Mittwoch, 12. August 2020
Navigation öffnen

Medizin

19. September 2018 Forum Gesundheitsforschung empfiehlt nationale Forschungsnetzwerke für klinische Studien

Mit seiner jüngsten Empfehlung komplettiert das Forum seine Gesamtstrategie, die allen Forschenden Zugang zur wissenschaftlich und technologisch notwendigen Ausstattung gewährleisten soll. Dies soll insbesondere die personalisierte Medizin stärken.
Anzeige:
Die beiden ersten Empfehlungen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierten Forums Gesundheitsforschung stellen in der biomedizinischen Grundlagenforschung und der präklinischen Forschung wichtige Weichen für die Medizin der Zukunft: Vernetzte Infrastrukturen sollen die Analyse von Erbmolekülen und Proteinen – jenen Bausteinen des Lebens, in denen der Schlüssel zum Verständnis und zur personalisierten Behandlung vieler Krankheiten liegt – für alle Forscherinnen und Forscher zugänglich machen und damit viele neue Ansatzpunkte für innovative Therapien liefern.

Damit die klinische Forschung aus diesen Ansatzpunkten zügig neue Anwendungen entwickeln kann, die Diagnostik und Therapie im medizinischen Alltag wirkungsvoll verbessern, empfiehlt das Forum jetzt den systematischen Aufbau von Forschungsnetzwerken für klinische Studien. Die Expertinnen und Experten wollen damit insbesondere die frühen Phasen der klinischen Forschung stärken – jene Phasen also, die neue Therapien erstmals an Patientinnen und Patienten erproben. Mit seiner Empfehlung will das Forum die personalisierte Medizin fördern und Deutschland als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort nachhaltig stärken.

Klinische Studien: Sicherheit- und Wirksamkeit neuer Behandlungen auf dem Prüfstand

Stetig arbeiten Forschende daran, Therapien und Diagnosen zu verfeinern. Doch bevor neue Methoden den medizinischen Alltag in Kliniken und Arztpraxen verbessern, werden sie in klinischen Studien auf „Herz und Nieren“ geprüft: Sind neue Therapien sicher und wirken sie besser als die alten? Sind neue Diagnose-Techniken treffgenauer als bereits vorhandene? Deutschland gehört international zu den führenden Standorten der klinischen Forschung.

Neben industriefinanzierten Studien spielen dabei wissenschaftlich orientierte Studien eine wichtige Rolle. Diese widmen sich oft neuen Methoden, die marktwirtschaftlich riskant oder weniger lukrativ erscheinen, die aber ein hohes Innovationspotenzial auszeichnet. Die rasante Entwicklung biomedizinischer Technologien – insbesondere die Analyse von Erbmolekülen und Proteinen in großem Stil – eröffnet immer mehr Ansatzpunkte für neuartige und vielversprechende Methoden, die der personalisierten Medizin den Weg bahnen sollen.

Klinische Studien fit machen für die Medizin der Zukunft

Das Forum Gesundheitsforschung will die klinische Forschung stärker auf die Anforderungen der personalisierten Medizin ausrichten. Sie gilt als Medizin der Zukunft, die Therapien auf die individuellen Eigenschaften und Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zuschneidet, um sie bestmöglich zu behandeln. Neben den klinischen Daten – von Blutwerten bis hin zu Röntgenbildern – spielen dabei genetische Merkmale, Umwelteinflüsse, persönliche Lebensumstände und auch die Wünsche der Menschen eine wichtige Rolle. All diese Informationen miteinander zu verknüpfen und zu analysieren stellt neue Anforderungen an die Methodik klinischer Studien.

Forschende müssen Studiendesigns entwickeln, die auch auf der Basis kleiner Fallzahlen verlässliche Aussagen über die Wirksamkeit neuer Therapien ermöglichen. Denn je personalisierter eine Behandlung ist, desto kleiner ist auch der Kreis geeigneter Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer. Um all diese Herausforderungen zu meistern, braucht die klinische Forschung neue und stark vernetzte Strukturen.

Aufbau klinischer Forschungsnetzwerke – damit Innovationen nicht durchs Nadelöhr müssen

Gerade bei den frühen, nicht-kommerziellen Studien hat Deutschland Nachholbedarf. Damit hier kein Nadelöhr entsteht, das potenzielle Innovationen auf dem Weg zu den Patientinnen und Patienten bremst, empfiehlt das Forum Gesundheitsforschung jetzt den Aufbau nationaler, klinischer Forschungsnetzwerke. Dabei sollen lokale Studieneinheiten aus- oder aufgebaut werden, die sich als wichtige Bindeglieder sowohl mit der Grundlagenforschung und der präklinischen Forschung, als auch mit der medizinischen Versorgung in den Kliniken eng vernetzen. Alle Akteure der universitären und außeruniversitären Forschung – einschließlich der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung – müssen dabei zusammenwirken.

