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Medizin

13. Dezember 2018 Kolonkarzinom: Gleichzeitiger Verlust von p53 und miR-34a begünstigt Fortschreiten des Primärtumors

Bei gesunden Menschen arbeiten 2 Gene zusammen, um das Entstehen eines Kolonkarzinoms zu verhindern. Ist diese Kooperation jedoch gestört, schreitet das Karzinom voran und bildet Metastasen.
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Fachinformation
Wer an einem Kolonkarzinom erkrankt, hat Glück, wenn dieses möglichst frühzeitig erkannt wird. Denn im Frühstadium lässt sich diese Krebsart operativ entfernen. Gefährlich sind die Metastasen, die bei Fortschreiten des Kolonkarzinoms entstehen. Sie sind die häufigste Todesursache.

Bei der Entstehung und dem Voranschreiten des Kolonkarzinoms spielen Veränderungen in bestimmten Genen eine wesentliche Rolle. Bei jedem zweiten Kolonkarzinom, in dessen Folge sich Metastasen entwickeln, sind sowohl das Gen Tp53 als auch das Gen Mir34a inaktiv. Forscher um Heiko Hermeking, Professor für Experimentelle und Molekulare Pathologie (auch Deutsches Konsortium für translationale Krebsforschung), haben nun im Mausmodell die Folgen dieser fatalen Kombination untersucht und Signalwege aufgezeigt, die therapeutische Ansatzpunkte sein könnten. Über ihre Ergebnisse berichten sie aktuell im Fachjournal Gastroenterology. „Der Verlust beider Gene verstärkt die Häufigkeit und Entwicklung von Darmtumoren, sowie deren Invasion ins umgebende Gewebe und die anschließende Bildung von Metastasen beim Kolonkarzinom“, sagt Heiko Hermeking.

Bei Gesunden arbeiten die beiden untersuchten Gene zusammen, um genau dies zu verhindern. Die beiden Gene unterdrücken Signalwege, die das Überleben und die Invasivität von Krebszellen fördern. So inhibiert die MikroRNA miR-34a z.B. direkt den IL-6-Rezeptor (IL-6R), der auf den Botenstoff Interleukin 6 (IL-6) reagiert, der von der Tumorumgebung produziert wird, und die epithelial-mesenchymale Transition (EMT) auslöst. EMT ist ein wesentlicher Vermittler der Metastasierung. Zudem aktiviert der gleichzeitige Verlust von p53 und miR-34a insbesondere das Protein Pai-1, welches ebenfalls zum Fortschreiten des Primärtumors beiträgt. In Mausmodellen konnten die Forscher zeigen, dass eine therapeutische Inaktivierung des IL-6R und des PAI-1-Signalweges die Ausbildung von Metastasen in p53- und miR-34a-negativen Darmtumoren verhindert. Diese Signalwege sind daher der Studie zufolge interessante Ansatzpunkte für die Therapie beim Kolonkarzinom beim Menschen, was aus Sicht der Forscher in weiteren Studien verfolgt werden sollte.

Für die Studie wurden zudem 628 Fälle von Kolonkarzinom in Online-Datenbanken ausgewertet und Proben von 61 Patienten immunhistochemisch untersucht. Der Analyse zufolge sind die Ergebnisse aus dem präklinischen Mausmodell auf den Menschen übertragbar.

Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München


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