Montag, 14. Oktober 2019
Navigation öffnen

Medizin

15. Oktober 2018 Immunonkologische Behandlung solider Tumoren: Checkpoint-Inhibitoren weiter im Aufwind

Die Liste der zugelassenen Indikationsgebiete für Immuncheckpoint-Inhibitoren wie Pembrolizumab wird immer länger. Zahlreiche positive Studiendaten bei verschiedenen soliden Tumoren lassen vermuten, dass dieser Trend unvermindert weitergeht. Bei einem Satellitensymposium von MSD beim DGHO 2018 wurden aktuelle Daten zu Pembrolizumab beim Lungenkarzinom, Kopf-Hals-Tumoren und gastrointestinalen Tumoren vorgestellt.
Anzeige:
Seit Kurzem ist Pembrolizumab (KEYTRUDA®) – neben seiner Zulassung als Monotherapie beim nicht kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) – auch in Kombination mit Pemetrexed und Platin-Chemotherapie zur Erstlinienbehandlung des metastasierenden nicht-plattenepithelialen NSCLC zugelassen. Wie Prof. Dr. Hans-Georg Kopp, Stuttgart, berichtete, beruht die Zulassung auf den Daten der KEYNOTE-189-Studie, in der die Dreierkombination aus Pembrolizumab, Pemetrexed und Carboplatin gegen Pemetrexed/Carboplatin bei Patienten mit metastasiertem nicht-Plattenepithelkarzinom-NSCLC getestet wurde. Das mediane Gesamtüberleben (OS) war im Pembrolizumab-Arm noch nicht erreicht und betrug 11,3 Monate mit Chemotherapie alleine (HR=0,49; p<0,001). Der Benefit wurde in jeder PD-L1-Subgruppe mit unterschiedlichen Expressionsgraden erreicht, die Größe des Unterschieds war jedoch mit dem PD-L1-Status assoziiert.

Vergleichbare Ergebnisse, aber beim Plattenepithel-NSCLC, zeigen Interimsdaten der Phase-III-Studie KEYNOTE-407. Hier erbrachte die Hinzunahme des Checkpoint-Inhibitors zum Chemotherapie-Schema Carboplatin/(nab-)Paclitaxel ebenfalls eine signifikante OS-Verlängerung (median 15,0 v.11,3 Monate; HR=0,64; p=0,0008). Der Überlebensvorteil war – anders als beim Nicht-Plattenepithelkarzinom – weitgehend unabhängig vom Ausmaß der PD-L1-Expression der Tumoren. Für das Plattenepithelkarzinom-NSCLC liegt noch keine Zulassung für Pembrolizumab vor, so Kopp.

Die Checkpoint-Blockade ist bereits ein etabliertes Therapieprinzip bei rezidivierten oder metastasierten Kopf-Hals-Tumoren (R/M-SCCHN), erklärte Prof. Dr. Viktor Grünwald, Hannover. Pembrolizumab stelle eine neue zugelassene Option für PD-L1 exprimierende R/M-SCCHN (TPS ≥ 50%) dar.

Für die Behandlung gastrointestinaler Tumoren hat Pembrolizumab derzeit noch keine Zulassung. Für Mono- und Kombinationstherapien mit Pembrolizumab liegen aber erfolgversprechende Studiendaten für das kolorektale Karzinom (vor allem MSI-high), das hepatozelluläre Karzinom und das Magenkarzinom vor, so Prof. Dr. Ralf-Dieter Hofheinz, Mannheim.

Dr. rer nat. Claudia Schöllmann

 

Quelle: Symposium „PD-1-Therapie strategisch planen: Patienten-orientiert entscheiden“, DGHO, 30.09.2018, Wien; Veranstalter: MSD


Das könnte Sie auch interessieren

Kinder mit Leukämie – eine Herausforderung für die ganze Familie

Kinder mit Leukämie – eine Herausforderung für die ganze Familie
© Fotolia_164519107_XL_c_pingpao

Wird bei einem Kind Leukämie diagnostiziert, so hat das für die ganze Familie dramatische Veränderungen zur Folge. Neben den gesundheitlichen Sorgen, tun sich weitere Problemfelder auf: Wie kann der Alltag organisiert werden trotz hoher physischer und emotionaler Belastung? Wie lassen sich Beruf, Betreuung des kranken Kindes in der Klinik und die Fürsorge für die Geschwister vereinbaren und welche finanziellen Konsequenzen hat das? Zum Weltleukämietag am 28. Mai...

Studie zu Online-Programm zur Stressreduktion ausgezeichnet

Studie zu Online-Programm zur Stressreduktion ausgezeichnet
© Andrey Popov / fotolia.com

Der Reinhold-Schwarz-Förderpreis für Psychoonkologie 2018 wurde an die Psychologin Astrid Grossert-Leugger, Basel, verliehen. Die Preisträgerin erhielt die mit 2.500 € dotierte Auszeichnung für ihre Arbeit zum Thema „Web-Based Stress Management for Newly Diagnosed Patients with Cancer (STREAM): A Randomized, Wait‐List Controlled Intervention Study“. Die Preisverleihung erfolgte auf der 17. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie...

World Blood Cancer Day 2017: Mehr Lebenschancen durch nachhaltige Aufklärung

World Blood Cancer Day 2017: Mehr Lebenschancen durch nachhaltige Aufklärung
© DKMS gemeinnützige Gesellschaft mbH

in diesem Jahr liegt der Fokus des jährlichen World Blood Cancer Day (WBCD) am 28. Mai auf nachhaltiger Bildung rund um das Thema Blutkrebs. Darüber hinaus wird gemeinsam mit Helfern, Gruppen und Organisationen weltweit im Rahmen des jährlichen Aufmerksamkeitstags Solidarität mit Patienten demonstriert. Die DKMS appelliert: Macht alle mit! Jeder kann sich am WBCD beteiligen und so den Kampf gegen Blutkrebs voranbringen.

Darmkrebspatienten benötigen spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung

Darmkrebspatienten benötigen spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung
© Fotolia / cryonoid_media

Mit einem Pressegespräch am 19. April in Berlin nimmt EuropaColon Deutschland e. V. seine Tätigkeit als spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung von Darmkrebspatienten auf. Der neu gegründete Verein ist die deutsche Tochter der seit zwölf Jahren europaweit aktiven Patientenorganisation EuropaColon, die in 24 Ländern Europas Menschen mit Darmkrebs unterstützt und gegenüber der Gesundheitspolitik für deren Interessen eintritt. Der Verein soll Anlaufstelle...

Junge Menschen vor Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten schützen

Junge Menschen vor Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten schützen
© Jochen Schönfeld / Fotolia.com

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Impfempfehlungen zur HPV-Impfung erweitert. Während es die offizielle Empfehlung für Mädchen bereits seit dem Jahr 2007 gibt, empfiehlt sie die HPV-Impfung seit diesem Jahr auch für Jungen. Um auf die Wichtigkeit der HPV-Impfung hinzuweisen, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Informationsmaterialien entwickelt, die derzeit an die ärztlichen Praxen versendet werden und darüber...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Immunonkologische Behandlung solider Tumoren: Checkpoint-Inhibitoren weiter im Aufwind"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO 2019
  • PD-L1-positives NSCLC: Pembrolizumab-Monotherapie bei Patienten mit und ohne Hirnmetastasen vergleichbar wirksam
  • Tumormutationslast etabliert sich als prädiktiver Marker für das Ansprechen auf Pembrolizumab bei soliden Tumoren
  • Hohes und langanhaltendes Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei unterschiedlichen MSI-H-Tumoren
  • Checkpoint-Inhibition in der adjuvanten und metastasierten Situation hat für Patienten mit Melanom das Überleben neu definiert
  • Magenkarzinom/Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs: Patienten mit MSI-high-Tumoren profitieren besonders von Checkpoint-Inhibition
  • Pembrolizumab + Chemotherapie beim Plattenepithelkarzinom-NSCLC: Überlegenes OS, PFS, ORR und PFS2 gegenüber alleiniger Chemotherapie
  • Frühes TNBC: signifikant verbesserte pCR-Rate durch neoadjuvante Therapie mit Pembrolizumab + Chemotherapie
  • HNSCC: Pembrolizumab-Monotherapie und kombiniert mit Platin-basierter Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • PD-L1-positives Magenkarzinom und AEG: Vergleichbare Lebensqualität unter Pembrolizumab-Monotherapie und Chemotherapie
  • Pembrolizumab-Monotherapie beim vorbehandelten mTNBC: Klarer Trend zu verbessertem Überleben mit zunehmender PD-L1-Expression