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Medizin

30. Januar 2019 Krankheitsverlauf bei Neuroblastomen: Telomere sind entscheidend

Telomere erkennen das Alter einer Zelle und sorgen dafür, dass sich Körperzellen nur dann teilen, wenn es nötig ist. Fällt dieser Mechanismus aus, können Zellen "unsterblich" werden. Fatal ist dies bei Krebszellen, die Telomere unbeschränkt stabilisieren können. Die molekularen Ursachen hierfür bei jungen Patienten mit Neuroblastomen wurden nun untersucht, die Ergebnisse stehen in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science.
Die Forscher entdeckten einen interessanten Zusammenhang, als sie die Genomdaten von mehr als 400 Kindern mit Neuroblastomtumoren analysierten: Je schwerer der Krankheitsverlauf ist, desto stabiler sind die Telomere durch das Enzym Telomerase und verwandte Prozesse. „Wenn dann zusätzlich noch bestimmte weitere Gene verändert sind, entwickelt sich die Krankheit häufig besonders schlecht bei dieser Krebsart“, erläutert Prof. Dr. Alexander Schramm, Leiter der Molekularen Onkologie am Westdeutschen Tumorzentrum des Universitätsklinikums Essen (UK Essen).

„Umgekehrt gilt aber auch“, so Schramm, „dass Tumoren ohne Telomer-Stabilität nur wenig oder möglicherweise gar keine Therapie benötigen. Dies gilt sogar dann, wenn man alle bisher bekannten Risikofaktoren einbezieht.“ Das Forscherteam entwickelte deshalb ein vollkommen neues Konzept, um die Schwere dieser Erkrankung zu beurteilen, das nun in klinischen Studien überprüft werden muss.

Am Standort Essen werden die beteiligten Wissenschaftler, Prof. Dr. Alexander Schramm und der Genominformatiker Prof. Dr. Sven Rahmann, diese Ergebnisse aus dem durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Sonderforschungsbereich 876 zukünftig nutzen, um sie auf andere Tumorarten wie Lungenkrebs zu übertragen, die noch komplexere genetische Veränderungen aufweisen.

Quelle: Universität Duisburg-Essen


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