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Medizin

03. Mai 2017 Maßgeschneiderte Viren in der Krebstherapie

Eine Krebs-Virustherapie der zweiten Generation wollen Wissenschaftler entwickeln, ein Verfahren, das die Vorteile tumorabtötender Viren mit denen der Gentherapie kombiniert. So sollen unter anderem bösartige Hirntumoren wirksamer behandelt werden. DKFZ-Forscher erkannten erstmals das krebsabtötende Potential von Parvoviren, die eigentlich Nagetiere befallen und beim Menschen keinerlei Krankheitssymptome auslösen. Eine im DKFZ entwickelte Parvovirus-Therapie wurde bereits in einer klinischen Studie zur Behandlung des fortgeschrittenen Glioblastoms, einem sehr aggressiven Hirntumor, geprüft – mit vielversprechenden Resultaten.
„Als erstes müssen wir den therapeutischen Effekt der Viren noch weiter verbessern, vor allem, um zu verhindern, dass der Krebs nach zunächst erfolgreicher Behandlung zurückkehrt. Die Strategie, die wir dafür entwickelt haben, ist die Fusion von zwei verschiedenen Viren, die jeweils unterschiedliche Vorteile mitbringen: „Die Adenoviren mit ihrem großen Erbgut sind dazu geeignet, therapeutische Gene zu transportieren, die beispielsweise die Immunantwort gegen den Krebs ankurbeln. Die Parvoviren infizieren Krebszellen und töten sie ab“, sagt Antonio Marchini vom DKFZ, Leiter von LOVIT. „Damit planen wir eine Krebs-Virustherapie der zweiten Generation, die Gen- und Immuntherapie mit einschließt.“

„Mit unseren Partnern vom Luxembourg Institute of Health werden wir uns stark dafür engagieren, die neuen Therapiekonzepte so schnell wie möglich in klinischen Studien zu erproben. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, den medizinischen Fortschritt voranzubringen“, sagt Michael Baumann, der Vorstandvorsitzende des DKFZ. „Kooperationen über Landesgrenzen gelten gerade in der Krebsforschung als ideale Möglichkeit, um aussagekräftigen Studien auf den Weg zu bringen.“

Mit ersten Arbeiten haben die DKFZ-Virologen bereits belegt, dass die Chimären aus Adeno- und Parvoviren Krebszellen infizieren und abtöten können. Nun soll das therapeutische Potential der Virus-Chimären weiter erforscht werden. Die Luxemburger Partner unter der Leitung von Simone Niclou bringen dazu ihre umfangreiche Erfahrung mit der präklinischen  Erprobung von Hirntumor-Therapien mit ein. Neben Glioblastomen wollen die Wissenschaftler auch den ebenfalls aggressiven Bauchspeicheldrüsenkrebs ins Visier nehmen.

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum


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