Donnerstag, 23. Mai 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

10. Mai 2019 Kontinuierliche Chemotherapie bei fortgeschrittenem Brustkrebs einem intermittierenden Schema überlegen

Die randomisierte Phase-III-Studie Stop&Go zeigte bei 420 Patientinnen mit fortgeschrittenem HER2-negativen Brustkrebs, dass eine kontinuierliche Chemotherapie mit einer deutlich besseren Lebensqualität und besserem Gesamtüberleben einhergeht im Vergleich zu einem intermittierenden Regime.
Die Patientinnen wurden randomisiert entweder einer kontinuierlichen Chemotherapie (8 Zyklen) oder einer intermittierenden Chemotherapie (2x 4 Zyklen) zugeteilt. Dabei bestand die Erstlinientherapie aus Paclitaxel + Bevacizumab und die Zweitlinie aus Capecitabin oder nicht-pegyliertem liposomalen Doxorubicin. Die Auswertung der Studie zeigte bei allen Therapien bessere Ergebnisse mit einer kontinuierlich verabreichten Therapie (1).

Zu Beginn der Zweitlinientherapie hatten die Patientinnen unter der intermittierenden Chemotherapie (n=131) ein medianes progressionsfreies Überleben (PFS) von 3,5 Monaten vs. 5,0 Monate unter kontinuierlicher Behandlung (n=139) mit einer Hazard Ratio (HR) von 1,04 (95%-KI: 0,69-1,57). Das kombinierte PFS von Erst- und Zweitlinientherapie lag sogar bei 14,6 vs. 16,6 Monaten mit einer HR von 1,59 (95%-KI: 1,04-2,45). Basierend auf diesen Ergebnissen stellte man die Hypothese auf, dass die Verbesserungen durch eine kontinuierliche Chemotherapie von der angewandten Therapie unabhängig sind und somit auch bei anderen Therapien bessere Ergebnisse liefern könnten.

Während der Behandlung und den Follow-up-Untersuchungen wurde außerdem die Lebensqualität der Patientinnen untersucht. Diese wurde alle 12 Wochen durch einen RAND-36-Fragebogen festgehalten, und es zeigte sich bei den intermittierenden Therapien bereits nach 24 Monaten eine Verschlechterung von 5,68 Punkten (p<0,001), während sich die Ergebnisse bei der kontinuierlichen Therapie nach 12 Monaten bei einer Verschlechterung von nur 3,5 Punkten einpendelten (2). Die Unterschiede der Ergebnisse waren zwar nicht signifikant, zeigten jedoch einen besseren Trend für die kontinuierliche Therapie.

übers. v. Red.


 

Quelle: ESMO Breast Cancer Conference 2019, Abstracts 158P_PR und 159P_PR.

Literatur:

(1) Erdkamp FLG  et al. Intermittent versus continuous chemotherapy beyond first-line for patients with HER2-negative advanced breast cancer (BOOG 2010-02); Abstract 158P_PR.
(2) Claessens AKM et al. Influence on quality of life of chemotherapy scheduling for patients with advanced HER2-negative breast cancer; Abstract 159P_PR.


Das könnte Sie auch interessieren

1. Patiententag für Kehlkopfoperierte am Universitätsklinikum Leipzig

1. Patiententag für Kehlkopfoperierte am Universitätsklinikum Leipzig
© Stefan Straube / UKL

Zum 1. Patiententag für Kehlkopfoperierte lädt am 22. März die Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig ein. "Ein großer Patientenstamm kommt regelmäßig zu uns, denn beispielsweise findet jeden Mittwochnachmittag bei uns die Tumornachsorge statt. Wir haben auch schon Patientenveranstaltungen organisiert, wollen diese jetzt aber institutionalisieren", so Klinikdirektor Prof. Dr. Andreas...

Deutsche Bevölkerung hat große Angst vor Krebs und weiß wenig über moderne Krebstherapien

„Vor welcher Krankheit haben Sie persönlich am meisten Angst, dass Sie daran erkranken könnten?“ – Diese Frage stellte das Meinungsforschungsinstitut forsa in einer aktuellen repräsentativen Umfrage. Ergebnis: 57 Prozent der befragten Deutschen nennen Krebs an erster Stelle. Damit führt Krebs das Feld der gefürchtetsten Krankheiten mit großem Abstand an. Wie gleichzeitig ermittelt wurde, hat nur ein Drittel der Befragten* in letzter Zeit...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Kontinuierliche Chemotherapie bei fortgeschrittenem Brustkrebs einem intermittierenden Schema überlegen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.