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Medizin

17. Januar 2019 Malignes Melanom: Evaluation der diagnostischen Leukapherese bei MRD

Die Identifikation zirkulierender Tumorzellen stellt einen vielversprechenden Ansatz zur Optimierung von Therapieentscheidungen beim malignen Melanom dar. Am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) wird ein neues Nachweisverfahren erprobt, durch das langfristig die Prognose betroffener Patienten verbessert werden soll. Das Projekt erhält eine Anschubfinanzierung durch die Hiege-Stiftung gegen Hautkrebs.
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Das kutane maligne Melanom ist eine der aggressivsten humanen Krebserkrankungen mit stetig steigender Inzidenz. 90% der Patienten sterben an Metastasen, die sich Monate oder Jahre, nachdem der Primärtumor chirurgisch entfernt wurde, aus gestreuten, disseminierten Krebszellen entwickeln. Große Hoffnung liegt deswegen auf Therapien, die sich gezielt auf disseminierte Tumorzellen konzentrieren. Im Januar 2019 beginnt nun am UKR ein Forschungsprojekt, in dem die diagnostische Leukapherese zur Detektion von zirkulierenden Melanomzellen bei minimaler Resterkrankung (MRD) erprobt werden soll. Patienten sollen durch die verbesserte Diagnostik gezielt therapiert werden können. Das Projekt, für das innerhalb des UKR die Klinik und Poliklinik für Dermatologie, der Lehrstuhl für Experimentelle Medizin und Therapieverfahren der Universität Regensburg sowie das Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin zusammenarbeiten, wird für das erste Jahr von der Hiege-Stiftung gegen Hautkrebs mit 50.000 Euro finanziert.

„Ziel unseres Forschungsprojekts ist es, ein Nachweisverfahren für Patienten mit minimaler Resterkrankung zu etablieren, welches unabhängig vom Mutationsstatus der Krebszellen besteht. Unser Ansatz basiert darauf, zirkulierende Tumorzellen mittels diagnostischer Leukapherese aus dem Blut anzureichern und zu quantifizieren“, erläutert PD Dr. Sebastian Haferkamp, Projektverantwortlicher an der der Klinik und Poliklinik für Dermatologie des UKR. Das Forschungsprojekt könnte damit eine diagnostische Lücke für Patienten schließen, bei denen sich noch wenige, aktuell nicht nachweisbare Melanomzellen im Körper befinden.

Erhöhung des Blutvolumens beeinflusst Detektionsrate

Wurde das Melanom chirurgisch entfernt, kann mit den aktuell zur Verfügung stehenden diagnostischen Verfahren noch kein abschließender Nachweis über weitere, im Organismus des Patienten vorhandene Tumorzellen erbracht werden. Die Methoden zur Detektion von zirkulierender Tumor-DNA basieren derzeit alle auf einem Nachweis der BRAF-Mutation. Dies hat sich jedoch für einen Großteil aller Patienten als ineffektiv erwiesen, da über die Hälfte der malignen Melanome gar keine solche Mutation aufweist.

Um die Diagnostik zu verbessern, wird aktuell intensiv an Verfahren zum Nachweis von Tumorzellen oder zirkulierender Tumor-DNA aus einer Blutprobe (liquid biopsy) geforscht. Die geringe Anzahl von Tumorzellen im Blut wirkt sich allerdings limitierend auf die Sensitivität aus, wodurch die Gefahr besteht, vorhandene zirkulierende Tumorzellen nicht zu detektieren. Die Regensburger Forschergruppe will daher die diagnostische Leukapherese nutzen, weil mit diesem Verfahren das untersuchte Blutvolumen erhöht werden kann. „Dies kann einen entscheidenden Einfluss auf die Detektionsrate und damit die klinische Relevanz sowie die Validität des Diagnoseverfahrens haben“, erhofft sich Dr. Melanie Werner-Klein, Projektverantwortliche am Lehrstuhl für Experimentelle Medizin und Therapieverfahren.

Für die Erforschung des Diagnoseverfahrens bei MRD werden zunächst 20 Patienten in die Studie eingeschlossen. Bei Patienten, in deren Blut vor Einleitung einer adjuvanten Therapie durch die Leukapherese zirkulierende Tumorzellen identifiziert werden konnten, werden die Krankheitsaktivität und der Therapieerfolg in einer 24-wöchigen Verlaufsanalyse geprüft.

Genaue Diagnose führt zu individualisierter Therapie

„Unsere Arbeit wird dazu beitragen, die diagnostische Lücke bei der minimalen Resterkrankung zu schließen. Langfristig hoffen wir durch die verbesserte Diagnostik, Patienten mit minimaler Resterkrankung mit hoher Spezifität und Sensitivität identifizieren zu können. Hierdurch können adjuvante Therapien gezielter eingesetzt und der Krankheitsverlauf besser überwacht werden“, fasst Haferkamp zusammen.

In der aktuellen Praxis werden alle Patienten nach der chirurgischen Resektion des Melanoms medikamentös nachbehandelt. Dies verursacht zum einen hohe Kosten in der Krankenversorgung. Zum anderen erhalten Patienten, bei denen keine MRD vorliegt, eine medizinisch nicht indizierte Therapie, die erhebliche Nebenwirkungen mit sich bringen kann. „Durch eine genaue Diagnostik kann die Therapie auf jeden Patienten individuell abgestimmt werden, sodass sich die Verträglichkeit und die Prognose deutlich verbessern lassen“, ergänzt Dr. Werner-Klein.

Quelle: Universitätsklinikum Regensburg


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