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Medizin

06. Juni 2019 Hirnmetastasen: Verkürzte Behandlungszeit durch neue Hochpräzisionsbestrahlung

In Ulm werden seit April 2019 Patienten mit Hirnmetastasen mit einer hochpräzisen radiochirurgischen Technik bestrahlt. Die Vorteile für die Patienten: Die Behandlung ist erheblich schneller und kann auch bei mehreren Tumor-Herden, statt wie bisher bei einzelnen Absiedlungen, eingesetzt werden. Zudem ist die Methode genauso effektiv und präzise wie bisherige Verfahren. Die ersten 10 Patienten wurden bereits mit der neuen Technologie bestrahlt.
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„HyperArc“ ermöglicht Bestrahlung einzelner Metastasen 

Viele Patienten mit bösartigen Erkrankungen erhalten im Lauf ihrer Erkrankung die Diagnose einer Hirnmetastasierung. Dies ist immer mit einer schlechten Prognose verbunden. Während früher meistens eine 2-wöchige Strahlentherapie des gesamten Gehirns erforderlich war, wird heute zunehmend eine Bestrahlung der einzelnen Metastasen mit hohen Dosen an wenigen Behandlungstagen durchgeführt. Die neue Behandlungstechnik heißt „HyperArc“. Das Universitätsklinikum Ulm ist im deutschsprachigen Raum die zweite Klinik, die diese Präzisionstechnologie anbietet. Der „HyperArc“ ist in den neuen, gerade in Betrieb genommenen Linearbeschleuniger der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Ulm integriert.

Schonung gesunden Gewebes

Prof. Dr. Thomas Wiegel, Ulm, erläutert die Vorteile dieser neuen Technologie: „Im Gegensatz zu bisherigen Systemen, bei denen Patienten etwa eine Stunde auf der Bestrahlungsliege verbringen mussten, wird durch eine vollautomatisierte Abfolge der einzelnen Bestrahlungsschritte eine deutliche Verkürzung der Behandlungszeit erreicht.“ So könnten innerhalb von Minuten einzelne, aber auch mehrere Hirnmetastasen mit hohen Dosen effektiv behandelt werden. „Gegenüber herkömmlichen Systemen kann aufgrund des sehr steilen Dosisabfalls das gesunde Gewebe in der Umgebung der Metastasen besser geschont werden“, führt Wiegel aus.

Mehr Patientenkomfort

Die Patientenlagerung und die Strahlapplikation würden dabei kontinuierlich durch eine aufeinander abgestimmte Kombination von Kontroll- und Sicherheitssystemen überprüft. Bisher musste vor einer hochpräzisen Strahlentherapie der Kopf des Patienten in einer Maske vollständig fixiert werden, damit dieser während der Behandlung nicht bewegt werden konnte. Das neue System verwendet ein thermoplastisches Maskenmaterial mit einer Aussparung im Augen- und Nasenbereich, ist also für die Patienten wesentlich komfortabler.

Sehr präzise Patientenlagerung durch Oberflächenabtastungssystem

„Ein Oberflächenabtastungssystem hilft, die Patientenlagerung millimetergenau zu überprüfen“, schildert Wiegel. Diese Methode könne bei Hirnmetastasen, aber auch bei gutartigen Tumoren des Gehirns eingesetzt werden. „Das Ziel ist, modernste Technik zu nutzen, um bei gleicher Effektivität der Behandlung Nebenwirkungsrisiken zu reduzieren, aber gerade auch die Lebensqualität der Betroffenen durch eine deutlich verkürzte Behandlungszeit zu verbessern und damit weit verbreitete Ängste vor diesen Therapieformen abzubauen“, sagt Wiegel. 50-70 Patienten werden jährlich im Universitätsklinikum Ulm mit der neuen Technologie bestrahlt werden.  

Quelle: Universitätsklinikum Ulm


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