Montag, 25. März 2019
Navigation öffnen

Medizin

08. Juni 2018 IMPACT-Studie: Zielgerichtete Therapie bei refraktären soliden Tumoren

Die IMPACT-Studie untersuchte den Einfluss von zielgerichteten Therapien sowie das Langzeit-Follow-up von Patienten mit refraktären Krebserkrankungen auf Grundlage von Phase-I-Studien. Hierbei wurden Patienten unter einer auf ihr molekulares Profil abgestimmten zielgerichteten Therapie (MTT) und Patienten mit nicht-abgestimmter zielgerichteter Therapie (NMT) verglichen. Mit einer abgestimmten zielgerichteten Therapie mit RET- und MEK/RAF-Inhibitoren war das Outcome überlegen: 10,4% der Patienten der MTT-Gruppe waren nach 38 Monaten noch am Leben vs. 4% in der NMT-Gruppe. Das Gesamtüberleben (OS) erreichte in der MTT-Gruppe nach 38 Monaten ein Plateau. Molekulare Alterationen im PI3K-Signalweg waren im Vergleich zu anderen Alterationen prädiktiv für ein kürzeres OS.
Anzeige:
Von 3.743 Patienten, die getestet wurden, hatten 1.307 ≥ 1 Alteration und erhielten eine Therapie (MTT: 711, NMT: 596): Das medianes Alter lag bei 57 Jahren, etwa 39% waren Männer. Die mediane Anzahl von vorangegangen Therapien lag bei 4. Die häufigsten Tumoren in der Studie waren gastrointestinale (24,2%), gynäkologische (19,4%), Brust (13,5%), Melanom (11,9%) und Lunge (8,7%).

Zielgerichtete Therapien gegen MEK/RAF- und RET-Signalwege korrelierten mit höheren Raten kompletter Remission/partieller Remission/stabiler Erkrankung ≥ 6 Monate, progressionsfreiem Überleben und OS im Vergleich zu anderen zielgerichteten Signalwegen, wie z.B. PI3K-Signalweg, Tyrosinkinase-Signalwege, Hormongesteuerte-Signalwege u.v.m. (alle p-Werte < 0,001). Ein Plateau im OS wurde nach 38 Monaten erreicht: 74 von 711 Patienten (10,4%) bei MTT (max. 10,7 Jahre) vs. 24 von 596 Patienten (4%) in der NMT-Gruppe (max. 6 Jahre) waren am Leben (p < 0,0001).

Prognostische Faktoren

In der MTT-Gruppe waren folgende Faktoren ausschlaggebend für ein längeres PFS: Keine Alteration im PI3K-Signalweg (p<0,001), keine Lebermetastasen (p<0,001), ECOG-Performance-Status (PS) < 2 (p=0,006), normale LDH- (p<0,001) und Albumin-Werte (p=0,01) sowie keine Monotherapie (p=0,02). Faktoren, die ein längeres OS vorhersagten, waren: Keine Alteration im PI3K-Signalweg (p<0,001), keine Lebermetastasen (p<0,001), PS <2 (p<0,001), normales LDH (p<0,001) und Albumin (p=0,001) sowie normale PLT-Werte (p=0,03).

Übers. v. jp

Quelle: ASCO 2018

Literatur:

Tsimberidou AM et al. ASCO 04.06.2018, Abstract LBA2553


Das könnte Sie auch interessieren

Junge Menschen vor Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten schützen

Junge Menschen vor Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten schützen
© Jochen Schönfeld / Fotolia.com

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Impfempfehlungen zur HPV-Impfung erweitert. Während es die offizielle Empfehlung für Mädchen bereits seit dem Jahr 2007 gibt, empfiehlt sie die HPV-Impfung seit diesem Jahr auch für Jungen. Um auf die Wichtigkeit der HPV-Impfung hinzuweisen, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Informationsmaterialien entwickelt, die derzeit an die ärztlichen Praxen versendet werden und darüber...

Krebstherapie-Nebenwirkungen wirksam bekämpfen, Patienten unterstützen – Bundesweit gültige Leitlinie verabschiedet

Krebstherapie-Nebenwirkungen wirksam bekämpfen, Patienten unterstützen – Bundesweit gültige Leitlinie verabschiedet
© vitanovski / Fotolia.com

Etwa eine halbe Millionen Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Krebs. Für viele ist die Behandlung mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden, die die Lebensqualität der Patienten deutlich beeinträchtigen. Doch längst gibt es wirksame Therapien, um Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen besser in den Griff zu bekommen. Die so genannten unterstützenden oder Supportiven Therapien haben in den vergangenen Jahren eine enorme Entwicklung genommen.

Krebs und Sexualität - ein doppeltes Tabu

Krebs und Sexualität - ein doppeltes Tabu
© Expensive / fotolia.com

Eine Krebserkrankung hinterlässt Spuren, körperliche und seelische. Für Patientinnen ist es manchmal schwer, über ihre Empfindungen und Ängste zu sprechen. Umso belastender kann es sein, die mit der Krankheit häufig einhergehende Beeinträchtigung der Sexualität in Worte zu fassen. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet Unterstützung an – auch bei Fragen, die viele als heikel empfinden.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"IMPACT-Studie: Zielgerichtete Therapie bei refraktären soliden Tumoren "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.