Donnerstag, 9. Juli 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

17. Mai 2018 Immunsupprimierte Patienten zu selten gegen Pneumokokken geimpft

Immunsupprimierte Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Infektionen und für daraus resultierende Komplikationen – das gilt auch für Pneumokokken. Doch trotz Empfehlung der Ständigen Impfkommission werden nur 4,4% der Patienten innerhalb von 24 Monaten nach der Diagnose der eingeschränkten Immunfunktion gegen Pneumokokken geimpft. Das hat eine aktuelle Analyse von Krankenkassendaten ergeben.
Anzeige:
Fachinformation
Der von Pfizer in Auftrag gegebenen Analyse (1) liegen die Daten von 4 Millionen Versicherten zugrunde, bei 200.000 davon wurde im Zeitraum zwischen 2011 und 2016 eine Immunschwäche neu diagnostiziert. Nur 4,4 % erhielten in den folgenden 2 Jahren eine Impfung gegen Pneumokokken. Bei den 16- bis 59-Jährigen betrug die Impfrate 1,9%, bei den über 60-Jährigen 7,1%. Die Analyse der Patienten-Subgruppen zeigte, dass 4,7% der Krebspatienten, 5,7% der chronisch Nierenkranken und 9,9% der HIV-Patienten innerhalb von 2 Jahren nach der Diagnose geimpft wurden. Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis und gleichzeitiger immunsuppressiver Therapie betrug die Impfrate 11,5%. Mehr als 9 von 10 Patienten wurden vom Hausarzt geimpft, 2,3% vom Pneumologen und je weniger als 1 % vom Rheumatologen oder Onkologen (andere rund 4%).

Wie eine Befragung von Hausärzten ergab, tauschen sich diese hinsichtlich der Therapie von immunsupprimierten Patienten durchaus mit den behandelnden Fachärzten aus. Die Themen Prävention und Impfen werden dabei jedoch nur selten besprochen. Das ist aus Sicht von Dr. Markus Frühwein, München, eine wichtige Ursache für die geringe Impfrate. Wie er auf einer Presseveranstaltung des Unternehmens Pfizer ausführte, stehen seiner Meinung nach beide Arztgruppen gleichermaßen in der Verantwortung, ihre Patienten gemäß der aktuellen STIKO-Empfehlungen zu impfen. Schwierig sei auch, dass sich gerade bei den Pneumokokken die Impfempfehlungen hinsichtlich einzelner Zielgruppen immer wieder änderten. Derzeit wird für Patienten mit Immunschwäche eine sequenzielle Impfung mit zunächst einer Impfung mit dem Konjugatimpfstoff Prevenar 13 und sodann dem 23-valenten Polysaccharidimpfstoff im Abstand von 6 bis 12 Monaten empfohlen.

Dr. Anne Benckendorff

Quelle: Pressekonferenz „Impfschutz für jedes Alter: Prävention der Meningokokken- und Pneumokokken-Infektion“ im Ramen des DGIM, Mannheim, 16.4.2018; Veranstalter: Pfizer

Literatur:

(1) Schmedt N et al. Pneumokokken-Impfraten bei immungeschwächten Patienten in Deutschland. Vortrag auf der 24. Jahrestagung der GAA (30.11.2017, Erfurt), Abstract 100


Anzeige:

Das könnte Sie auch interessieren

Studie zu Online-Programm zur Stressreduktion ausgezeichnet

Studie zu Online-Programm zur Stressreduktion ausgezeichnet
© Andrey Popov / fotolia.com

Der Reinhold-Schwarz-Förderpreis für Psychoonkologie 2018 wurde an die Psychologin Astrid Grossert-Leugger, Basel, verliehen. Die Preisträgerin erhielt die mit 2.500 € dotierte Auszeichnung für ihre Arbeit zum Thema „Web-Based Stress Management for Newly Diagnosed Patients with Cancer (STREAM): A Randomized, Wait‐List Controlled Intervention Study“. Die Preisverleihung erfolgte auf der 17. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie...

Krebsblogger geben Einblick in ihre persönliche Krankheitsgeschichte

Krebsblogger geben Einblick in ihre persönliche Krankheitsgeschichte
© TIMDAVIDCOLLECTION - stock.adobe.com

11 Krebsblogger folgten der Einladung des forschenden Pharmaunternehmens Janssen in die Deutschlandzentrale nach Neuss, um sich beim 3. gemeinsamen Workshop auszutauschen und ihre Geschichte zu erzählen. Sie sehen sich selbst als Kämpfer gegen Krebs und „Mut-Anker“ für andere. Janssen, die Pharmasparte des Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson, unterstützt dieses Engagement. 2018 und 2019 fanden bereits ein erster und ein zweiter Blogger-Workshop statt.

Livestream zum Welteierstockkrebstag am 10.05.2020

Livestream zum Welteierstockkrebstag am 10.05.2020
7activestudio / Fotolia.com

Eierstockkrebs gehört zu den am schwierigsten zu erkennenden und behandelnden Krebsarten überhaupt. Die Qualität der Behandlung gilt als wichtigster Prognosefaktor. Den Welteierstockkrebstag zum Anlass nehmend, möchte die Deutsche Stiftung für Eierstockkrebs die tabuisierte Erkrankung in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und die Aufklärung von Patientinnen verbessern. Der Welteierstockkrebs findet seit Jahren im Zentrum Berlins statt. In Zeiten der...

Gemeinsam ein Zeichen gegen Blutkrebs setzen - World Blood Cancer Day am 28. Mai

Gemeinsam ein Zeichen gegen Blutkrebs setzen - World Blood Cancer Day am 28. Mai
Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Am 28. Mai ist der World Blood Cancer Day (WBCD), der internationale Aktionstag im Kampf gegen Blutkrebs. Die DKMS stellt dazu auch in diesem Jahr Aufklärung und Information in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten. Die gemeinnützige Organisation möchte insbesondere junge Menschen nachhaltig an das lebenswichtige Thema Blutkrebs und Stammzellspende heranführen – und so künftig noch mehr Lebenschancen für betroffene Patientinnen und Patienten...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Immunsupprimierte Patienten zu selten gegen Pneumokokken geimpft"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO20 Virtual
  • Immuntherapie mit Pembrolizumab setzt sich bei verschiedenen onkologischen Indikationen weiter durch
  • mSCLC: Patienten profitieren bereits in der Erstlinie von der Ergänzung der Chemotherapie mit Pembrolizumab
  • mRCC-Erstlinientherapie: Kombination Pembrolizumab + Axitinib toppt Sunitinib auch im Langzeitverlauf
  • mRCC: Pembrolizumab + Lenvatinib zeigen vielversprechende Anti-Tumoraktivität nach Versagen einer Checkpoint-Inhibition
  • KEYNOTE-054-Studie: Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verbessert beim Melanom auch im verlängerten Follow-up das RFS
  • MSI-H CRC: Pembrolizumab verdoppelt PFS im Vergleich zur Chemotherapie
  • Rezidiviertes Ovarialkarzinom: Trend zu besserem Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei höherer PD-L1-Expression
  • r/r cHL: Pembrolizumab auf dem Weg zum Therapiestandard nach autoSCT sowie für Patienten, die keine autoSCT erhalten können
  • mCRPC: Pembrolizumab in Kombination mit Enzalutamid nach Enzalutamid-Resistenz wirksam und sicher
  • r/m HNSCC: Erstlinienbehandlung mit Pembrolizumab mono und in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie verlängert PFS2

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden