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Medizin

22. Oktober 2018 Längeres Überleben beim fortgeschrittenen malignen Melanom durch Kombination von BRAF- und MAK-Inhibitor

Mit der jetzt zugelassenen neuen Kombination des BRAF-Inhibitors Encorafenib mit dem MEK-Inhibitor Binimetinib wurden die Überlebenschancen von Patienten mit fortgeschrittenem malignen Melanom und BRAF-Mutation noch einmal deutlich gesteigert. Erstmals konnte bei diesen Patienten eine mediane Überlebenszeit von fast 3 Jahren erreicht werden.
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Beim fortgeschrittenen malignen Melanom war bis 2010 die Aussicht, länger als ein Jahr zu überleben, gering. Seither konnten erhebliche Fortschritte erzielt werden. Neben den Immun-Checkpoint-Inhibitoren war die Einführung der Inhibition der Signalwege von BRAF und MEK dabei ein wichtiger Meilenstein, sagte Prof. Dr. Dirk Schadendorf von der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Essen. Etwa 50 % der kaukasischen Patienten mit malignem Melanom weisen eine BRAF-Mutation auf und können damit von diesem Therapieprinzip profitieren.

Jetzt hat die neue Kombination von Encorafenib (Braftovi®) und Binimetinib (Mektovi®) die Zulassung beim fortgeschrittenen BRAF-positiven malignen Melanom erhalten. Grundlage der Zulassung war die Phase-III-Studie COLUMBUS, wie Prof. Dr. Axel Hauschild von der Universitäts-Hautklinik Kiel berichtete. 577 Patienten mit BRAF-positivem malignem Melanom erhielten im Rahmen der Studie entweder die Kombination, Encorafenib allein oder den BRAF-Inhibitor Vemurafenib. Zwei Drittel der Patienten wiesen eine prognostisch besonders ungünstige viszerale Metastasierung auf (M1c) auf, was die Realität in der Praxis sehr gut widerspiegelt, betonte Prof. Hausschild.

Bei diesen Patienten konnte mit der Kombination im Vergleich zu Vemurafenib eine Verdopplung des progressionsfreien Überlebens erreicht werden (PFS 14,9 vs. 7,3 Monate; HR=0,54). Auch bei der Gesamtansprechrate zeigte sich die Überlegenheit der Kombination  (76 % im Vergleich zu 49% unter Vemurafenib) (1). Aktuelle Daten zeigen jetzt eine mediane Überlebenszeit von 33,6 Monaten (im Vergleich zu 16,9 Monaten unter Vemurafenib) (2). Damit wurde mit der Kombination das bisher beste Ergebnis bei dieser Patientengruppe erreicht, erklärte Prof. Hauschild.

Die Verträglichkeit der Kombination war dabei trotz der längeren Behandlungsdauer gut– die Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen war mit 15% gering. Es traten vor allem die bekannten klassenspezifischen Nebenwirkungen der BRAF-MEK-Inhibition wie Übelkeit, Diarrhoe und Erbrechen auf, die aber meist relativ gering ausgeprägt und gut zu handhaben waren.

Quelle: Launch-Pressekonferenz „Fortgeschrittenes malignes Melanom: Neue Möglichkeiten in der BRAF-MEK-Inhibition“, 10.10.18, Berlin; Veranstalter: Pierre Fabre

Literatur:

(1) Dummer R et al. Lancet Oncol 2018;19(5):603-15
(2) Dummer R et al. Lancet Oncol 2018;19(10):1315-27


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