Donnerstag, 22. August 2019
Navigation öffnen

Medizin

24. August 2018 Follikuläres Lymphom: Obinutuzumab einfach und sicher in der medizinischen Praxis

Die Therapie von B-Zell-Lymphomen hat mit Obinutuzumab (Gazyvaro®▼) große Fortschritte gemacht, zuletzt durch die Zulassung für die FL-Erstlinientherapie (1). Die zulassungsrelevante GALLIUM-Studie dokumentierte für den glykomodifizierten Typ-II-Anti-CD20-Antikörper einen klinisch relevanten Vorteil beim progressionsfreien Überleben (PFS) von +3 Jahren im Vergleich zum bisherigen Standard MabThera® (Original-Biologikum Rituximab) (2). Obinutuzumab stellt damit das aktuell überlegene Therapiekonzept in Induktion und Erhaltung beim FL dar und ist empfohlener Standard in der Therapie der chronisch lymphatischen Leukämie (CLL) – mit einem erstmals signifikant verlängerten Gesamtüberleben (OS) (3-5). Was sich in der medizinischen Praxis durch die FL-Erstlinientherapie mit Obinutuzumab verändert hat, war Thema eines Praxis-Pressegesprächs in Hamburg*. „Aufgrund der überlegenen Studiendaten sowie im Hinblick auf den sicheren Einsatz im bisherigen Behandlungsalltag ist Obinutuzumab in der Erstlinienbehandlung von FL und CLL aus meiner Sicht Therapie der Wahl“, ordnete Dr. Volkmar Böhme, Inhaber der Onkologie Lerchenfeld in Hamburg, die Behandlung mit dem Typ-II-Anti-CD20-Antikörper ein.
Anzeige:
Fachinformation
Die Phase-III-Zulassungsstudie GALLIUM dokumentierte die Überlegenheit von Obinutuzumab beim FL bereits nach einem medianen Follow-up von 34,5 Monaten: Die Chance auf Progressionsfreiheit war gegenüber Rituximab signifikant um 34% erhöht (2). Das entspricht hochgerechnet einem Plus von 3 Jahren beim PFS. Der Vorteil zugunsten des Obinutuzumab-Arms zeigte sich auch konsistent bei den sekundären Endpunkten. Obinutuzumab verlängerte die Zeit bis zur nächsten antileukämischen Behandlung (TTNT) signifikant (HR=0,68; p=0,009).

Eine explorative Analyse der GALLIUM-Studie dokumentierte außerdem, dass Obinutuzumab das Risiko bei FL-Patienten für einen frühen Progress, also innerhalb von 24 Monaten (Progression of Disease 24, POD24), deutlich vermindert (9% vs. 16%) (6). Betroffene Patienten haben eine besonders ungünstige Prognose (7). Im Vergleich zu Rituximab reduzierte Obinutuzumab das Risiko für einen solchen frühen Progress in den ersten 2 Jahren nach Behandlung um rund die Hälfte, nämlich um 46% (95%-KI: 25,0-61,1).

FL-Patienten profitieren von umfangreicher Praxiserfahrung mit Obinutuzumab

Die GALLIUM-Studie bestätigte erneut das bekannte gute Verträglichkeitsprofil von Obinutuzumab (2). Es traten keine neuen Sicherheitssignale auf. „Bei der CLL und bei vorbehandelten FL-Patienten setzen wir Obinutuzumab bereits seit längerer Zeit erfolgreich ein. Das vertraute CD20-Antikörper-Sicherheitsprofil, das Obinutuzumab in der GALLIUM-Studie gezeigt hat, deckt sich mit unseren Erfahrungen in der medizinischen Praxis. Es deutet sich sogar an, dass infusionsassoziierte Reaktionen bei FL-Patienten bei Beachtung der empfohlenen Prophylaxe im Vergleich zur CLL seltener sind”, berichtet Dr. Ulrike Brandl, niedergelassene Ärztin der Onkologie Lerchenfeld, Hamburg. Bei der Wahl des Kombinationspartners für die FL-Erstlinientherapie greift das Praxisteam auf die in der Zulassungsstudie GALLIUM geprüften Chemotherapeutika Bendamustin, CVP und CHOP zurück. Zur Sicherheit wird in der Onkologie Lerchenfeld bei jeder Kombination aus Anti-CD20-Antikörper und Chemotherapie eine Infektionsprophylaxe in Betracht gezogen. Diese sei abhängig von Patientenmerkmalen, der Einschätzung des Arztes sowie unter Berücksichtigung der Leitlinien.

