Montag, 21. Oktober 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

13. September 2018 Fortgeschrittenes oder inoperables HCC: EU-Zulassung von Lenvatinib für die systemische Erstlinien-Therapie

Nach 10 Jahren ohne Neuzulassung in Europa steht für das fortgeschrittene oder inoperable hepatozelluläre Karzinom (HCC) nun eine neue Therapieoption zur Verfügung, die im Vergleich zur Standardtherapie eine statistische Nichtunterlegenheit beim Gesamtüberleben gezeigt hat (1,2). Die Europäische Kommission hat den oralen Rezeptortyrosinkinase-Inhibitor (RTK-Inhibitor) Lenvatinib (Lenvima®) zur Behandlung des fortgeschrittenen oder inoperablen HCCs als Monotherapie bei erwachsenen Patienten, die zuvor noch keine systemische Therapie erhalten haben, zugelassen (3).
Anzeige:
Leberkrebs ist die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache und ist weltweit für fast 750.000 Todesfälle pro Jahr verantwortlich, davon 69.000 in Europa. Es gibt aktuell mehr als 780.000 Neudiagnosen jedes Jahr, davon werden 71.000 Diagnosen in Europa gestellt (4). Das hepatozelluläre Karzinom macht ungefähr 90% aller primären Leberkrebsfälle aus und eine chirurgische Therapie ist in vielen Fällen wegen Erstdiagnose in fortgeschrittenen Stadien nicht mehr möglich (1,5).

„Patienten mit Leberzellkarzinom sehen sich mit einer Krebserkrankung konfrontiert, die schwierig zu behandeln ist und sich durch eine besonders ungünstige Prognose auszeichnet. Bisher stand nur eine einzige systemische Erstlinien-Therapieoption zur Verfügung“, gab Dr. Patrik Höller, Leiter der Geschäftseinheit Onkologie von Eisai zu bedenken. „Lenvatinib ist die erste neue Behandlungsoption, die seit mehr als zehn Jahren für die systemische Erstlinien-Therapie verfügbar gemacht wird, und bietet den Patienten eine wichtige neue Behandlungsalternative.“

Grundlage für die Zulassung waren die Ergebnisse der Studie REFLECT (Studie 304), eine offene Phase-III-Studie, in der Lenvatinib eine Wirksamkeit beim Gesamtüberleben (OS) durch statistische Bestätigung der Nichtunterlegenheit gegenüber der Standardtherapie Sorafenib bei 954 Patienten mit nicht vorbehandeltem, inoperablem hepatozellulären Karzinom demonstrierte (1). Lenvatinib zeigte außerdem eine statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserung beim progressionsfreien Überleben (PFS), der Zeit bis zur Progression (TTP) und der objektiven Ansprechrate (ORR) (1).

Quelle: Eisai

Literatur:

(1) Kudo M et al. Lenvatinib versus sorafenib in first-line treatment of patients with unresectable hepatocellular carcinoma: a randomised phase 3 non-inferiority trial. Lancet 2018; 391:1163-1173.
(2) Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit: Nexavar 2014. Stand: August 2018.
(3) Fachinformation Lenvima®, Stand: August 2018.
(4) Weltgesundheitsorganisation. Estimated Incidence, Mortality and Prevalence Worldwide in 2012. GLOBOCAN Cancer Fact Sheets: liver cancers. http://globocan.iarc.fr/old/FactSheets/cancers/liver-new.asp. Stand: August 2018.
(5) Lovet J et al. Hepatocellular carcinoma. Nature Reviews Disease Primers, 14. April 2016. Artikel-Nr. 16018.


Das könnte Sie auch interessieren

Geballtes Wissen zu Krebs für alle

Geballtes Wissen zu Krebs für alle
© Krebsinformationsdienst, DKFZ; Bild: Pixabay 849820

Der offizielle Startschuss fiel am 30. März 1999. Die Internetseite des Krebsinformationsdienstes (KID), einer Abteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums, ging online. Heute nutzen monatlich rund 600.000 Besucher die Seite. Gefragte Themen sind Hintergründe zur Erkennung und Behandlung von Krebs, neue Therapieverfahren, aber auch Tipps zum Umgang mit der Erkrankung im Alltag. Alle, die sich vor Krebs schützen möchten, finden ausführliche Informationen über...

Biologie der Tumore besser verstehen, Fortschritte auch bei eher seltenen Krebserkrankungen

Fortschritte wurden in den vergangenen Jahren vor allem beim Brustkrebs, Darm- und Lungenkrebs und insbesondere bei den Lymphomen gemacht. Nun richtet sich das Augenmerk der Forscher verstärkt auf seltenere Tumore. Auch bei diesen mehren sich Berichte über Therapiefortschritte. Ein Paradebeispiel ist das maligne Melanom, der schwarze Hautkrebs. Das wurde bei dem diesjährigen weltgrößten Krebskongress in Chicago, dem ASCO, deutlich. "Wir stehen damit vor einer...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Fortgeschrittenes oder inoperables HCC: EU-Zulassung von Lenvatinib für die systemische Erstlinien-Therapie "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO 2019
  • PD-L1-positives NSCLC: Pembrolizumab-Monotherapie bei Patienten mit und ohne Hirnmetastasen vergleichbar wirksam
  • Tumormutationslast etabliert sich als prädiktiver Marker für das Ansprechen auf Pembrolizumab bei soliden Tumoren
  • Hohes und langanhaltendes Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei unterschiedlichen MSI-H-Tumoren
  • Checkpoint-Inhibition in der adjuvanten und metastasierten Situation hat für Patienten mit Melanom das Überleben neu definiert
  • Magenkarzinom/Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs: Patienten mit MSI-high-Tumoren profitieren besonders von Checkpoint-Inhibition
  • Pembrolizumab + Chemotherapie beim Plattenepithelkarzinom-NSCLC: Überlegenes OS, PFS, ORR und PFS2 gegenüber alleiniger Chemotherapie
  • Frühes TNBC: signifikant verbesserte pCR-Rate durch neoadjuvante Therapie mit Pembrolizumab + Chemotherapie
  • HNSCC: Pembrolizumab-Monotherapie und kombiniert mit Platin-basierter Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • PD-L1-positives Magenkarzinom und AEG: Vergleichbare Lebensqualität unter Pembrolizumab-Monotherapie und Chemotherapie
  • Pembrolizumab-Monotherapie beim vorbehandelten mTNBC: Klarer Trend zu verbessertem Überleben mit zunehmender PD-L1-Expression