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Medizin

29. November 2018 Früher Brustkrebs: MammaTyper-Test als Prädiktor für Ansprechen auf neoadjuvante Chemotherapie validiert

Im Oktober wurden auf der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology (ESMO) in München neue Ergebnisse einer klinischen Leistungsbewertungsstudie des CE-gekennzeichneten in-vitro diagnostischen Tests MammaTyper® vorgestellt (1,2). Der MammaTyper-Test ermöglichte eine sehr genaue und reproduzierbare Bestimmung der ERBB2-, ESR1-, PGR- und MKI67-mRNA-Spiegel in Gewebeproben, die vor Behandlungsbeginn entnommen wurden. Die Ergebnisse zeigten, dass MammaTyper als valider Prädiktor für die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen pathologischen Remission (pCR) nach neoadjuvanter Chemotherapie (NACT) verwendet werden könnte.
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Fachinformation
Für die prospektive Studie wurden Proben aus den Kohorten der Studien TECHNO und PREPARE verwendet, um einen vordefinierten Score und Cut-off zu validieren, wobei mit MammaTyper eine hoch standardisierte mRNA-Messung von ERBB2 (HER2), ESR1 (ER), PGR (PR) und MKI67 (Ki-67) erfolgte. Der validierte Score ermöglicht die Vorhersage einer pCR nach NACT basierend auf der Biopsie vor der Behandlung. Der Cut-off trennt Patientinnen mit einer guten Ansprechrate von Patientinnen mit einer geringen Wahrscheinlichkeit auf eine pCR, für die eine andere Behandlung als NACT oder eine zusätzliche postneoadjuvante Behandlung in Betracht gezogen werden kann.

Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass die standardisierte Messung von ERBB2-, ESR1-, PGR- und MKI67-mRNA mit der Bestimmung der Marker auf immunhistochemischer (IHC) Ebene vergleichbar ist und stark mit dem Ansprechen auf NACT sowie dem Langzeitergebnis korreliert.
 
In der Gruppe der HER2-positiven Patientinnen aus der TECHNO-Studie prognostizierte ERBB2-mRNA eine pCR in der Subgruppe der ESR1-positiven Proben. Die ERBB2-mRNA könnte somit zusätzliche Informationen enthalten, die eine bessere Vorhersage des Ansprechens auf die Behandlung ermöglicht.

„Das Erreichen einer pCR nach NACT bei Brustkrebs (BC) ist stark mit dem krankheitsfreien Langzeitüberleben assoziiert. Obwohl die prognostische Bedeutung einer pCR bei verschiedenen BC-Subtypen variieren kann, bleibt das Erreichen einer pCR ein wichtiger Faktor für die klinische Entscheidungsfindung“, sagte Prof. Dr. Sibylle Loibl, Geschäftsführerin der GBG Forschungs GmbH und Vorsitzende der German Breast Group. „Zuverlässige Verfahren zur Vorhersage einer pCR vor der Behandlung sind begrenzt. Die derzeitigen Prädiktoren für eine pCR wie Bildgebung, klinische und histopathologische Parameter müssten nach Möglichkeit verbessert werden, bevor sie in der klinischen Routine implementiert werden können."

Ein standardisiertes Prädiktionsmodell wurde erfolgreich in Kombination mit anderen klinisch-pathologischen Faktoren verwendet, um die Identifizierung von Patientinnen zu erleichtern, die höchstwahrscheinlich nicht auf NACT ansprechen werden. Dies hilft bei der Wahl einer Therapiestrategie.

Quelle: BioNTech Diagnostics

Literatur:

(1) Fasching et al. Evaluation of the MammaTyper® as a molecular predictor for pathological complete response (pCR) after neoadjuvant chemotherapy (NACT) and outcome in patients with different breast cancer (BC) subtypes. ESMO 2018 Congress, October 19-23 2018, Munich, Germany, 227 P.
(2) Fasching et al. Validation of the MammaTyper® pathological complete response (pCR)-score as a predictor for response after neoadjuvant chemotherapy (NACT) in patients with early breast cancer (BC).  ESMO 2018 Congress, October 19-23 2018, Munich, Germany, 168 P.


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