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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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15. Juni 2018

ITP: Dosisreduktion der Therapie mit TPO-RA anstreben – Absetzen ist für manche Patienten möglich

Eine Option zur Zweitlinientherapie der Immunthrombozytopenie (ITP) sind Thrombopoetin-Rezeptor-Agonisten (TPO-RA). Langzeitdaten zeigen, dass das Ansprechen auf diese Therapie bei vielen Patienten anhält. Dann kann die Dosis schrittweise reduziert oder in einigen Fällen sogar ganz abgesetzt werden, berichtete Nicola Cooper, London, anlässlich eines Satellitensymposiums im Rahmen des 23. Kongresses der European Hematology Association (EHA) in Stockholm.
In der EXTEND-Studie konnten mit der Langzeittherapie mit Eltrombopag über mehr als 6 Monate Thrombozytenzahlen von 50 × 109/l und mehr anhaltend aufrechterhalten und Blutungsereignisse des Grads 3 oder 4 reduziert werden (1). Das bestätigte sich laut Cooper auch in mehreren europäischen Kohorten im klinischen Alltag. Dabei sind unerwünschte Ereignisse wie Thrombose, erhöhte Leberenzymwerte und fibrotische Veränderungen im Knochenmark selten und machten häufig kein Absetzen nötig (1).

Bei stabilen Thrombozytenzahlen über 50 × 109/l kann eine Reduktion der Dosis versucht werden, beispielsweise von 75 mg/Tag auf 50 mg/Tag und – wenn das Ansprechen anhält – auf 50 mg alle zwei Tage. In einer prospektiven Studie konnten 31% der Patienten innerhalb von 2 Jahren die Therapie nach einer Dosisanpassung alle 4 Wochen sogar ganz absetzen, 8 von 10 dieser Patienten benötigten noch nach mehr als einem Jahr keine Therapie, sie wiesen weiter stabile Thrombozytenzahlen über 50 × 109/l auf (2). Cooper betonte, dass einige Patienten selbst noch nach Jahren die Therapie absetzen können. Sie empfiehlt bei stabilem Ansprechen zumindest die niedrigste notwendige Dosis Eltrombopag für den Erhalt von Thrombozytenzahlen von über 50 × 109/l anzustreben.

In einer retrospektiven Studie von 220 erwachsenen Patienten mit primärer ITP in Spanien zeigte sich ein vergleichbar gutes Ansprechen auf Eltrombopag bei Patienten mit akuter wie bei chronischer ITP – laut Cooper eine besondere Eigenschaft von Eltrombopag. Auch hier blieben bei einem Teil der Patienten nach Dosisreduktion und Absetzen nach im Median 6 Monaten die Thrombozytenzahlen stabil. War eine erneute Therapie notwendig, sprachen die meisten Patienten wieder auf Eltrombopag an (3).

Die Retikulin-Deposition im Knochenmark sollte unter Therapie mit TPO-RA kontrolliert werden, bei myelofibrotischen Veränderungen muss die Therapie beendet werden. In einer prospektiven Studie trat aber laut Cooper über 2 Jahre Therapie mit Eltrombopag kein klinisch relevanter Progress auf (4). Sie selbst empfiehlt Patienten vor Therapie eine Knochenmarkuntersuchung, um sicherzugehen, dass das Knochenmark zu Beginn ohne Befund ist.

FK
 
Quelle: Satellite Symposium: Contemporary issues in the management of thrombocytopenia in ITP and AA: Focus on TPO-RAs. 23. Kongress der European Hematology Association (EHA 2018), Stockholm, 14. Juni 2018. Unterstützt von: Novartis
Literatur:

(1) Wong RSM, Saleh MN, Khelif A et al. Safety and efficacy of long-term treatment of chronic/persistent ITP with eltrombopag: final results of the EXTEND study. Blood 2017; 130(23): 2527-2536
(2) Bussel JB, Mahmud SN, Brigstocke SL et al. Tapering eltrombopag in patients with chronic ITP: How successful is this and in whom does it work? Blood 2015; 126: Abstract 1054
(3) González-López TJ, Fernández-Fuertes F, Hernández-Rivas JA et al. Efficacy and safety of eltrombopag in persistent and newly diagnosed ITP in clinical practice. Int J Hematol 2017; 106(4): 508-516
(4) Brynes RK, Wong RS, Thein MM et al. A 2-year, longitudinal, prospective study of the effects of eltrombopag on bone marrow in patients with chronic immune thrombocytopenia. Acta Haematol 2017; 137(2): 66-72
 
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