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Medizin

08. Mai 2019 Immuntherapie beim NSCLC: Macht der Biomarker den Unterschied?

Welchen Mehrwert bringen Biomarker in der Immuntherapie des NSCLC? Dr. med. Nikolaj Frost, Berlin, gelangte zu der Einschätzung, dass PD-L1 keinen idealen Biomarker darstellt, die Tumormutationslast (TMB) eine sinnvolle Ergänzung sein kann und immunonkologische Therapien zeitnah bei allen Patienten mit NSCLC im palliativen Setting in der Erstlinie einsetzbar sein werden.
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Neue Therapieoptionen mit der Immun-Checkpoint-Blockade

Bis vor wenigen Jahren waren die Therapieoptionen beim fortgeschrittenen kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) nach Versagen der Erstlinien-Chemotherapie begrenzt. Das Therapieprinzip der Immun-Checkpoint-Blockade eröffnete neue Therapieoptionen: Der PD-1-Antikörper Nivolumab brachte in den zulassungsrelevanten Studien CheckMate-017 und -057 einen Überlebensvorteil gegenüber der Standard-Chemotherapie mit Docetaxel. 2017 und 2018 wurden Pembrolizumab und Durvalumab zugelassen, Atezolizumab folgte im März 2019.

PD-L1 nur bedingt gewinnbringend

Den Biomarker PD-L1 sieht Frost kritisch. Zum einen sei die dynamische Expression abhängig von Therapie, Therapielinie und -art, zum anderen sei eine heterogene Expression innerhalb eines Tumors zwischen 0-100% möglich. Hinzu komme das Problem der (kleinen) Biopsie. Frost gelangt daher zu der Einschätzung: „PD-L1 ist kein idealer Biomarker.“ In diesem Zusammenhang verwies Frost auf die CheckMate-227-Studie, aus der hervorgeht, dass insbesondere PD-L1-negative Patienten mit TMB ≥ 10 profitierten (beste HR: 0,48). Mit der CheckMate-057-Studie konnte gezeigt werden, dass Patienten mit einer hohen PD-L1-Expression präferentiell auf diese Therapien ansprechen.

TMB als ergänzender Biomarker

„Studien zeigen, dass eine hohe Mutationslast mit der Wahrscheinlichkeit der Bildung tumorassoziierter Neoantigene korreliert“, so Frost. Die TMB steht allerdings nicht in Wechselwirkung zur PD-L1-Expression und ist somit ein ergänzender Biomarker. Allerdings stellt sich dabei das Problem der bislang fehlenden einheitlichen Standardisierung. Ziel muss es laut Frost daher sein, ein „comprehensive gene panel“, bestehend aus Treibermutationen, TMB und Mikrosatelliteninstabilität (MSI) zu erstellen. Aktuell werde ein Ringversuch (QUiP) zur TMB-Standardisierung und -Harmonisierung durchgeführt. Mithilfe eines Genpanels sollen verlässliche Aussagen über die TMB getroffen werden können. Es besteht die Hoffnung, dass eine solche Multi-Gen-Untersuchung nicht nur auf das NSCLC, sondern auch auf andere Entitäten, wie etwa das Maligne Melanom oder das Harnblasenkarzinom, anwendbar sein wird.

 

SM

Quelle: Symposium „Revolution in der thorakalen Onkologie: Immunonkologie von morgen“, im Rahmen des 60. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, 14.03.2019, München; Veranstalter: BMS


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