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Medizin

23. August 2017 MM: Wirksamkeit, Verträglichkeit und orale Applikation von Ixazomib schaffen Voraussetzungen für eine längerfristige Therapie

Der Proteasom-Inhibitor Ixazomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason ist eine effektive und verträgliche Therapieoption für erwachsene Patienten mit einem rezidivierten und/oder refraktären Multiplen Myelom (MM) und mindestens einer Vortherapie. Zusammen mit der Verfügbarkeit als vollständig orales Regime schaffen diese Wirksamkeit und Verträglichkeit gute Voraussetzungen für eine längerfristige Therapie, so der Tenor der Experten bei einem Symposium im Rahmen der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA).
Der Krankheitsverlauf des Multiplen Myeloms gleiche eher einem Marathon als einem Sprint, erklärte Prof. Dr. Philippe Moreau, Nantes, Frankreich: Auf erfolgreiche Behandlungsphasen folgen Rückfälle und die Entwicklung von Refraktärität (1). „Moderne Therapieoptionen sollten daher eine hohe Effektivität aufweisen und darüber hinaus so sicher und verträglich sein, dass eine Langzeittherapie möglich ist“, so Moreau weiter.
 
Längerfristige Therapie scheint die Aussichten auf längeres progressionsfreies Überleben und längeres Gesamtüberleben zu verbessern

Die Wirksamkeit von Proteasom-Inhibitoren in Kombination mit Immunmodulatoren in unterschiedlichen Therapiesituationen des Multiplen Myeloms bestätigen eine Reihe von Studien (2-4). Eine langfristige kontinuierliche Therapie scheint Prof. Dr. Sagar Lonial, Atlanta, Georgia, USA, zufolge dabei mit besseren Outcomes – längeres progressionsfreies Überleben und längeres Gesamtüberleben – assoziiert zu sein, als eine zeitlich begrenzte Therapie. Dies zeige u. a. eine Studie mit einem Immunmodulator sowie eine gepoolte Analyse, die Regime mit Proteasom-Inhibitoren und Immunmodulatoren einschloss (5,6).

Unter klinischen Alltagsbedingungen erweisen sich die Therapiezeiten jedoch signifikant kürzer als in kontrollierten Studien (7). Als wichtige Voraussetzung für die Umsetzung einer längerfristigen Therapie nannte Lonial daher neben einer belegten Wirksamkeit, eine gute Verträglichkeit ohne Langzeit-Toxizitäten und den Erhalt der Lebensqualität unter der Behandlung (8,9).
 
Ansprechtiefe unter Ixazomib nimmt mit Therapiedauer zu

Eine Behandlung mit dem Proteasom-Inhibitor Ixazomib in Kombination mit Lenalidomid/Dexamethason (Rd) ist im Vergleich zu Placebo+Rd mit wenigen zusätzlichen Nebenwirkungen verbunden (2). Dies unterstrich Moreau anhand der Daten der multizentrischen, randomisierten und placebokontrollierten Phase-3-Studie TOURMALINE-MM (1), die 722 erwachsene Patienten mit rezidiviertem oder/und refraktären Multiplen Myelom einschloss (2,10). Nach einer medianen Beobachtungszeit von 14,7 Monaten war das mediane progressionsfreie Überleben unter dem Ixazomib+Rd um rund 6 Monate länger als unter Placebo+Rd (Hazard Ratio 0,74; 95%-Konfidenzintervall 0,59-0,94; p=0,01) (2).

Mehr als drei Viertel (78%) der Patienten sprachen insgesamt auf Ixazomib+Rd an (2,10). Moreau betonte, dass das kumulative beste Ansprechen dabei im Therapieverlauf immer weiter zunahm (2,11). Dies spreche dafür, einen vorzeitigen Abbruch der Therapie wegen „langsamen Ansprechens“ nach Möglichkeit zu vermeiden und die Patienten zu ermutigen, die Behandlung bis zum Krankheitsprogress fortzuführen. Ein wichtiges Argument für diese Vorgehensweise sei der Aspekt, dass die längere Behandlungsdauer nicht mit einer zusätzlichen Toxizität assoziiert sei (12).
 
Ixazomib scheint negative Prognose von zytogenetischer Hochrisikokonstellation auszugleichen

Eine weitere Auswertung von TOURMALINE-MM1, die Prof. Dr. Thierry Facon, Lille, Frankreich, präsentierte, legt nahe, dass Ixazomib+Rd die negative Prognose zytogenetischer Hochrisiko-Konstellationen mit Blick auf das progressionsfreie Überleben ausgleichen kann. So betrug das progressionsfreie Überleben unter Ixazomib+Rd 21,4 Monate bei Patienten mit hohem zytogenetischen Risiko vs. 20,6 bei Patienten mit Standardrisiko (unter Placebo+Rd 9,7 vs. 15,6 Monate) (13). Eine solche Aussage lässt sich Facon zufolge für vergleichbare Therapieregime aus Studien derzeit nicht ohne weiteres ableiten. Patienten mit einem hohen zytogenetischen Risiko – beispielsweise Translokationen t(4;14) oder Deletion 17p – haben in der Regel eine schlechtere Prognose als Patienten mit einem zytogenetischen Standardrisiko (14,15).

Quelle: Takeda

Literatur:

(1) Borello I et al., Leuk Res 2012;36 Suppl. 1:S3-12.
(2) Moreau P et al., N Engl J Med 2016;374:1621-34.
(3) Durie BG et al., Lancet 2017;389:519-27.
(4) Stewart AK et al., N Engl J Med 2015;372:142-52.
(5) Palumbo A et al., J Clin Oncol 2015;33:3459-66.
(6) Benbouker L et al., N EJM 2014;371:906-17.
(7) Jagannath S et al., Expert Rev Hematol 2016;9:707-17.
(8) Lipe B et al., Blood Cancer, 2016;6:e485.
(9) Wildes TM et al., J Clin Oncol 2014;32:2531-40.
(10) Fachinformation NINLARO®, Stand November 2016.
(11) Moreau P et al., N Engl J Med 2016;374:1621-34 Supplementary Appendix.
(12) Garderet L et al., Abstract 2134, ASH 2016, Dezember 2016, San Diego, Kalifornien, USA / Garderet L et al., Blood 2016; 128:2134; www.bloodjournal.org/content/128/22/2134
(13) Avet-Loiseau H et al., Haematologica 2016, 101(S1):80.
(14) Sonneveld P et al. Blood 2016;127:2955-2962.
(15) Avet-Loiseau H et al., J Clin Oncol 2012, 30:1949-1952.
 


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