Mittwoch, 20. November 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

19. Juli 2018 Lungen- und Ovarialkarzinom: Zulassungserweiterungen verbessern Therapie

Zielgerichtete Therapien sind Standard beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) und beim rezidivierten Ovarialkarzinom. In beiden Indikationen gibt es nun klinisch relevante Weiterentwicklungen.
Anzeige:
Pflichttext
NSCLC: Osimertinib als Erstlinientherapie

Osimertinib (Tagrisso®) ist eine neue Erstlinien-Option für Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC und aktivierenden EGFR-Mutationen (1). Der EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor (EGFR-TKI) führte im Vergleich mit den Standard-EGFR-TKI Erlotinib bzw. Gefitinib in der FLAURA-Studie zu einer Verlängerung des PFS von 10,2 auf 18,9 Monate (HR=0,46; 95%-KI: 0,37-0,57; p>0,0001). Der Vorteil zeigte sich auch bei Patienten mit Hirnmetastasen. Die Ansprechdauer war unter Osimertinib doppelt so hoch wie im Vergleichsarm (17,2 vs. 8,5 Monate). Zudem traten seltener Nebenwirkungen ≥ Grad 3 auf (34% vs. 45%) (2). „Diese Ergebnisse sind klinisch relevant“, fasste Prof. Dr. Christian Schumann, Kempten, zusammen. „Weil wir mit jeder weiteren Therapielinie Patienten verlieren, gilt der Grundsatz, die wirksamste Substanz zuerst einzusetzen. Das spricht dafür, Patienten mit EGFR-Mutation Osimertinib als Erstlinientherapie anzubieten.“

Ovarialkarzinom: Olaparib unabhängig vom BRCA-Status

Den PARP-Inhibitor Olaparib (Lynparza®) gibt es für Patientinnen mit Platin-sensitivem Ovarialkarzinomrezidiv ab sofort in Form von Filmtabletten. Zugleich wurde die Zulassung auf alle high-grade epithelialen Tumoren erweitert und gilt nun unabhängig vom BRCA-Mutationsstatus. Statt 2x 8 Kapseln à 50 mg müssen die Patientinnen nur noch 2x 2 Filmtabletten à 150 mg einnehmen (3). „Wir freuen uns, dass Olaparib unabhängig vom BRCA-Mutationsstatus jetzt noch mehr erkrankten Frauen zur Verfügung steht“, sagte Prof. Dr. Jalid Sehouli, Berlin. Er hob die langfristigen Effekte der Therapie hervor: In der SOLO-2-Studie profitierten bisher 43% der Patientinnen länger als 2 Jahre von Olaparib (4). „Das sind Effekte, die wir bisher so nicht gesehen haben“, so Sehouli.

Anne Krampe-Scheidler

Quelle: Pressekonferenz „Erweiterte Indikationen, neue Perspektiven, spürbarer Fortschritt: Tagrisso® und Lynparza® verbessern Therapieoptionen beim Lungen- & Eierstockkrebs“, 27.06.2018, Berlin; Veranstalter: AstraZeneca

Literatur:

(1) Fachinformation TAGRISSO®; Stand Juni 2018.
(2) Soria JC et al. N Engl J Med 2018;378:113-125.
(3) Fachinformation Lynparza® Filmtabletten; Stand Mai 2018.
(4) Ledermann J et al. Lancet Oncol 2016;17(11):1579-1589.


Das könnte Sie auch interessieren

Als Krebspatient auf Reisen – hilfreiche Tipps

Als Krebspatient auf Reisen – hilfreiche Tipps
© Jenny Sturm / Fotolia.com

Ein Kurzurlaub in der Therapiepause – das hört sich für viele Betroffene verlockend an. Mal abschalten und die physischen und psychischen Belastungen der Erkrankung vorübergehend hinter sich lassen. Aber: Kann ich das als Krebspatient? Und worauf ist zu achten? Diese und weitere Fragen zum Thema „Reisen mit Krebs“ beantwortet der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums täglich von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr telefonisch unter 0800-420...

Neue Krebs-Studien zur Immuntherapie am Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) für Patienten geöffnet

Das Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) am Krankenhaus Nordwest startet jetzt in Kooperation mit der Klinik für Onkologie und Hämatologie zwei neue Studien zur Wirksamkeit eines hoch innovativen immuntherapeutischen Ansatzes unter Verwendung von sogenannten Checkpoint-Hemmern: Diese sollen die Blockaden des Immunsystems gegen Krebszellen aufheben. An der ersten Studie in Phase II nehmen Patienten mit vorbehandeltem Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) teil, die einen...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Lungen- und Ovarialkarzinom: Zulassungserweiterungen verbessern Therapie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO 2019
  • PD-L1-positives NSCLC: Pembrolizumab-Monotherapie bei Patienten mit und ohne Hirnmetastasen vergleichbar wirksam
  • Tumormutationslast etabliert sich als prädiktiver Marker für das Ansprechen auf Pembrolizumab bei soliden Tumoren
  • Hohes und langanhaltendes Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei unterschiedlichen MSI-H-Tumoren
  • Checkpoint-Inhibition in der adjuvanten und metastasierten Situation hat für Patienten mit Melanom das Überleben neu definiert
  • Magenkarzinom/Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs: Patienten mit MSI-high-Tumoren profitieren besonders von Checkpoint-Inhibition
  • Pembrolizumab + Chemotherapie beim Plattenepithelkarzinom-NSCLC: Überlegenes OS, PFS, ORR und PFS2 gegenüber alleiniger Chemotherapie
  • Frühes TNBC: signifikant verbesserte pCR-Rate durch neoadjuvante Therapie mit Pembrolizumab + Chemotherapie
  • HNSCC: Pembrolizumab-Monotherapie und kombiniert mit Platin-basierter Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • PD-L1-positives Magenkarzinom und AEG: Vergleichbare Lebensqualität unter Pembrolizumab-Monotherapie und Chemotherapie
  • Pembrolizumab-Monotherapie beim vorbehandelten mTNBC: Klarer Trend zu verbessertem Überleben mit zunehmender PD-L1-Expression