Dienstag, 25. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

29. Januar 2018 Mechanismen der Metastasierung bei Brustkrebs

Wissenschaftler wollen die molekularen Prozesse erforschen, die es Brustkrebszellen ermöglichen, zu wandern. Diese Mechanismen könnten ideale Angriffspunkte für neue Therapiestrategien bei metastasierendem Brustkrebs sein.
Anzeige:
Warum sich ein Tumor ausbreitet und Metastasen (aus dem Griechischen: metástasis = wandern) bildet, ist bisher noch nicht in allen Einzelheiten aufgeklärt. Forscher wissen bislang, dass sich Brustkrebsmetastasen hauptsächlich in Knochen, Lunge und Leber bilden. Um sich vom Ursprungstumor loslösen zu können, durchlaufen Krebszellen ein zelluläres Entwicklungsprogramm, das sie mit neuen Fähigkeiten ausstattet. Diese modifizierten Zellen sind mobiler und können nun nicht mehr aneinander binden: Sie sind bereit, auf Wanderschaft zu gehen. Diese „Neuprogrammierung“ ist essenziell für zahlreiche Prozesse in der menschlichen Entwicklung, beispielsweise werden dadurch in der Embryonalphase das Neuralrohr und damit das Nervensystem angelegt. Doch auch Tumorzellen können profitieren: Durch die unkontrollierte Reaktivierung des Programms werden Zellen generiert, die invasive Eigenschaften besitzen. Krebszellen können nun in umgebende Gewebe und Organe eindringen.

Krebszellen mit besonderen Eigenschaften

Aufgrund ihrer speziellen Charakteristika sind Tumorzellen nach Durchlaufen des Programms häufig gegen gängige Wirkstoffe der Krebstherapie resistent. Dies trifft vor allem auf Chemotherapeutika zu. Dadurch können sich nach scheinbar erfolgreicher Chemo-, Strahlen- und endokriner Therapie, Rezidive und Metastasen bilden. Prof. Dr. Carsten Gründker, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der Universitätsmedizin Göttingen und sein Team, möchten die zellulären Mechanismen der Zellwanderung detailliert untersuchen. Vorarbeiten der Göttinger Wissenschaftler konnten bereits zeigen, dass spezielle Proteine eine wichtige Rolle bei der Metastasierung spielen. „Bei den verantwortlichen Proteinen möchten wir die Funktion und die Zusammenhänge der nachgeschalteten Signalwege untersuchen. Insbesondere deren Hemmung scheint therapeutisch interessant zu sein. Diese molekularen Mechanismen möchten wir für die Entwicklung zielgerichteter Krebsmedikamente nutzen“, erklärt Gründker das Ziel seiner weiteren Forschung.

„Die Behandlung von metastasierenden Krebserkrankungen stellt die Onkologie noch immer vor große Herausforderungen. Um die Entwicklung neuer Therapieansätze zu unterstützen, fördert die Deutsche Krebshilfe innovative Forschungsprojekte mit dem Ziel, die Versorgungssituation zu verbessern“, betont Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe.

Quelle: Deutsche Krebshilfe


Das könnte Sie auch interessieren

Brustkrebs: Was leisten Prognosetests? Unnötige Chemotherapien vermeiden

Durch die Möglichkeit, Tumore genetisch zu analysieren, hat sich die Krebstherapie gewandelt. Während früher alle Patienten quasi die gleiche Behandlung wie nach dem „Gießkannenprinzip“ erhielten, steht nun zunehmend der einzelne Patient mit seinen individuellen Tumoreigenschaften im Fokus. Bei Frauen mit Brustkrebs hat diese Entwicklung zu sogenannten Prognosetests geführt, die eine Vorhersage über den Nutzen einer Chemotherapie erlauben,...

Was hilft Kindern mit Krebs und deren Eltern?

Was hilft Kindern mit Krebs und deren Eltern?
© Frantab / Fotolia.com

Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, verändert sich in einem Augenblick das gesamte Leben der Familie – Gefühle, Gedanken, der Alltag. Für die Eltern krebskranker Kinder ist es eine große Belastung, sich in der neuen Lebenssituation mit den Unsicherheiten und Verlustängsten zurechtzufinden. In dieser schwierigen Situation gibt es viele unterstützende Angebote. Das ONKO-Internetportal stellte in seinem Monatsthema eine Auswahl davon vor.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Mechanismen der Metastasierung bei Brustkrebs"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich