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Medizin

29. März 2016 Mammakarzinom: Gute Wirksamkeit von Denosumab bei sekundärer Osteoporose

Sowohl bei der Behandlung der postmenopausalen Osteoporose bei Frauen und bei Männern mit erhöhtem Frakturrisiko als auch bei der Behandlung des Knochenschwunds im Zusammenhang mit einer adjuvanten Therapie des Mammakarzinoms mit Aromataseinhibitoren, hat die antiresorptive Therapie mit dem RANK-Ligand-Inhibitor Denosumab (Prolia®) einen hohen Stellenwert (1). Bei einem Symposium anlässlich des Osteologie-Kongresses in Essen hoben die Experten die gute Wirksamkeit von Denosumab und den Nutzen einer langfristigen Behandlung hervor. Denosumab wird bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose in den DVO Leitlinien mit AAA empfohlen (2).  Prolia® senkt das Frakturrisiko auch im Zusammenhang mit einer begleitenden Therapie des Mammakarzinoms.

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Zehn Jahre zunehmende Knochendichte der Lendenwirbelsäule und der Hüfte

Inzwischen liegen die 10-Jahresdaten (Zulassungsstudie über drei Jahre, Extensionsstudie über sieben Jahre) der FREEDOM-Studie (Fracture REduction Evaluation of Denosumab in Osteoporosis every six Months) bei 7.808 postmenopausalen Frauen zu Denosumab (Prolia®) vor (3). Laut Prof. Christopher Niedhart, Orthopäde in Heinsberg, profitierten die Patientinnen von der langfristigen Therapie, denn die Daten dokumentieren einen kontinuierlichen und signifikanten Zuwachs der Knochendichte der Lendenwirbelsäule (LWS) wie auch der Hüfte über den gesamten Beobachtungszeitraum. Kumuliert stieg die LWS-Knochendichte in der Langzeit-Gruppe um 21,6% gegenüber dem Ausgangswert. Bei Frauen, die nach Abschluss des Placebo-kontrollierten Studienteils im Cross-Over-Arm weiterbehandelt wurden, betrug der LWS-Knochendichtezuwachs 16,3%. Parallel dazu nahm die Knochendichte der Gesamt-Hüfte bei der Langzeitgruppe um 9,1% und in der Cross-Over-Gruppe um 7,3% zu. Während bei einer Behandlung mit Bisphosphonaten nach einigen Jahren ein Wirksamkeitsplateau erreicht wird, ist das unter Denosumab laut Niedhart offenbar nicht der Fall: „Die Extensionsstudie dokumentiert vielmehr eine anhaltend gute klinische Wirksamkeit mit stetigem Zuwachs der Knochendichte“, sagte Niedhart. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist allerdings eine dauerhafte Therapietreue. Diese ist unter Denosumab fast optimal, wie eine internationale multizentrische, auf eine Zeitdauer von zwei Jahren konzipierte, nicht-interventionelle Studie bei 1.500 Patientinnen (davon 599 aus Deutschland) belegt. Eine erste Auswertung der Ergebnisse nach einem Jahr ergab laut Niedhart eine mit 91,5% erfreulich hohe Persistenz der Einnahme bei zugleich mit 86,9% guter Adhärenz (4).
 
Mammakarzinom: Prolia® senkt das Frakturrisiko


Auch bei der Behandlung des Knochenschwunds unter Hormonablation bei Frauen mit Mammakarzinom zeigt Denosumab nach Prof. Peyman Hadji, Krankenhaus Nordwest, Frankfurt am Main, eine gute klinische Wirksamkeit. Bekannt ist laut Hadji das erhöhte Frakturrisiko der Patientinnen unter der Einnahme eines Aromatasehemmers. Es lässt sich durch Denosumab effektiv senken, so das Resultat der prospektiven Studie ABCSG-18 (Adjuvant denosumab in breast cancer: a multicentre, randomised, double-blind, placebo-controlled trial) (5). Durch Denosumab wurde in der Studie eine Zunahme der Knochendichte im Bereich der Lendenwirbelsäule, der Gesamthüfte wie auch dem Oberschenkelhals erzielt und es resultierte eine signifikante Reduktion der Frakturrate um 50%. "Bislang ist eine Frakturreduktion in diesem Kollektiv nur für Denosumab belegt worden", betonte Hadji in Essen. Dabei wurde der Wirkstoff nach seinen Worten gut vertragen, die Nebenwirkungsrate war mit der von Placebo vergleichbar. Bemerkenswert ist nach Hadji zudem, dass sich in allen untersuchten Subgruppen ein klarer Vorteil für die Behandlung mit dem RANK-Ligand-Inhibitor zeigte, unabhängig vom Alter der Frauen, von der Ausgangs-Knochendichte, dem Tumorstadium, der Histologie oder dem Hormonrezeptor-Status.
 
Anhaltende Reduktion der Knochenumbaumarker, niedrige Frakturrate

Laut Prof. Eric Hesse, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, belegt die Auswertung der 9-Jahresdaten der Studie FREEDOM neben der stetigen Erhöhung der Knochendichte außerdem eine anhaltende Senkung der Knochenumbaumarker unter Denosumab. Sowohl die Inzidenz vertebraler als auch nicht-vertebraler Frakturen blieb dabei in der Langzeitgruppe über den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg niedrig (6). Das Sicherheitsprofil des RANKL-Inhibitors ist ebenfalls anhaltend günstig. So gab es während der Extensionsphase der Studie keine Hinweise auf neue, bis dato unbekannte unerwünschte Wirkungen. Die Inzidenz unerwünschter Ereignisse blieb während der gesamten Verlängerungsstudie auf gleichbleibend niedrigem Niveau (3).
 
Signifikante Reduktion von Hüftfrakturen schon nach einem Jahr

Dass den vorgestellten Daten hohe Relevanz zukommt, machte Hesse vor Ort deutlich: Seinen Angaben zufolge haben 55% der Menschen jenseits des 50. Lebensjahres ein erhöhtes Frakturrisiko aufgrund einer niedrigen Knochenmasse und eine von zwei Frauen sowie einer von fünf Männern über 50 Jahre wird in seiner verbleibenden Lebenszeit eine Fragilitätsfraktur erleiden. Vor allem die kortikale Porosität nimmt laut Hesse üblicherweise mit dem Alter zu. Es kommt damit nicht nur zu einer Zunahme der Wirbelkörperfrakturen bei älteren Menschen, sondern auch zu Hüftfrakturen, die mit einer erheblichen Morbidität und auch Mortalität behaftet sind. „Eine Auswertung der FREEDOM-Studie bei Frauen ab 75 Jahren hat dabei eine signifikante Reduktion der Hüftfrakturen bereits nach einem Jahr der Behandlung belegen können“ (7), so Hesse.
 
Fazit für die Praxis

„Mit dem RANK-Ligand-Inhibitor Denosumab ist eine antiresorptive Therapie verfügbar, die die osteolytische Aktivität und das gute steuerbare Knochenremodelling hemmt, nicht aber die Knochenformation und das Modelling“, resümierte der Vorsitzende des Symposiums, Prof. Franz Jakob, Orthopädische Klinik, König-Ludwig-Haus, Universität Würzburg.

Quelle: Amgen

Literatur:

(1) Fachinformation Prolia®, Stand Juni 2015
(2)   http://www.dv-osteologie.org/uploads/Leitlinie
(3) Bone HG et al., J Bone Res 2015; (Suppl 1) LB-1157, Abstract und Oral Presentation beim ASBMR 2015, Seattle/USA
(4) Hadji P et al., Osteoporos Int 2015; DOI 10.1007/s00198-015-3164-4
(5) Gnant M et al., Lancet 2015; doi.org/10.1016/ S0140-6736 (15)60995-3
(6) Papapoulos et al., Osteoporosis Int 2015; 26 (Suppl 1): S37-38, WCO-IOF-ESCEO Vortrag OC4
(7) Bonnen S et al., J Clin Endocrinol Metab 2011; 96 (6): 1727-1736


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