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Medizin

22. März 2018 HER2-positives Mammakarzinom: AGO empfiehlt Pertuzumab mit einem Plus für die adjuvante Therapie

Die Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie (AGO Kommission Mamma) bewertet Pertuzumab (Perjeta®) und Trastuzumab (Herceptin®) für die adjuvante Behandlung von Patientinnen mit HER2-positivem Mammakarzinom und positivem Nodalstatus oder negativem Hormonrezeptorstatus bereits vor der europäischen Zulassung mit einem Plus (+) (1). Zudem nimmt die AGO auch Stellung zur Therapiesequenz beim frühen Mammakarzinom: Nach neoadjuvanter Therapie wird die Komplettierung der Perjeta®-Therapie nach der Operation bei diesen Patientinnen ebenfalls mit einem Plus „+“ empfohlen. Grundlage für die Empfehlung sind die Resultate der Studie APHINITY: Bei Patientinnen mit hohem Rückfallrisiko konnte das Risiko für Rezidiv oder Tod durch die Hinzunahme von Pertuzumab zu Herceptin® plus Chemotherapie um nahezu 25% reduziert werden (2). Zudem empfiehlt die AGO erstmals die Nutzung eines umfassenden Tumorprofilings für Studien mit FoundationOne® – einem Service zur Unterstützung der Therapieentscheidung von Ärzten (1).
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Patientinnen mit nodal-positivem oder Hormonrezeptor-negativem HER2-positiven primären Mammakarzinom haben ein erhöhtes Risiko für einen Krankheitsrückfall (3-5). Die Primäranalyse der APHINITY-Studie belegt, dass insbesondere diese Patientinnen von der zusätzlichen Behandlung mit Pertuzumab profitieren: Unter der doppelten Antikörper-Blockade war das Risiko für Rezidiv oder Tod nach einem medianen Follow-up von 45,4 Monaten gegenüber der alleinigen Behandlung mit Trastuzumab plus Chemotherapie bei Patientinnen mit nodal-positiver Erkrankung um 23% (invasives krankheitsfreies Überleben (iDFS): 92,0 vs. 90,2%; HR=0,77; p=0,019) und bei Patientinnen mit Hormonrezeptor-negativer Erkrankung um 24% (iDFS: 92,8 vs. 91,2%; HR=0,76; p=0,085) reduziert (2). Im Dezember 2017 hat die US-Zulassungsbehörde FDA das Pertuzumab-Regime für die adjuvante Therapie von Patientinnen mit HER2-positivem Mammakarzinom und erhöhtem Rezidivrisiko zugelassen. Die Zulassung in der europäischen Union wird im Sommer 2018 erwartet. Die AGO bestätigt mit ihren neuen Empfehlungen schon jetzt den hohen Stellenwert der zukünftigen Therapieoption für insgesamt 18 Zyklen (1 Jahr) unabhängig vom Zeitpunkt der Operation.
 
FoundationOne: Entscheidungshilfe für zielgerichtete Therapien


Eine zielgerichtete Behandlung von Krebspatienten mit seltenen oder fortgeschrittenen Tumoren ist aufgrund der Heterogenität der Erkrankungen komplex. Umfassende Tumorprofilings können molekulare Veränderungen identifizieren, die sich als Ansatzpunkt für zielgerichtete Therapien eignen. So können sie behandelnde Ärzte bei der Therapiewahl unterstützen. Der validierte Service FoundationOne (6) sequenziert Tumoren auf 315 krebsassoziierte Gene und bestimmt zudem die Tumormutationslast sowie die Mikrosatelliteninstabilität. Ein Team aus Bioinformatikern fasst in einem Bericht alle gefundenen Mutationen zusammen und listet dazu passende zielgerichtete Therapiemöglichkeiten sowie laufende Studien auf. Die AGO unterstützt in ihren Leitlinien nun die Teilnahme an Studien mit diesem Service (1).

Quelle: Roche

Literatur:

(1) AGO Kommission Mamma; Diagnostik und Therapie von Patientinnen mit primärem und metastasiertem Brustkrebs; Empfehlungen  2018. www.ago-online.de
(2) von Minckwitz G et al. N Engl J Med 2017; 377(2): 122-31
(3) Cameron D et al. Lancet 2017, 389: 1195-1205
(4) Slamon D et al. SABCS 2015 (Abstract S5-04)
(5) Romond EH et al. SABCS 2012 (Abstract S5-5)
(6) Frampton GM et al. Nat Biotechnol 2013; 31(11): 1023-31
 


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