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Medizin

07. Februar 2018 Krebsforscher für herausragende Arbeiten geehrt

Die Deutsche Krebshilfe verleiht heute, am 5. Februar 2018, im Rahmen eines Festakts die Deutsche Krebshilfe Preise 2016 und 2017. Geehrt werden die beiden Wissenschaftler Prof. Dr. Dres. h.c. Gert Riethmüller und Prof. Dr. Dolores J. Schendel für ihre richtungsweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der Immuntherapie. Ebenfalls ausgezeichnet wird Prof. Dr. Heribert Jürgens für seine großen Verdienste in der pädiatrischen Onkologie, insbesondere in der Entwicklung von Therapiestrategien beim Ewing-Sarkom. Dr. Fritz Pleitgen, Präsident der Organisation, überreicht die hochrangige Auszeichnung in der Redoute in Bonn-Bad Godesberg. Der Deutsche Krebshilfe Preis ist mit jeweils 15.000 Euro dotiert.
„Die Deutsche Krebshilfe zeichnet heute 3 Wissenschaftler aus, die mit großem Engagement dazu beigetragen haben, die Heilungschancen krebskranker Menschen zu verbessern und unser Wissen über die Krankheit Krebs zu erweitern“, sagt Pleitgen. Mit der Verleihung des Deutsche Krebshilfe Preises an herausragende Ärzte und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Onkologie wolle die gemeinnützige Organisation den großen Stellenwert der Krebsforschung im Kampf gegen die Krankheit zum Ausdruck bringen, aber auch das Engagement von Experten und Persönlichkeiten würdigen, die die Versorgung krebskranker Menschen entscheidend verbessert haben.

Seit den 1980er Jahren arbeiten Wissenschaftler weltweit daran, das körpereigene Immunsystem bei der Abwehr von Krebszellen zu stärken. „Fortschritte in der Forschung haben dazu geführt, dass die Immuntherapie in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat“, sagt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, anlässlich der Preisvergabe. „Große Erkenntnisgewinne in diesem Bereich sind maßgeblich auf die wissenschaftlichen Arbeiten von Herrn Prof. Riethmüller und Frau Prof. Schendel zurückzuführen“, erklärt Nettekoven.

Prof. Dr. Dres. h.c. Gert Riethmüller, emeritierter Direktor des Instituts für Immunologie der Ludwig-Maximilians-Universität München, wird für seine Pionierarbeit und bahnbrechenden Erfolge in der Entwicklung von therapeutisch einsetzbaren Antikörpern bei Krebserkrankungen ausgezeichnet. „Die wissenschaftlichen Erkenntnisse von Prof. Riethmüller haben den Grundstein für die Tumorbehandlung durch das Immunsystem gelegt“, sagt Laudatorin Prof. Dr. Christine Falk vom Institut für Transplantationsimmunologie der Medizinischen Hochschule Hannover. „Ohne sie wäre eine Antikörpertherapie bei Krebs, wie wir sie heute kennen und anwenden, nicht denkbar.“

Prof. Dr. Dolores J. Schendel, ehemalige Leiterin des Instituts für Molekulare Immunologie am Helmholtz-Zentrum München, erhält den Preis für ihre bedeutenden Beiträge zur Entwicklung hochinnovativer Immuntherapie-Technologien. „Die wissenschaftlichen Arbeiten von Frau Prof. Schendel stellen einen Meilenstein in der personalisierten Immuntherapie dar“, würdigt Laudator Prof. Dr. Thomas Blankenstein, Direktor des Instituts für Immunologie der Charité in Berlin, die Verdienste der Preisträgerin. Prof. Schendel arbeitet nach wie vor an der weiteren Entwicklung von T-Zell-basierten Immuntherapien gegen Krebs, die individuell auf den Patienten zugeschnitten sind.

Träger des Deutsche Krebshilfe Preis 2017 ist Prof. Dr. Heribert Jürgens, emeritierter Direktor der Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Münster. Mit der Preisverleihung würdigt die Deutsche Krebshilfe seine großen Verdienste in der pädiatrischen Onkologie, insbesondere in der Entwicklung von Therapiestrategien beim Ewing-Sarkom, einem häufigen Knochentumor im Kindes- und Jugendalter. „Mit Prof. Jürgens zeichnet die Deutsche Krebshilfe einen Mediziner und Wissenschaftler aus, dem neben der Weiterentwicklung der Krebstherapie auch die psychosoziale Versorgung der Kinder und deren Familien besonders am Herzen lag“, so Prof. Dr. Angelika Eggert in ihrer Laudatio auf den Preisträger. Prof. Eggert ist Direktorin der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie an der Charité in Berlin sowie Vorsitzende der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie.

Mit der Verleihung des Deutsche Krebshilfe Preises kommt die Organisation dem letzten Wunsch von Dr. Wilhelm Hoffmann nach: Er hinterließ der Deutschen Krebshilfe im Jahr 1996 eine namhafte Erbschaft verbunden mit der Auflage, den Erlös zinsbringend anzulegen und aus den Erträgen einen jährlichen Preis für herausragende Arbeiten in der Onkologie zu vergeben.

Quelle: Deutsche Krebshilfe


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