Sonntag, 29. März 2020
Navigation öffnen

Medizin

11. März 2019 HPV: Große Wissenslücken in der deutschen Bevölkerung

Eine große Marktforschungsstudie* in 10 europäischen Ländern, inklusive der Schweiz ergab, dass etwa ein Drittel der Befragten noch nie etwas über HPV gehört hat und nur wenige wissen, dass eine HPV-Infektion Krebs verursachen kann. Dabei traten große Wissensunterschiede in den einzelnen Ländern zutage. Am besten Bescheid wussten die Befragten in den südeuropäischen Ländern, während Deutschland das Schlusslicht bildete.
Die meisten sexuell aktiven Menschen infizieren sich mindestens einmal mit HPV. Meist heilt die HPV-Infektion von alleine ab, schätzungsweise 10-11% sind chronische Träger, erklärte Dr. Xavier Bosch, Barcelona. Papilloma-Viren können an Krebsarten wie Gebärmutterhalskrebs, Peniskrebs oder Kopf-Hals-Tumoren beteiligt sein. Die jährliche Inzidenzrate des Zervix-Karzinoms beispielsweise liegt in Europa bei 11,4/100.000 Frauen.
Anlässlich des HPV-Awareness-Tages am 4.3.2019 hat MSD Sharp & Dohme eine Umfrage in Europa in Auftrag gegeben und rund 15.000 Personen im Alter von 16 bis 60 Jahren nach deren Kenntnis über HPV befragen lassen. Durchgeführt wurde die Befragung zwischen dem 7. und 21. Januar 2019 in 10 europäischen Ländern, einschließlich der Schweiz, in denen eine HPV-Impfung empfohlen wird.

Südeuropäer besser informiert

Insgesamt wussten 62% der Befragten über HPV Bescheid (72% der Frauen, 53% der Männer), berichtete Helen Cox vom Marktforschungsinstitut Ipsos. Das bedeutet, dass mehr als ein Drittel noch nie etwas über HPV gehört hatte. Am besten Bescheid wussten die Befragten in Italien (87%), Portugal (82%) und Spanien (70%). Das Schlusslicht bildete Deutschland mit nur 40%. Insgesamt waren sich 55% der Frauen und 37% der Männer darüber bewusst, dass HPV Krebs verursachen kann. Auch darüber wussten wiederum die Befragten in Italien, Portugal und Spanien besser Bescheid (62%, 59% und 58%); in Deutschland waren es lediglich 32% der Befragten.

Insgesamt geringer Kenntnisstand zu HPV

Obwohl sich mehr als 75% zu irgendeinem Zeitpunkt in ihrem Leben mit HPV infizieren, glaubten nur 11% der Frauen und 4% der Männer, dass es sich um eine sehr häufige oder extrem häufige Infektion handle. 34% der Befragten glaubten, dass die HPV-Infektion selten ist. In dieser Hinsicht gab es zwischen den einzelnen Ländern keine großen Unterschiede. Nur 2% der Männer und 2% der Frauen glaubten, dass sie sich einmal sehr wahrscheinlich mit HPV infiziert hätten, 49% der Befragten dachten hingegen, dass dies unmöglich oder unwahrscheinlich sei. Nur 17% der Befragten glaubten, dass das Risiko einer Übertragung von HPV bei Männern und Frauen gleich hoch sei, und nur 31%, dass HPV auch bei Männern Krebs verursachen könne, was wiederum den geringen Kenntnisstand über HPV unterstreicht.


*EU HPV Consumer Awareness Study

AS

Quelle: Live Webcast & Interaktive Q&A Session. 4. März 2019.


Das könnte Sie auch interessieren

Dem hellen Hautkrebs keine Chance

Mit Einführung des gesetzlichen Hautkrebs-Screenings Mitte 2008 sind die Zahlen der diagnostizierten Fälle sprunghaft angestiegen: Pro Jahr wird hierzulande bei inzwischen rund 18.000 Menschen schwarzer und bei mehr als 140.000 Menschen heller Hautkrebs neu festgestellt. Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft ist die Erkrankung "Hautkrebs"zwar für mehr als die Hälfte der Befragten ein besorgniserregendes Thema, doch...

Der lange Weg bis zur Zulassung eines Arzneimittels

Die Zulassung eines neuen Arzneimittels und die Erweiterung der Indikation eines bereits zugelassenen Arzneimittels sind streng geregelt. Die europäische oder deutsche Zulassungsbehörde fordert den Nachweis von Wirksamkeit und Unbedenklichkeit, wofür das Arzneimittel verschiedene Phasen der klinischen Prüfung durchlaufen muss. Wie die Arzneimittelprüfung durchzuführen ist, legt das Arzneimittelgesetz (AMG) von 1976 fest, das zuletzt durch die 15. Novelle von...

Aktionswoche zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs

Aktionswoche zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs
© Merck Serono

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat heute bekannt gegeben, dass es sich auch in diesem Jahr an der Aktionswoche zu Kopf-Hals-Krebs beteiligt. Diese wird zum vierten Mal von der Europäischen Kopf-Hals-Gesellschaft (engl.: European Head and Neck Society, EHNS) initiiert und findet vom 19. bis 23. September 2016 statt. Im Rahmen der europaweiten Aktivitäten veranstalten mehrere deutsche Kliniken und Kopf-Hals-Zentren Patiententage und bieten...

Seltene Krebsarten – Stiefkind der Krebsforschung?

Seltene Krebsarten – Stiefkind der Krebsforschung?
© Darren Baker / Fotolia.com

Eine seltene Krebsart bringt nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte an ihre Grenzen. Dabei sind seltene Krebsarten gar nicht so selten wie die Bezeichnung vermuten lässt. Rund 100.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an einer solchen Krebserkrankung. Im aktuellen Monatsthema stellt das ONKO-Internetportal die wichtigsten seltenen Krebsarten, die damit verbundenen Herausforderungen bei der Therapie sowie Initiativen für betroffene Patienten vor.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"HPV: Große Wissenslücken in der deutschen Bevölkerung "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden