Dienstag, 18. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

04. September 2018 HAVEN 3-Studie: Emicizumab Faktor VIII-Präparaten auch bei Patienten mit Hämophilie A ohne Inhibitoren überlegen

Seit Februar 2018 ist Hemlibra®▼ (Emicizumab) zur Blutungsprophylaxe von Patienten mit Hämophilie A und Inhibitoren zugelassen (alle Altersgruppen). Die Ergebnisse der HAVEN 3-Studie zeigen, dass der bispezifische monoklonale Antikörper das Potenzial hat, auch eine grundlegende Veränderung in der Behandlung von Hämophilie A-Patienten ohne Inhibitoren einzuleiten: Die im New England Journal of Medicine publizierte randomisierte Studie (1) hat für Hämophilie A-Patienten ohne Inhibitoren für Emicizumab bei lediglich 1x wöchentlicher bzw. zweiwöchentlicher subkutaner Injektion einen hoch effizienten Blutungsschutz nachgewiesen. „Hemlibra ist das erste Medikament, das gegenüber der Standardprophylaxe mit einem Faktor VIII-Konzentrat eine signifikante Reduktion der Blutungsraten bei Menschen mit Hämophilie A ohne Inhibitoren gegen Faktor VIII nachweisen konnte“, sagte Erstautor der Publikation Prof. Dr. Johnny Mahlangu, Universität Johannesburg, Südafrika.
Anzeige:
In der HAVEN 3-Studie reduzierte Emicizumab die auf ein Jahr bezogene Rate behandlungsbedürftiger Blutungen (annualized bleeding rate, ABR) gegenüber einer Vergleichsgruppe ohne Prophylaxe signifikant, und zwar um 96% bei wöchentlicher Prophylaxe (1,5 mg/kg; p<0,0001) und um 97% bei zweiwöchentlicher Prophylaxe (3 mg/kg; p<0,0001) (2). Bei 55,6% (wöchentliche Prophylaxe) bzw. 60% (zweiwöchentliche Prophylaxe) der Patienten im Alter von mind. 12 Jahren war im Beobachtungszeitraum kein behandlungsbedürftiges Blutungsereignis aufgetreten. Dies war im Studienarm ohne Prophylaxe bei keinem Patienten der Fall (2). Den Vorteil gegenüber der FVIII-Prophylaxe zeigte ein intraindividueller Vergleich: Nach Umstellung der Standard-Prophylaxe auf Emicizumab hatten Studienteilnehmer eine um 68% signifikant geringere ABR (p<0,0001) (2).

Der bispezifische monoklonale Antikörper erwies sich als gut verträglich. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat Emicizumab im Mai 2018 als Therapiedurchbruch zur Routine-Prophylaxe von Hämophilie A-Patienten ohne Inhibitoren gegen Gerinnungsfaktor FVIII eingestuft. Bei der Europäischen Arzneimittelbehörde wurde der Zulassungsantrag für diese Indikation gestellt.

▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Bitte melden Sie Nebenwirkungen an die Roche Pharma AG (grenzach.drug_safety@roche.com oder Fax +49 7624/14-3183) oder an das Paul-Ehrlich-Institut (www.pei.de oder Fax: +49 6103/77-1234).

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Mahlangu J, Oldenburg J, Paz-Priel I et al. Emicizumab Prophylaxis in Patients Who Have Hemophilia A without Inhibitors. N Engl J Med 2018;379:811-822. doi:10.1056/NEJMoa1803550.
(2) Mahlangu J et al. World Feration of Hemophilia World Congress 2018, Abstract 854


Das könnte Sie auch interessieren

Was verstehen Ärzte unter „Therapielinien“?

Die Behandlung von Krebs richtet sich nach Art und Stadium der Erkrankung sowie dem individuellen Befinden des Patienten. Neben der Operation und der Strahlentherapie ist die medikamentöse Therapie eine wichtige Option. Wann welche Maßnahmen zum Einsatz kommen sollten, wird in ärztlichen Leitlinien festgehalten. Welche Medikamente zu welchem Zeitpunkt am wirksamsten und verträglichsten sind, wird zuvor in klinischen Studien untersucht. Basierend auf den Ergebnissen...

Diagnose Krebs: Wer hilft bei hoher psychischer Belastung?

Diagnose Krebs: Wer hilft bei hoher psychischer Belastung?
© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

„Sie haben Krebs“ – kaum ein Betroffener wird diesen Satz je vergessen. Von jetzt auf gleich gerät das Leben aus den Fugen. Fragen, Ängste, Traurigkeit, Wut – alles wirbelt durcheinander. Auch die Zeit der Behandlung bis hin zur Nachsorge bringt Belastungen mit sich, die Betroffene an ihre Grenzen bringen können. Nimmt die psychische Belastung überhand oder dauert sie lange an, kann psychotherapeutische Hilfe sinnvoll sein. Der...

Krebstherapie-Nebenwirkungen wirksam bekämpfen, Patienten unterstützen – Bundesweit gültige Leitlinie verabschiedet

Krebstherapie-Nebenwirkungen wirksam bekämpfen, Patienten unterstützen – Bundesweit gültige Leitlinie verabschiedet
© vitanovski / Fotolia.com

Etwa eine halbe Millionen Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Krebs. Für viele ist die Behandlung mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden, die die Lebensqualität der Patienten deutlich beeinträchtigen. Doch längst gibt es wirksame Therapien, um Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen besser in den Griff zu bekommen. Die so genannten unterstützenden oder Supportiven Therapien haben in den vergangenen Jahren eine enorme Entwicklung genommen.

Heller Hautkrebs: Signalweg entschlüsselt

Beim Hautkrebs gibt es verschiedene Krankheitsformen: Mit Abstand am häufigsten ist dabei das so genannte Basalzellkarzinom, eine Form von hellem Hautkrebs, bei der sich der Tumor von seinem Entstehungsort in der Haut langsam aber stetig ausbreitet. Zwar bildet das Basalzellkarzinom im Allgemeinen keine Tochtergeschwülste (Metastasen), der Tumor sollte jedoch so früh wie möglich behandelt werden, da er ansonsten das umgebende Gewebe zerstören und sogar Muskeln...

Gebärmutterhalskrebs verhindern

Gebärmutterhalskrebs verhindern
© farland9 / Fotolia.com

Gebärmutterhalskrebs kann durch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) ausgelöst werden. Papillomviren sind die häufigsten sexuell übertragenen Viren, mit denen sich rund 80 Prozent der Frauen in Deutschland im Laufe ihres Lebens infizieren. In der Regel erkennt das Immunsystem die Infektion, so dass diese meistens innerhalb von zirka 24 Monaten unbemerkt ausheilt. Ein Interview mit Prof. Dr. med. Gerd-Henrik Griesser, Facharzt für Pathologie in Köln,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"HAVEN 3-Studie: Emicizumab Faktor VIII-Präparaten auch bei Patienten mit Hämophilie A ohne Inhibitoren überlegen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren