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Medizin

21. Juni 2018 HPV-Impfung für Jungen – Entscheidung zu Kostenübernahme steht aus

Auch Jungen zwischen 9 und 14 Jahren sollen künftig vorbeugend gegen krebsauslösende Papillomviren geimpft werden. Bis zur Umsetzung der entsprechenden Empfehlung wird es noch dauern – zumindest einige Krankenkassen zahlen den Schutz aber schon jetzt.
In Deutschland wird künftig auch Jungen eine Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) empfohlen. Sie kann Mädchen und Frauen vor Gebärmutterhalskrebs schützen, aber auch andere Krankheiten verhindern. Rund zwei Wochen nach einem entsprechenden Beschluss der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin gibt es allerdings noch keine einheitliche Regelung zur Frage der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen.

Bisher empfiehlt die Stiko die Impfung für Mädchen von 9 bis 14 Jahren, künftig auch für Jungen gleichen Alters. Einzelne Krankenkassen teilten mit, dass sie die Impfkosten für Jungen ab sofort übernehmen, obwohl es bis zu einem rechtswirksamen Beschluss noch dauern wird. Die Stiko-Empfehlung tritt erst im August offiziell in Kraft. Danach hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) 3 Monate Zeit, um über die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen zu entscheiden. Darauf verwies der GKV-Spitzenverband auf Anfrage. Der G-BA legt fest, welche Leistungen von den gesetzlichen Krankenversicherungen erstattet werden und folgt dabei in der Regel den Empfehlungen der Stiko.

Es gibt eine Vielzahl von HP-Viren, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Ist das Immunsystem intakt, bekämpft es sie in der Regel erfolgreich. Gelingt das nicht, kann sich aus der Infektion Krebs entwickeln. Laut RKI trifft das rund 6.200 Frauen und 1.600 Männer jährlich. Am häufigsten ist Gebärmutterhalskrebs. Aber bei beiden Geschlechtern können auch etwa die Genitalien betroffen sein.

Die vom RKI als "sehr sicher" bewertete Impfung wird vor dem ersten Sex empfohlen - für Mädchen seit 2007. Bisher hat sie sich allerdings nicht breit durchgesetzt. 2015 waren nur knapp 45% der 17-jährigen Mädchen komplett mehrfach geimpft. Die Impfempfehlung auch für Jungen bewerteten Urologie-Verbände als überfällig.

Eine umfassende Studie zeigte kürzlich, dass die HPV-Impfung junge Frauen wirksam vor Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs schützt. Außerdem fanden sich keine Hinweise dafür, dass die Impfung schwere Nebenwirkungen hat oder das Risiko für Fehlgeburten erhöht.

Quelle: dpa


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