im Jahr 2013 rund 483.000 Menschen in Deutschland neu die Diagnose Krebs.

Ludwig sagte im ARD-Morgenmagazin, gerade die Onkologie sei ein «extrem lukratives Gebiet» für Hersteller. Diese versuchten, Medikamente mit "häufig unseriösen Versprechungen" in den Markt zu drücken. Pro Jahr gehe es um 10 bis 12 Medikamente, teils nur an kleinen Gruppen getestet. Bleibe der Wissensstand nach der Zulassung dürftig, müsse man in Betracht ziehen, die Kostenerstattung wieder zu beenden. Das sei ein wichtiger Schritt, um die Hersteller zu weiteren Studien zu zwingen, betonte der Experte.

Über das Thema berichtet die ARD in der Sendung "Monitor" am Donnerstagabend um 21.45 Uhr.

Quelle: dpa


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