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Medizin

08. Mai 2019 Mammakarzinom: Personalisierte Diät senkt Rezidivrisiko

Wissenschaftler der Universität von Verona präsentierten auf dem ESMO Breast Cancer Congress 2019 die ersten Ergebnisse einer noch andauernden Studie an Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium (EBC). Übergewicht und eine schnelle Zunahme des Körpergewichts bei Patientinnen mit EBC korrelieren erwiesenermaßen mit dem Auftreten von Rezidiven und einer erhöhten Mortalität. Die Teilnehmerinnen erhielten während ihrer Behandlung individuelle Beratung durch einen Ernährungsberater. Die Ergebnisse zeigten, dass eine personalisierte Diät zu einer höheren Einhaltungsquote der Vorgaben und somit eher zu einem Gewichtsverlust führt.
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Unausgeglichene Ernährung

Zwischen Februar 2016 und Dezember 2018 nahmen insgesamt 204 Patientinnen an der prospektiven Studie Teil. Ausgewählt wurden Frauen mit EBC, die eine neoadjuvante oder adjuvante Chemotherapie erhalten sollten. Zu Beginn der Studie waren 2,5% der Patienten untergewichtig, 41,7% hatten Normalgewicht, 33,3% waren übergewichtig und 22,5% waren adipös. Außerdem hatten 47,5% bereits > 5% ihres normalen Körpergewichts zugenommen. Die meisten Patienten hatten außerdem Symptome einer unausgeglichenen Ernährung (Dyspepsie (51,5%) und Obstipation (62,3%)) mit einem durchschnittlichen Fettanteil von 35,2% und einem sehr niedrigen Anteil an Ballaststoffen (Durchschnittlich 17,2 g/Tag).

Med-Diet Fragebogen

Alle Teilnehmerinnen erhielten daraufhin personalisierte Ernährungsvorgaben von einem Ernährungsberater. Die Einhaltung der Vorgaben wurde durch einen Med-Diet Fragebogen mit bis zu 14 Punkten kalkuliert. Nach 6 Monaten stellte man bei den Patientinnen einen durchschnittlichen Gewichtverlust von > 5% fest, welcher direkt in Verbindung mit der hohen Einhaltung der Diäten (Med-Diet=12) und der Ernährungsvorgaben (Med-Diet > 10 (112 Patienten)) gebracht werden konnte. Durch den EORTC QLQ-C30 Fragebogen wurden außerdem die Zusammenhänge zwischen BMI und Stress (p<0,0001) und Depressionen (p=0,008) analysiert. Man konnte dadurch den > 5%igen Gewichtsverlust mit einer niedrigeren Depressionsrate (p=0,05) in Verbindung bringen.

Ernährungsrichtlinie kann Adhärenz verbessern

Laut Luisa Carbognin, der Autorin der Studie, ist es aufgrund der geringen Teilnehmerzahl und der unterschiedlichen Therapiemethoden noch schwierig, ein Fazit aus den Ergebnissen zu ziehen. Es scheint aber so zu sein, dass eine gezielte Ernährungsintervention für junge Frauen, die wegen ihrem frühen Brustkrebs behandelt werden, helfen könnte, ihre Adhärenz bezüglich der Ernährungsrichtlinien zu verbessern und schließlich Gewicht zu verlieren.

übers. von Red.

Quelle: Carbognin L et al. Ann Oncol 2019; 30(3), Abstract 202P_PR, doi:10.1093/annonc/mdz095


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