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Medizin

29. November 2018 Fortgeschrittenes RCC: Checkpoint-Inhibitor-Kombination verlängert therapiefreie Überlebenszeit

Eine neue Analyse der Phase-III-Studie CheckMate-214 führte zu einem durchweg erfreulichen Ergebnis. Demnach bewirkt die Kombinationstherapie mit den beiden Immun-Checkpoint-Inhibitoren (CIs) Nivolumab und Ipilimumab bei Patienten mit bislang unbehandeltem fortgeschrittenen oder metastasierten Nierenzellkarzinom (RCC), dass sich die behandlungsfreie Überlebenszeit signifikant verlängert. Davon profitieren Patienten, die ein intermediäres oder ungünstiges Risikoprofil aufweisen.
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Die Teilnehmer der Studie erhielten entweder eine Kombinationstherapie aus Nivolumab (Opdivo®) + Ipilimumab (Yervoy®) oder eine Monotherapie mit Sunitinib. Nach einer Nachbeobachtungszeit von mind. 30 Monaten waren in der Gruppe, welche die Kombinationstherapie bekommen hatte und anschließend keine Behandlung mehr benötigte, noch 36% am Leben. In der Gruppe mit der Sunitinib-Monotherapie waren es lediglich 16%. Zwei Jahre nach dem Absetzen der Behandlung blieben 42% mit komplettem (CR) oder partiellem (PR) Ansprechen frei von einer anschließenden Therapie. In der Gruppe mit der Sunitinib-Monotherapie waren es dagegen lediglich 12%. Gleichzeitig blieben 12% der mit der Kombination behandelten Patienten und 6% der mit Sunitinib behandelten Patienten und stabiler Erkrankung weiterhin behandlungsfrei.

Der Vorteil der Kombination gegenüber der Monotherapie bei der tumorfreien Überlebenszeit manifestierte sich auch bei den PD-L1-Subgruppen. Wiesen die Patienten einen PD-L1 ≥ 1% auf, blieben 27% unter Nivolumab + Ipilimumab 2 Jahre nach Absetzen therapiefrei. In der Sunitinib-Gruppe waren es dagegen lediglich 8%. Lag der PD-L1 ≤ 1, waren unter der Kombination 2 Jahre nach dem Absetzen 18% behandlungsfrei, unter der Monotherapie waren es 5%.

„Diese jüngste Analyse zeigt einen anhaltenden klinischen Nutzen im Zeitverlauf und baut auf die bestehende Evidenz der CheckMate-214-Studie mit überlegenem Gesamtüberleben und anhaltendem Ansprechen unabhängig von der PD-L1-Expression auf“, resümierte Dr. Arvin Yang, Mitarbeiter von Bristol-Myers Squibb, auf dem ESMO-Kongress in München.

Als die primäre Studienanalyse erfolgte, hatten 320 Patienten (75%) der Kombinationsgruppe und 359 Patienten (85%) der Sunitinib-Gruppe die Medikation abgesetzt. Als häufigste Gründe dafür wurden das Fortschreiten des RCC und unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit der Studienmedikation genannt. Auch nach dem Absetzen der Medikation waren die Patienten der Kombinationsgruppe in puncto Therapiefreiheit klar im Vorteil.

Karl B. Filip

Quelle: Satellitensymposium Immunonkologie „The Path to Precision Medicine – Accelerating Science and Evolving Oncology Treatment Paradigms", ESMO, 19.10.2018, München; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb


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