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Medizin

14. Februar 2018 Magenkarzinom: Evidenzbasierte Ramucirumab-Regime für die Zweitlinientherapie

Mit Ramucirumab/Paclitaxel steht heute ein etablierter Standard für die Zweitlinientherapie des metastasierten Magenkarzinoms zur Verfügung, der für die Mehrheit der Patienten geeignet ist. Patienten, die für eine Chemotherapie nicht fit genug sind, haben mit der Ramucirumab-Monotherapie ebenfalls eine effektive Zweitlinien-Option.
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Bei Patienten mit HER2-negativem metastasierten Magenkarzinom wird heute als Erstlinientherapie meist eine Doublette aus Platinderivat oder Irinotecan plus Fluoropyrimidin (z.B. FOLFOX oder FOLFIRI) eingesetzt. Zwischen 20 und 30% der Patienten sind jung und fit genug, um für die Therapie mit dem Triplett FLOT (Platin, Fluoropyrimidin, Docetaxel) infrage zu kommen, informierte Prof. Dr. Salah-Eddin Al-Batran, Frankfurt.

Etwa jeder zweite Patient erhält bei Progress eine Zweitlinientherapie, die in Abhängigkeit von der Primärtherapie gewählt wird. Wurde initial eine Doublette verabreicht, ist die Kombination Ramucirumab (Cyramza®)/Paclitaxel laut Al-Batran in der zweiten Linie „absoluter Standard“ und bei rund 80% auch durchführbar. Die Monotherapie mit Irinotecan oder Paclitaxel bezeichnete er bei fitten Patienten als „ethisch nicht begründet“. Diese sei erst in der dritten Linie adäquat. Auch nach einer Erstlinientherapie mit dem FLOT-Regime ist die Kombination Ramucirumab/Paclitaxel möglich, wird aber wegen des erneuten Einsatzes eines Taxans seltener gewählt. Bevorzugt wird in dieser Situation Irinotecan oder FOLFIRI eingesetzt. Ramucirumab/Paclitaxel steht hier im weiteren Verlauf als Drittlinienoption zur Verfügung.

Die Basis für den standardmäßigen Einsatz des Ramucirumab-Regimes liefert die RAINBOW-Studie, die die Ramucirumab/Taxan-Kombination bei vorbehandelten Patienten mit metastasierten Adenokarzinomen des Magens und gastroösophagealen Übergangs mit Paclitaxel mono verglich (1). Gegenüber Paclitaxel (+ Placebo) führte das Zweierregime zu einer Verlängerung des Gesamtüberlebens (OS) um 2,2 Monate (7,4 vs. 9,6 Monate; HR 0,807; p=0,017). Das progressionsfreie Überleben wurde ebenfalls deutlich verbessert (2,9 vs. 4,4 Monate; HR=0,635; p=0,0001). Auch bei Ansprechen und Tumorkontrollrate erwies sich die Ramucirumab-Doublette als signifikant überlegen (28% vs. 16%; p<0,0001 bzw. 80% vs. 64%; p<0,0001).

Patienten, die eine Chemotherapie nicht vertragen, haben mit der Ramucirumab-Monotherapie eine evidenzbasierte gut verträgliche Zweitlinienoption zur Verfügung. Das zeigt die Phase-III-Studie REGARD, in der durch Addition des Antikörpers zur Supportivtherapie eine ebenfalls signifikante OS-Verlängerung im Vergleich zur alleinigen Supportivtherapie gelang (5,2 vs. 3,8 Monate; HR 0,776; p=0,0473) (2). Al-Batran bezeichnete Ramucirumab als gut verträglichen Antikörper. Klassenspezifische Nebenwirkung ist die Hypertonie, sodass ein sorgfältiges Monitoring vor Beginn und im Verlauf der Therapie und ggf. eine antihypertensive Behandlung erforderlich sind.

Dr. Katharina Arnheim

Quelle: Pressegespräch im Rahmen des ASCO-GI, San Francisco, 18. Januar 2018; Veranstalter: Lilly

Literatur:

(1) Wilke H et al. Lancet Oncol 2014;15:1224-1235
(2) Fuchs CS et al. Lancet 2014;383:31-39


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