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Medizin

21. Februar 2019 Glioblastom: Lebensverlängerung durch Kombinations-Chemotherapie

Bei etwa einem Drittel der Patienten mit Glioblastom liegt eine Form vor, die besonders gut auf Chemotherapie anspricht. Eine Studie zeigt anhand von 129 Patienten, dass eine neue Kombinations-Chemotherapie diesen Patienten hilft.
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Fachinformation
Nach 13 Jahren gibt es einen ersten Fortschritt in der Chemotherapie des Glioblastoms, an dem deutschlandweit jährlich rund 2.500 Menschen neu erkranken. Bei etwa einem Drittel dieser Patienten liegt eine Form vor, die auf Chemotherapie anspricht. Die Studie, an der auch ein Mediziner des UK Essen maßgeblich beteiligt war, zeigt die Wirksamkeit einer neuen Kombinations-Chemotherapie Die Patienten lebten durchschnittlich 17 Monate länger als Betroffene, die herkömmlich behandelt werden. Fast 50% lebten sogar noch 4 Jahre und länger, nachdem sie die Diagnose bekommen hatten. Mit der Standardtherapie schafft das knapp jeder Dritte.

Kombinationstherapie gut verträglich

„Hier sind wir einen ganz entscheidenden Schritt in der Therapie des Glioblastoms weiter gekommen“, freut sich Prof. Dr. Martin Glas, UK Essen. Dort wendet er die neuen Erkenntnisse bereits bei seinen Patienten an. „Die Kombination der beiden Substanzen CCNU und Temozolomid ist gut verträglich, hilft allerdings nur Patienten mit einem methyliertem MGMT-Promotor. Das ist eine Genvariante bei Glioblastomen, die besonders auf Chemotherapie reagiert. Ob die Behandlung beim einzelnen Patienten tatsächlich eine Chance hat zu wirken, können wir vorher testen“, führt Glas weiter aus.

„Auch wenn wir den Patienten Dank der neuen Erkenntnisse ein wenig Hoffnung machen können, liegt noch ein weiter Weg vor uns“, erklärt Glas. Denn das Glioblastom gehört wie der Bauchspeicheldrüsenkrebs zu den gefährlichsten Krebsarten. Häufig bildet sich der Tumor innerhalb kürzester Zeit bei Menschen im mittleren Lebensalter. Trotz intensiver Behandlung aus Operation, Strahlen und Chemotherapie ist er bisher nicht heilbar.

Zusatztherapie mit elektrischen Wechselfeldern

Nach der Einführung der Standardtherapie im Jahre 2005 brachte noch eine zweite Studie einen neuen Therapieansatz, der die Lebenszeit der Patienten verlängern kann: die zusätzliche Behandlung mit elektrischen Wechselfeldern. „Bei beiden Studien haben wir noch viele Fragen, aber die Daten sind vielversprechend und verbessern unsere Behandlungsmöglichkeiten“, erklärt Glas. In der neuroonkologischen Abteilung in Essen werden daher schon jetzt Patienten im Rahmen individueller Heilversuche mit beiden Studienkonzepten behandelt. Außerdem beginnt in diesem Quartal eine neue Studie zum Einsatz elektrischer Wechselfelder, die auch das neue Kombinations-Chemo-Therapiekonzept berücksichtigt. „Die beiden einzigen positiven Studienkonzepte der letzten 10 Jahre zu verbinden halte ich für den logischen nächsten Schritt. Es ist aber sicherlich auch sinnvoll hier neue Konzepte der Immuntherapie zu integrieren“, so Glas.

Quelle: Universitätsklinikum Essen


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