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Medizin

13. Juni 2018 Kopf-Hals-Tumoren: Palliative und kurative Immuntherapie mit Pembrolizumab

Der Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab zeigt klinische Erfolge in der Behandlung des rezidivierenden oder metastasierenden Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinoms (HNSCC). Auch für den kurativen Einsatz sind erste Ergebnisse vielversprechend.
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Nach Nivolumab steht mit Pembrolizumab (Keytruda®) ein weiteres Immuntherapeutikum für die Therapie des fortgeschrittenen HNSCC bereit. Der Checkpoint-Inhibitor (200 mg alle 3 Wochen) hatte in der Studie Keynote-040 das Gesamtüberleben (OS) verglichen mit Standard of Care (Cetuximab, Docetaxel oder MTX) um 19% verbessern können (1). Mit der Verlängerung von 7,1 Monaten auf 8,6 Monate (p=0,0204) war die Therapie erfolgreich – auch wenn der präspezifizierte Unterschied für statistische Signifikanz nicht erreicht wurde. Einer der Gründe für das Verfehlen des primären Endpunkts könnte im Cross-over auf Pembrolizumab liegen, wie Prof. Dr. Thomas Hoffmann, Ulm, erklärte. So zeigte eine Subgruppenanalyse der Überlebensdaten aus der Vergleichsgruppe, dass Patienten, die bei Progress unter Standard of Care auf den Checkpoint-Inhibitor wechselten, mit einem OS von 20,1 Monaten deutlich besser abschnitten als Patienten, die eine andere oder keine Subsequenz erhielten (OS: 9,8 Monate und 4,6 Monate).

„Checkpoint-Inhibitoren wurden bislang vor allem in der zweiten und dritten Therapielinie eingesetzt“, so Hoffmann weiter. Aktuelle Studien greifen nun die Erstlinie an. Keynote-048 (NCT02358031) etwa untersucht Pembrolizumab mit und ohne Platin-basierte Therapie mit 5-FU gegen das Extreme-Schema (Cis-/Carboplatin, 5-FU, Cetuximab) als noch gültigen Standard. Interessant ist Hoffmann zufolge auch die Integration von Pembrolizumab in den kurativen Ansatz, wie verschiedene Studien demonstrieren. So zeigten sich in einer Studie von Uppaluri et al. (2), in der der Checkpoint-Inhibitor neoadjuvant 2-3 Wochen vor der Operation verabreicht wurde, erste vielversprechende Ergebnisse. Die Sicherheit war hoch: Es kam weder zu OP-Verzögerungen, noch zu unerwarteten Toxizitäten. Der kurative Ansatz mit Pembrolizumab in Kombination mit Cisplatin und Radiotherapie erwies sich auch in einer frühen Phase-I/II-Studie als verträglich und mit Komplettremissionen bei 78% und partiellen Remissionen bei 15% als effektiv (3). Die noch rekrutierende Phase III-Studie Keynote-412 vergleicht aktuell Pembrolizumab gegen Plazebo – jeweils kombiniert mit Radiotherapie und Cisplatin.

Michael Koczorek

Quelle: Symposium „HNSCC: Perspektiven der Immunonkologie“, 89. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, Lübeck, 11. Mai 2018; Veranstalter MSD

Literatur:

(1) Cohen E et al. ESMO 2017; Abstract LBA45_PR.
(2) Uppaluri R et al. JCO 2017; Abstract #6012.
(3) Powell SF et al. JCO 2017; Abstract #6011.


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