Fazit für die Praxis

Die GALLIUM-Studie belegte, dass Obinutuzumab + Chemotherapie in Induktion und Erhaltung des FL das überlegene Therapiekonzept ist, das eine klinisch bedeutsame Verlängerung der rezidivfreien Zeit ermöglicht (1,2). „Deshalb behandeln wir FL-Patienten in der Erstlinie, sofern keine Kontraindikationen bestehen, mit Obinutuzumab“, schloss Dr. Böhme das Pressegespräch.

* Praxis-Pressegespräch „Praxisfokus FL: Starke Perspektiven mit Gazyvaro“, 22.08.2018, Hamburg; Veranstalter: Roche

▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Bitte melden Sie Nebenwirkungen an die Roche Pharma AG (grenzach.drug_safety@roche.com oder Fax +49 7624/14-3183) oder an das Paul-Ehrlich-Institut (www.pei.de oder Fax: +49 6103/77-1234).

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Fachinformation GAZYVARO®. Stand: Mai 2018.
(2) Marcus RE, Davies AJ, Ando K et al., ASH 2016; Abstract 6.
(3) Eichhorst B, Robak T, Montserrat E et al. Ann Oncol 2015;26(Suppl 5):v78-v84.
(4) Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V. Onkopedia. Leitlinie Chronische Lymphatische Leukämie. https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/chronische-lymphatische-leukaemie-cll/@@view/html/index.html
(5) Goede V, Dyer M, Eckart MJ et al. EHA Annual Meeting 2018; Abstract S151, oral presentation.
(6) Launonen A, Hiddemann W, Duenzinger U et al. ASH 2017, Abstract 1490.
(7) Casulo C, Le-Rademacher J, Dixon J et al. Blood 2017;130(Suppl 1),412.


Das könnte Sie auch interessieren

1. Patiententag für Kehlkopfoperierte am Universitätsklinikum Leipzig

1. Patiententag für Kehlkopfoperierte am Universitätsklinikum Leipzig
© Stefan Straube / UKL

Zum 1. Patiententag für Kehlkopfoperierte lädt am 22. März die Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig ein. "Ein großer Patientenstamm kommt regelmäßig zu uns, denn beispielsweise findet jeden Mittwochnachmittag bei uns die Tumornachsorge statt. Wir haben auch schon Patientenveranstaltungen organisiert, wollen diese jetzt aber institutionalisieren", so Klinikdirektor Prof. Dr. Andreas...

Personalisierte Medizin in der Onkologie: Behandlung bestmöglich auf den Patienten zuschneiden

Medikamente möglichst maßgeschneidert auf die spezifischen Merkmale einer Krankheit zuzuschneiden und diese gezielt bei jenen Patienten einzusetzen, denen sie am besten helfen, lautet das Credo der Personalisierten Medizin. Dank vertiefter Kenntnisse über die molekularbiologischen Ursachen von Krankheiten gibt es heute bereits eine Reihe von innovativen diagnostischen Tests, durch die Patienten identifiziert werden können, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine...

Selbsthilfe bei Lungenkrebs: Betroffene helfen Betroffenen

Krebspatienten fühlen sich oft überfordert – auch Patienten mit Lungenkrebs. Kaum ist die Diagnose gestellt, beginnen die ersten Therapien: Operationen oder viele Zyklen Chemotherapie fordern und verändern nicht nur den Körper, sondern auch das gesamte Leben mit einem Schlag. Die Psyche kommt so schnell kaum hinterher: Die meisten Betroffenen begreifen erst nach und nach, dass sich das Leben ab jetzt drastisch ändert und nie mehr so sein wird wie zuvor.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Follikuläres Lymphom: Obinutuzumab einfach und sicher in der medizinischen Praxis"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich