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Medizin

10. Oktober 2019 IMvigor130: Kombination aus Immun- und Chemotherapie in der Erstlinie beim metastasierten Urothelkarzinom

Das progressionsfreie Überleben (PFS) von Patienten mit metastasiertem Urothelkarzinom war verlängert, wenn sie in der Erstlinie mit einer Immun- und einer Chemotherapie anstatt nur mit Chemotherapie behandelt wurden, so die Ergebnisse der IMvigor130-Studie.
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Bisher stellte die Platin-basierte Chemotherapie beim metastasierten Urothelkarzinom den Standard in der Erstlinientherapie dar. Immuntherapien wie die PD-L1-Inhibitoren Atezolizumab oder Pembrolizumab sind bisher in dieser Indikation nur in späteren Therapielinien zugelassen, oder wenn die Patienten für Platin nicht in Frage kommen bzw. nicht darauf ansprechen. In der IMvigor130-Studie wurde nun erstmals untersucht, ob eine Kombination aus Platin-basierter Chemotherapie mit einer Immuntherapie bereits in der Erstlinie Vorteile für die Patienten bringt.

In die IMvigor130-Studie wurden 1.213 Patienten mit metastasiertem Urothelkarzinom in 1:1:1 in die folgenden 3 Arme randomisiert: Atezolizumab + Platin-basierte Chemotherapie (Arm A), Atezolizumab allein (Arm B) oder Placebo + Platin-basierte Chemotherapie (Arm C). Im Vergleich zur Chemotherapie alleine konnte die Kombination aus Atezolizumab und Platin-basierter Chemotherapie die mediane Zeit bis zur Progression von metastasierten Tumoren um 2 Monate verlängern: Nach einem medianen Follow-up von 11,8 Monaten betrug das mediane PFS 8,2 Monate in Arm A und 6,3 Monate in Arm C (HR=0,82; 95%-KI: 0,70-0,96; p=0,007). Dies entspricht einem um 18% reduzierten Progressionsrisiko im Immun-/Chemo-Kombinationsarm. Eine Zwischenanalyse zum Gesamtüberleben (OS) ergab ein OS von 16,0 Monaten in Arm A im Vergleich zu 13,4 Monaten in Arm C (HR=0,83; 95%-KI: 0,69-1,00; p=0,027). Dieser Vorteil im OS durch die Kombinationsbehandlung erreichte aber keine statistische Signifikanz. Die objektiven Ansprechraten betrugen 47% (Arm A), 23% (Arm B) und 44% (Arm C). Die Raten an komplettem Ansprechen betrugen 13%, 6% und 7%. Die unerwünschten Nebenwirkungen (AEs) der Kombination waren konsistent mit denen aus Studien bei anderen soliden Tumoren. AEs, die zu einem Behandlungsabbruch führten, traten in 34%, 6% und 34% der Patienten in den Armen A, B und C auf.
(übers. v. sk)
 

Quelle: ESMO 2019

Literatur:

Grande E, et al., ESMO 2019, Abstract LBA14_PR


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