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Medizin

23. November 2017 Glioblastom: Studie zeigt signifikanten Überlebensvorteil unter Kombinationschemotherapie

Mit einem medianen Gesamtüberleben von 14,6 Monaten zählt das Glioblastom zu einem der aggressivsten Tumoren. Trotz zahlreicher Forschungsbemühungen konnte in den vergangenen Jahren keine signifikante Verbesserung der infausten Prognose erzielt werden. Umso bemerkenswerter sind die Daten der NOA-09/CeTeG-Studie, bei der im experimentellen Arm für eine Subgruppe des Glioblastoms ein medianes Gesamtüberleben von 37,9 Monaten gezeigt werden konnte. Die Studienleiter wurden für ihre Arbeit mit dem Adult Clinical Research Award ausgezeichnet.
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Die CeTeG-Studie der Neuroonkologischen Arbeitsgemeinschaft (NOA) randomisierte 141 Patienten mit neudiagnostiziertem Glioblastom mit methyliertem MGMT-Promotor 1:1 entweder in den Standardarm (zusammen mit RT beginnende konkomitante Temozolomid-Gabe (75 mg/m2 täglich), gefolgt von sechs 28-Tage-Zyklen adjuvante Temozolomid-Gabe (150–200 mg/m2 Tag 1-5)) oder den experimentellen Arm mit dem zusätzlichen Nitrosoharnstoff CCNU (zusammen mit RT beginnende sechs 42-Tage-Zyklen kombinierte CCNU- und TMZ-Gabe (CCNU 100 mg/m2 Tag 1, TMZ 100 mg/m2 Tag 2-6)). Beide Arme umfassten eine Standard-Radiotherapie des Tumorvolumens (30 x 2 Gy) über sechs Wochen. Primärer Endpunkt dieser multizentrischen Phase-III-Studie war das Gesamtüberleben (OS) in der modifizierten Intention-to-treat-Population von Patienten, die mindestens eine Dosis der Studienmedikation erhalten hatten (mITT n=129, 63 TMZ, 66 CCNU/TMZ).

Sowohl in der mITT-Population, als auch in der As-radomized Population zeigte sich im Kombinationsarm ein signifikanter Überlebensvorteil. So konnte in der mITT-Population das mediane OS von 31,4 Monaten (95%KI: 27,0-44,8 Monate) im TMZ-Arm auf 37,9 Monate (95%-KI: 29,2-51,4 Monate) im CCNU/TMZ-Arm verlängert werden.

Die Ergebnisse der CeTeG-Studie bestätigen die in einer vorherigen, nicht randomisierten Phase-II-Studie gezeigte Effektivität und Verträglichkeit der kombinierten Chemotherapie aus CCNU und Temozolomid (UKT-03-Studie; Glas et al., J Clin Oncol 27, 1257, 2009). Da sich in dieser bizentrischen Studie ein Vorteil nur für Patienten mit methyliertem MGMT-Promotor ergeben hat (34 Monate mOS in der Gruppe der Methylierer mMGMT vs. 12,5 Monate in der Gruppe der Nichtmethylierer), ist CeTeG als Nachfolgestudie nur für mMGMT-Patienten konzipiert worden.

Vor dem Hintergrund der vorliegenden Daten wird nun diskutiert, ob der bisherige Standard der Radiochemotherapie mit Temozolomid allein für die Subgruppe der Glioblastome mit methyliertem MGMT-Promotor um die zusätzliche Gabe von CCNU zu erweitern ist.

Aktuelle Ergebnisse klinischer Studien sind neben bewährten Therapiekonzepten, alltagspraktischen Fragestellungen und psychosozialer Begleitung ein Schwerpunkt der Informationsarbeit der Deutschen Hirntumorhilfe e.V. Die unabhängige, gemeinnützige Organisation ist die einzige dieser Art im deutschsprachigen Raum, die sich speziell für die Belange von Hirntumorpatienten einsetzt.

Quelle: Deutsche Hirntumorhilfe e.V.


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