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Medizin

11. Dezember 2018 MM: Proteasom-Inhibitoren erweitern die Therapieoptionen

Proteasom-Inhibitoren werden seit 2015 in der Therapie von Krebspatienten eingesetzt. Mit der Entwicklung neuer Wirkstoffe, die durch eine Hemmung des Abbaus von nicht mehr benötigten Proteinen die Apoptose von Krebszellen verursachen, werden die Therapieoptionen bei Multiplen Myelomen (MM) erweitert.
Das MM ist ein B-Zelllymphom, das asymptomatisch oder akut verlaufen kann. Im Fall eines akuten Verlaufs kommt es häufig zu gestörter Hämatopoese, Niereninsuffizienz und Knochenbrüchen. Die monoklonale Gammopathie eines Plasmazellklons gilt als Vorstufe der Erkrankung. Die Diagnostik erfolgt mit radiologischen und zytogenetischen Verfahren, wobei letztere der Identifizierung von Hochrisiko-Patienten dienen. Jährlich werden ca. 6.500 Neuerkrankungen diagnostiziert.

„Myelom-Patienten sind keine einheitliche Gruppe“, betonte Prof. Dr. Martin Gramatzki, Ärztlicher Leiter der Sektion für Stammzell- und Immuntherapie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, in seinem Vortrag. Das Erkrankungsalter variiert von unter 50 bis 85 Jahren. Außerdem sind die Ausprägung der Symptome und die Anzahl der Chromsomenaberrationen sehr unterschiedlich.

Die heterogene Erkrankung erfordert individuell angepasste Therapiestrategien

Der Proteasom-Inhibitor Ixazomib (NINLARO®) in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason ist ein orales Triplett-Regime zur Therapie von erwachsenen Patienten mit einem rezidivierten/refraktären Multiplen Myelom (r/r MM). Es eignet sich auch für die Behandlung von Patienten mit Komorbiditäten, für Risikopatienten sowie für Patienten, die eine ausschließlich orale Krebstherapie wünschen.

Dr. Manfred Welslau, Chefarzt der Medizinischen Klinik IV (Hämatologie und Onkologie) in Aschaffenburg, stellte die Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit von Ixazomib + Lenalidomid und Dexamethason vor. Die Patienten der multizentrischen, randomisierten und Placebo-kontrollierten TOURMALINE-MM1-Studie sind vorbehandelte erwachsene Patienten, mit einem r/r MM (1,2). Ein Behandlungszyklus umfasst 28 Tage. Ixazomib bzw. Placebo wurden 1x wöchentlich an den Tagen 1, 8 und 15 verabreicht, Lenalidomid an den Tagen 1, 21 und 28 und Dexamethason an den Tagen 1, 8, 15 und 20. Die Therapie wurde bis zur Progression oder bis zum Auftreten inakzeptabler Nebenwirkungen fortgesetzt (1,2).

Nach einer medianen Beobachtungszeit von 14,7 Monaten war die mediane progressionsfreie Überlebenszeit (PFS) unter der Dreierkombination mit Ixazomib um rund 6 Monate länger als unter Placebo + Lenalidomid/Dexamethason. Die Hazard Ratio betrug 0,74 (95%-KI: 0,59-0,94; p=0,01) (2). Ein Trend zur PFS-Verlängerung wurde in allen vordefinierten Subgruppen, also auch bei Hochrisiko-Patienten festgestellt (2).

Dr. rer. nat. Maren Mundt

Quelle: Fachpressekonferenz: „Ixazomib (NINLARO®): Patientenindividuelle Therapie des rezidivierten/refraktären Multiplen Myeloms“, ESMO, 23.10.2018, München; Veranstalter: Takeda

Literatur:

(1) NINLARO® Fachinformation Stand September 2018.
(2) Moreau P et al. N Engl J Med 2016;374:1621-1634.


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