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Medizin

19. Februar 2020 MCC: Identifizierte Biomarker ermöglichen bessere Vorhersage des Therapieerfolgs

Vom Merkel-Zell-Karzinom (MCC) sind in erster Linie hellhäutige ältere Menschen, die im Lebensverlauf starker UV-Strahlung ausgesetzt waren, betroffen. Von der gängigen Therapie profitiert leider nur die Hälfte der Betroffenen. Wissenschaftler des Deutschen Krebskonsortiums (DKTK) an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben untersucht, wie besser eingeschätzt werden kann, wem eine Immuntherapie helfen könnte. Über die Ergebnisse berichtete jüngst das Fachmagazin „Clinical Cancer Research“.
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Ziel der Untersuchung: Biomarker zu identifizieren, mit deren Hilfe vorhergesagt werden kann, wie ein MCC auf die Therapie reagieren wird. Wie erwartet, wird diese durch ein intaktes Immunsystem und einen guten Allgemeinzustand begünstigt. Zusätzlich konnten im Tumorgewebe erstmals immunologische und molekulare Eigenschaften identifiziert werden, die mit einem Ansprechen auf eine Immuntherapie einhergehen. Diese sind bereits vor Beginn einer Behandlung messbar, wodurch künftig besser abgeschätzt werden kann, ob eine Therapie mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren ansprechen wird.

Nur 600 Fälle jährlich

Das Merkelzell-Karzinom ist eine sehr seltene Erkrankung: in Deutschland werden nur etwa 600 Fälle pro Jahr registriert. Das erschwert die Erforschung, sodass Wissenschaftler in der Regel mit kleinen Patientengruppen arbeiten müssen. Bei der Studie des Forscherteams um Prof. Dr. Dr. Jürgen C. Becker handelt es sich mit rund 40 Erkrankten um eine der größeren Patientenkohorten.

Bayes'sche Inferenzanalyse

Dennoch wollte man aus den Ergebnissen keine allgemeingültigen Schlüsse ziehen. Stattdessen wandten die Wissenschaftler zur Datenauswertung die Bayes'sche Inferenzanalyse an, eine statistische Methode, um Wahrscheinlichkeiten präziser berechnen zu können. „Diese ist zwar aufwendig und verlangt den Computern eine deutlich höhere Rechnerleistung ab, ist dafür aber auch in solchen Situationen viel aussagekräftiger “, sagt Hautkrebsforscher Jürgen C. Becker.
„Als Nächstes möchten wir die Befunde mit einer größeren Gruppe Erkrankter bestätigen“, kündigt Becker an, der das Projekt als Leiter der DKTK-Abteilung „Translational Skin Cancer Research“ im Zentrum für Medizinische Biotechnologie an der UDE betreut.

Hohe Rezidivrate

Das Merkelzell-Karzinom ist ein seltener und aggressiver Hauttumor mit einer hohen Rezidivrate. Benannt wurde es in Anlehnung an den 1919 verstorbenen deutschen Anatom Johann Friedrich Sigmund Merkel. Er entdeckte in der Haut „Merkel-Körperchen“, mit deren Hilfe der Körper Druck empfinden kann. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit den Krebszellen kam es zu dem Begriff „Merkelzell-Karzinom“.

Quelle: Universität Duisburg-Essen

Literatur:

https://clincancerres.aacrjournals.org/content/early/2020/01/11/1078-0432.CCR-19-2244


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