Die neuen Netzwerke sollen wissenschaftliche Fortschritte effizienter in medizinische Innovationen verwandeln und sich zugleich als attraktive Partner für frühe klinische Studien positionieren – auch im internationalen Wettbewerb. Für diese zukunftweisende Entwicklung sieht das Forum das BMBF in der Rolle des Wegbereiters, der durch eine gezielte Förderinitiative die erforderlichen, strukturellen Veränderungen anstoßen kann.

Quelle: DLR Projektträger


Anzeige:
Fachinformation

Das könnte Sie auch interessieren

Kinder mit Leukämie – eine Herausforderung für die ganze Familie

Kinder mit Leukämie – eine Herausforderung für die ganze Familie
© Fotolia_164519107_XL_c_pingpao

Wird bei einem Kind Leukämie diagnostiziert, so hat das für die ganze Familie dramatische Veränderungen zur Folge. Neben den gesundheitlichen Sorgen, tun sich weitere Problemfelder auf: Wie kann der Alltag organisiert werden trotz hoher physischer und emotionaler Belastung? Wie lassen sich Beruf, Betreuung des kranken Kindes in der Klinik und die Fürsorge für die Geschwister vereinbaren und welche finanziellen Konsequenzen hat das? Zum Weltleukämietag am 28. Mai...

Gemeinsam ein Zeichen gegen Blutkrebs setzen - World Blood Cancer Day am 28. Mai

Gemeinsam ein Zeichen gegen Blutkrebs setzen - World Blood Cancer Day am 28. Mai
Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Am 28. Mai ist der World Blood Cancer Day (WBCD), der internationale Aktionstag im Kampf gegen Blutkrebs. Die DKMS stellt dazu auch in diesem Jahr Aufklärung und Information in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten. Die gemeinnützige Organisation möchte insbesondere junge Menschen nachhaltig an das lebenswichtige Thema Blutkrebs und Stammzellspende heranführen – und so künftig noch mehr Lebenschancen für betroffene Patientinnen und Patienten...

World Blood Cancer Day 2017: Mehr Lebenschancen durch nachhaltige Aufklärung

World Blood Cancer Day 2017: Mehr Lebenschancen durch nachhaltige Aufklärung
© DKMS gemeinnützige Gesellschaft mbH

in diesem Jahr liegt der Fokus des jährlichen World Blood Cancer Day (WBCD) am 28. Mai auf nachhaltiger Bildung rund um das Thema Blutkrebs. Darüber hinaus wird gemeinsam mit Helfern, Gruppen und Organisationen weltweit im Rahmen des jährlichen Aufmerksamkeitstags Solidarität mit Patienten demonstriert. Die DKMS appelliert: Macht alle mit! Jeder kann sich am WBCD beteiligen und so den Kampf gegen Blutkrebs voranbringen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Forum Gesundheitsforschung empfiehlt nationale Forschungsnetzwerke für klinische Studien"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA25 virtuell
  • Real-life-Daten zur CAR-T-Zell-Therapie bei r/r DLBCL und BCP-ALL zeigen hohe Ansprechraten – neuer Prädiktor für Ansprechen identifiziert
  • CAR-T-Zell-Therapie bei Patienten mit r/r DLBCL: TMTV als Prädiktor für frühen Progress
  • Sichelzellerkrankung: Verbesserung der Lebensqualität ist wichtigstes Therapieziel aus Sicht der Patienten – neue Behandlungsoptionen erwünscht
  • PV: Ruxolitinib senkt Hämatokrit und erhöht Phlebotomie-Unabhängigkeit im Real-world-Setting
  • Neuer BCR-ABL-Inhibitor Asciminib bei bisher unzureichend therapierten CML-Patienten in Phase-I-Studie wirksam
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin in Kombination mit Chemotherapie für jüngere und ältere Patienten vergleichbar sicher
  • Real-world-Daten zeigen: Eltrombopag auch bei sekundärer ITP wirksam
  • CML: Hohe Rate an tiefem molekularen Ansprechen nach 24-monatiger Therapie mit Nilotinib in der Zweitlinie
  • Systemische Mastozytose: neuer Prädiktor für das OS entdeckt
  • MF: Real-world-Daten bestätigen relevante Reduktion des Mortalitätsrisikos unter dem Einfluss von Ruxolitinib

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden