Donnerstag, 22. August 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

22. August 2018 Translationsinitiationsfaktoren als potentielle Marker für Lungenkrebs

Magdeburger Wissenschaftler identifizieren spezielle Eiweißkomplexe als Lungenkrebsursache

Die junge Wissenschaftlerin Nadine Gantenbein aus dem Forschungsteam von Prof. Dr. Dr. Johannes Haybäck, Direktor des Instituts für Pathologie an der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität, hat in ihrer wissenschaftlichen Arbeit gezeigt, dass bestimmte Eiweißkomplexe der Körperzellen – sogenannte Translationsinitiationsfaktoren – eine wichtige Rolle beim Lungenkrebs spielen.
Anzeige:
Die Forschungsergebnisse, an denen internationale und nationale Kooperationspartner beteiligt waren, wurden kürzlich in der Fachzeitschrift „European Journal of Cancer“ publiziert und identifizieren die Zellbausteine als potentielle Marker für Lungenkrebs, was zukünftige Therapieoptionen ins Licht der Forschung rückt.


Translationsinitiationsfaktoren: Beteiligung an Krebserkrankung erforscht

Eukaryotische Initiationsfaktoren (eIFs) zählen zur Gruppe der Translationsinitiationsfaktoren. Diese Proteine sind als Zellbausteine an einer Reihe von wichtigen Vorgängen im Körper beteiligt. Nadine Gantenbein, MSc, eine junge Wissenschaftlerin aus der „Translational Medical Research-Group“ von Prof. Dr. Dr. Johannes Haybäck, untersuchte die Rolle jener eIFs in Bezug auf die Entstehung bzw. den Verlauf von Krebserkrankungen. „Um neue Behandlungsstrategien zu entdecken und die Prognose von an Krebs erkrankten Personen zu verbessern, ist ein umfassenderes Verständnis der molekularen Mechanismen bei Krebserkrankungen notwendig. Besagte eIFs spielen in der Zelle eine äußerst wichtige Rolle, da sie essentiell für die Herstellung von zelleigenen Proteinen sind“, beschreibt die Wissenschaftlerin. Krebszellen vermehren sich extrem schnell und ihre Protein-Produktion ist daher traditionell verstärkt aktiviert. Die ständig neu produzierten Proteine dienen als Bausteine für neue Zellen. „Man weiß heute, dass eIFs vermutlich aus diesem Grund an der Entstehung verschiedenster Krebsarten beteiligt sind - sie werden in diesem Zusammenhang auch als neue therapeutische Zielstrukturen diskutiert“, so Nadine Gantenbein.


Lungenkrebs: Mögliche neue Marker im Fokus der Forschung

Lungenkrebs gehört zu einer der häufigsten krebsbedingten Todesursachen weltweit. In der nun in der Fachzeitschrift „European Journal of Cancer“ veröffentlichten Arbeit konnte Nadine Gantenbein in Zusammenarbeit mit internationalen und nationalen Forschern nachweisen, dass eIFs – und speziell „eIF6“ - auf molekularer Ebene eine bedeutende Rolle bei dieser Erkrankung spielen. So konnte der Faktor „eIF6“ von der Forschergruppe um Prof. Haybäck mit der Überlebensrate von Lungenkrebspatienten in Verbindung gebracht werden. „Darüber hinaus konnten wir feststellen, dass eine Hemmung von „eIF6“ in Tumorzellen zu einer Hemmung des Zellwachstums führt und die Zellen in den programmierten Zelltod schickt“, fasst Nadine Gantenbein zusammen. Möglicherweise könnte „eIF6“ daher als neuer potentieller Marker für Lungenkrebs und zukünftig auch als therapeutisches Ziel eingesetzt werden. Ob und in welcher Form das tatsächlich möglich ist, werden nun weitere Untersuchungen zeigen. „Wir sind sehr zuversichtlich, durch diese Daten unserer Forschungsgruppe einen Schritt in Richtung neuer Therapieansätze beim Lungenkrebs gegangen zu sein. Basierend darauf werden wir noch intensiver eIFs bei Tumorerkrankungen untersuchen“, so Prof. Haybäck.

Quelle: Universitätsklinikum Magdeburg


Das könnte Sie auch interessieren

Bewegungstherapie bei Krebs

Bewegungstherapie bei Krebs
© Fotolia / Kzenon

Körperliche Aktivität kann helfen, das Risiko an Krebs zu erkranken, zu minimieren. Ein regelmäßiges Bewegungstraining trägt aber auch dazu bei, die Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung sowie der Therapie besser zu überstehen. Neue Studien zeigen, wie bedeutsam regelmäßige Bewegung für das körperliche und seelische Wohlbefinden, nicht nur von Krebspatienten, ist. Was passiert jedoch in unserem Körper, wenn wir Sport treiben, und warum...

Brustkrebs: Wissen schafft Mut

Brustkrebs: Wissen schafft Mut
© drubig-photo / Fotolia.com

Jede zehnte Frau in Deutschland ist im Laufe ihres Lebens von Brustkrebs betroffen. Damit ist das Mammakarzinom mit 65.500 Neuerkrankungen pro Jahr der häufigste Tumor bei Frauen. Die Diagnose wirft Fragen auf: Welche Therapie ist die richtige? Wo bekomme ich Hilfe? Die Deutsche Krebshilfe unterstützt Krebspatienten bei ihrem Kampf gegen die Erkrankung. Sie bietet allen Betroffenen eine kostenfreie telefonische Beratung an und hält allgemeinverständliche...

Gesundheitsversorgung auf dem Land – weite Wege, lange Wartezeiten

Gesundheitsversorgung auf dem Land – weite Wege, lange Wartezeiten
Krebsinformationsdienst, DKFZ

Eine repräsentative Umfrage* vom Dezember 2017 hat gezeigt: Die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen weist aus Sicht vieler Befragter Defizite auf. Bemängelt wurden lange Wartezeiten auf Arzttermine, weite Wege und weniger Informationsmöglichkeiten. Auch für Krebspatienten und ihre Angehörigen kann diese Situation belastend sein. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums ersetzt keinen Arzttermin, er bietet aber Antworten auf...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Translationsinitiationsfaktoren als potentielle Marker für Lungenkrebs"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren