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Medizin

18. Juli 2019 Kastrationsresistentes Prostatakarzinom mit hohem Risiko für Fernmetastasen: Neues zur Therapie mit Apalutamid

Seit Beginn des Jahres ist Apalutamid (Erleada®) für die Therapie des kastrationsresistenten, noch nicht metastasierten Prostatakarzinoms mit hohem Risiko für Fernmetastasen, basierend auf einer hohen PSA-Verdopplungszeit, zugelassen. In der Zulassungsstudie SPARTAN konnte damit die Entwicklung von Metastasen um 2 Jahre im Vergleich zu Placebo hinausgeschoben werden (1). Aktuelle Subgruppenanalysen zeigen nun, dass M0CRPC-Patienten verschiedener Altersgruppen und mit verschiedenen Begleiterkrankungen von der Therapie profitieren (2,3).
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Fachinformation
Bis vor kurzem wurde bei Patienten mit Prostatakarzinom, bei denen bereits ein biochemischer Progress eingetreten war, die Androgendeprivationstherapie so lange fortgeführt, bis Fernmetastasen nachweisbar waren. Erst dann wurden für dieses Stadium zugelassene Medikamente eingesetzt. In dieser Lücke kann – und soll gemäß aktuellen EAU-Leitlinien – nun Apalutamid eingesetzt werden, wie Prof. Dr. Christian Schwentner, Stuttgart, ausführte. Dabei handelt es sich um einen oral anzuwendenden selektiven Androgensignal-Inhibitor, der die Proliferation der Tumorzellen vermindert und die Apoptose steigert. Neben der bereits genannten Verlängerung des medianen metastasenfreien Überlebens reduzierte Apalutamid das Risiko einer Symptomverschlechterung in der Zulassungsstudie signifikant um mehr als 50%. Zudem verringerte sich im Vergleich zu Placebo das Risiko, in der zweiten Therapielinie einen Progress zu erleiden oder zu versterben, um die Hälfte (1). Bei allgemein gutem Verträglichkeitsprofil traten bei knapp jedem vierten Patient Hautausschläge auf (1). Diese klangen zumeist nach einer kurzen Therapiepause von selbst ab, traten bei erneutem Therapiebeginn nicht wieder auf, so Schwentner.

Neue Post-hoc-Analysen haben nun gezeigt, dass Patienten mit unterschiedlichen Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, kardiovaskulärer Erkrankung und Niereninsuffizienz von der Therapie mit Apalutamid profitieren und die Komorbiditäten das Sicherheitsprofil von Apalutamid nicht beeinflussen (2). Zudem kann das Präparat unabhängig vom Alter (< 65, 65 bis <75 und > 75 Jahre) eingesetzt werden (3).

Dr. Anne Benckendorff

Quelle: Fachpressekonferenz: „Update ERLEADA®: Aktuelles zur Therapie des M0CRPC“ am 11. Juli 2019 in Frankfurt am Main; Veranstalter: Janssen

Literatur:

(1) Smith MR, et al. N Engl J Med 2018; 378: 1408-1418.
(2) Small EJ et al. J Clin Oncol 37, 2019 (suppl; abstr 5023).
(3) Graff JN et al. J Clin Oncol 37, 2019 (suppl; abstr 5024).


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