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Medizin

06. September 2019 Kachexie: Europäische Markteinführung für parenterale Ernährung auf Olivenölbasis

Baxter hat die europäische Markteinführung von Olimel 7,6% im Dreikammerbeutel als neue Ergänzung des Unternehmensportfolios für die parenterale Ernährung (PE) auf Olivenölbasis bekanntgegeben. Die europäische Markteinführung erfolgte auf der 41. Tagung der European Society of Clinical Nutrition and Metabolism (ESPEN).
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Olimel 7,6% kombiniert in einem standardisierten Dreikammerbeutel eine proteinreiche Formulierung mit einem zugleich niedrigen Glukosegehalt, was zum derzeit niedrigsten Energie-Protein-Verhältnis im Markt führt. Die neue Formulierung enthält:
 
  • 76 g Aminosäure pro Liter, was den Proteinvorgaben bei geringeren Flüssigkeitsvolumina gerecht wird.
  • Lediglich 73 g Glukose pro Liter, was dazu beiträgt, die potentielle glykämische Belastung und das Folgerisiko einer Hyperglykämie zu verringern.
  • Eine auf Olivenöl basierte Lipidemulsion zum Erhalt der Immunfunktion (1-5).
Erhöhte Mortalität und Morbidität

„Etwa 40 % aller in Krankenhäuser aufgenommenen Patienten sind aufgrund ihres medizinischen Zustands entweder mangelernährt, oder es besteht das Risiko einer Verschlechterung ihres Ernährungsstatus. Bei einigen Patientengruppen, wie etwa Magen-, Pankreas- und Ösophaguskarzinompatienten, kann dieser Wert bis zu 60% betragen. Die Mangelernährung kann signifikante Auswirkungen sowohl auf die klinischen Ergebnisse als auch auf das gesamte Gesundheitssystem haben. Sie geht zumeist mit höheren Infektionsraten, Einschränkungen der Lebensqualität, erhöhter Morbidität und Mortalität sowie längerer Klinikverweildauer und höheren Gesundheitskosten einher“ – so Pilar Gargia-Lorda, Baxter.
„Der Nährstoffbedarf der Patienten kann sich im Laufe ihrer Erkrankung und Genesung verändern, und ein ausgewogenes Verhältnis der Nährstoffe in jeder Ernährungstherapie ist daher entscheidend. Die angemessene Nährstoffzufuhr kann nicht immer über den oralen oder enteralen Weg gewährleistet werden. Deshalb ist in solchen Fällen die intravenöse Ernährung nötig, um den Ernährungsstatus aufrecht zu erhalten und zu verbessern“, ergänzt sie.

Eingeschränkte Fähigkeit zur Flüssigkeitsaufnahme

Die Tatsache, dass bei 50% aller kritisch kranken Patienten keine adäquate Nährstoffaufnahme erfolgt, stellt eine Herausforderung dar. Sowohl ESPEN als auch die ASPEN (American Society for Parenteral and Enteral Nutrition) empfehlen eine höhere Proteinaufnahme für diese Patientengruppe, bei gleichzeitig reduzierter Kalorienaufnahme. Zugleich besteht bei diesen Patienten oftmals eine eingeschränkte Fähigkeit zur Flüssigkeitsaufnahme. Eine kritische Erkrankung geht mit einer schnellen Erschöpfung der Proteinspeicher und Muskelabbau einher (6). Studien haben gezeigt, dass eine optimale Ernährung, mit einer Kombination aus moderater Energieaufnahme und hoher Proteinzufuhr, mit verringerter Mortalität korreliert (7). Eine höhere Proteinaufnahme war auch mit verbesserter Leberfunktion verknüpft (8).
Bisher lieferten die gebrauchsfertigen Optionen für die parenterale Ernährung nicht das nötige Gleichgewicht an Makronährstoffen, weshalb es den Medizinern nicht gelang, die Proteinziele zu erreichen, ohne die Patienten dem Risiko übermäßiger Kalorienzufuhr und glykämischer Belastung
auszusetzen, und nur suboptimale klinische Ergebnisse erzielt wurden.
Die neue Olimel 7,6%-Formulierung wird schon in Kürze in Deutschland, Großbritannien, Österreich, Schweden, Norwegen, Dänemark und den Niederlanden erhältlich sein. Bis Ende des Jahres ist die Produkteinführung auch für Frankreich, Italien, Spanien, Irland, Portugal und Finnland
vorgesehen.

Quelle: Baxter

Literatur:

(1) Jia ZY, et al. Nutrition Journal 2015; 14-119.
(2) Calder PC, et al. Intensive Care Med 2010; 36: 735-49.
(3) Granato D, et al. JPEN J Parenter Enteral Nutr 2000; 24: 113-8.
(4) Olthof E, et al. Clin Nutr 2013;32:643-649. 4. Pontes-Arruda A, Clin Nutr Suppl 2009; 4: 19-23. 5.
(5) Waitzberg DL, et al. JPEN J Parenter Enteral Nutr 2006; 30: 351-67.
(6) Jia ZY, at al. Nutrition Journal 2015; 14-119.
(7) Zusman O et al. Critical Care 20, Article number: 367 (2016).
(8) Calder PC, et al. Intensive Care Med 2010; 36: 735-49.


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