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Medizin

19. Dezember 2019 MM: CHMP-Empfehlung für Zulassungserweiterung für Daratumumab

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) empfiehlt die Zulassungserweiterung des vollhumanen monoklonalen CD38-Antikörpers Daratumumab von Janssen in Kombination mit Bortezomib, Thalidomid und Dexamethason (D-VTd) zur Erstlinientherapie des Multiplen Myeloms (MM) für erwachsene Patienten, die für eine autologe Stammzelltransplantation (ASZT) geeignet sind.
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CASSIOPEIA-Studie: D-VTd vs. VTd im Transplant-Setting der MM-Erstlinientherapie

Die Empfehlung für die Zulassungserweiterung von Daratumumab-VTd beruht auf der 2-teiligen, randomisierten, offenen und aktiv kontrollierten Phase‑III-Studie CASSIOPEIA (NCT02541383) (1), deren erster Teil im Juni 2019 in The Lancet veröffentlicht wurde. Die Patienten (n=1.085) erhielten vor der Stammzelltransplantation bis zu 4 Zyklen D-VTd im Daratumumab-Arm (n=543) gegenüber bis zu 4 Zyklen VTd im Kontrollarm (n=542) sowie jeweils 2 Zyklen Konsolidierungstherapie nach der Stammzelltransplantation (1). Der primäre Endpunkt des ersten Teils der Studie war das stringent komplette Ansprechen (sCR) 100 Tage nach der Stammzelltransplantation. Zu den sekundären Endpunkten zählten unter anderem die MRD-Negativität, das Erreichen eines kompletten Ansprechens (CR) oder besser und das progressionsfreie Überleben (PFS). In einem zweiten Teil der Studie wird derzeit untersucht, ob eine Erhaltungstherapie mit Daratumumab den erzielten Effekt vertiefen kann (1).

Ergebnisse der CASSIOPEIA-Studie (1)
 

An Tag 100 nach der Stammzelltransplantation erreichten 29% der mit D-VTd behandelten Patienten ein tiefes Ansprechen in Form einer sCR nach der Kon­solidierung (vs. 20% unter VTd; Odds Ratio (OR) 1,6; 95%-KI: 1,21-2,12; p=0,001). Der Anteil der Patienten, die mindestens eine CR oder besser erreichten, war mit 39% unter D-VTd signifikant höher (p<0,0001) als unter VTd (26%). Der Anteil an Patienten, die eine MRD-Negativität (Sensitivität 10-5) nach der Konsolidierung erreichten, war unter D-VTd höher als unter VTd (64% vs. 44%; p<0,0001).
Das PFS aus der ersten Randomisierung in der D-VTd-Gruppe war signifikant gegenüber VTd verbessert. Das Risiko für eine Progression oder ein Versterben wurde unter D-VTd gegenüber VTd mehr als halbiert (HR=0,47; 95%-KI: 0,33-0,67; p<0,0001). Das mediane PFS wurde in beiden Armen noch nicht erreicht.
Unerwünschte Ereignisse waren klinisch handhabbar und konsistent mit den bekann­ten Sicherheitsprofilen von Daratumumab und VTd. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse von Grad 3/4 in der Gesamtpopulation waren Neutropenie (D-VTd: 28% vs. VTd: 15%), Lymphopenie (17% vs. 10%), Stomatitis (13% vs. 16%) und Thrombozytopenie (11% vs. 7%) (1). Unter D-VTd traten gegenüber VTd insgesamt mehr Infektionen aller Grade auf (65% vs. 57%), aber die Inzidenz von Grad 3/4-Infektionen war in beiden Armen vergleichbar (D-VTd: 22% vs. VTd: 20%) (1). 7% der Studienteilnehmer brachen die D-VTd-Behandlung aufgrund von unerwünschten Ereignissen vorzeitig ab, unter VTd waren es 8% (1).

Fazit

Mit der erwarteten Zulassungserweiterung für Daratumumab in Kombination mit VTd wäre der Antikörper erstmalig im Transplant-Setting für die MM-Erstlinientherapie verfügbar. Patienten erreichten in der Zulassungsstudie CASSIOPEIA unter Daratumumab-VTd ein tieferes Ansprechen in Form einer sCR im Vergleich zur alleinigen Behandlung mit VTd. Auch in Kombination mit VTd zeigte sich dabei das bekannte Sicherheitsprofil von Daratumumab sowie Bortezomib, Thalidomid und Dexamethason.
Die positive Einschätzung des CHMP wird nun durch die Europäische Kommission überprüft.

# Daratumumab ist in Kombination mit VTd in der EU bislang nicht zur Behandlung transplantationsgeeigneter Patienten mit neu diagnostiziertem Multiplen Myelom zugelassen. #

Quelle: Janssen-Cilag

Literatur:

(1) Moreau P et al. Lancet 2019; 394: 29-38.


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