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Medizin

06. Februar 2019 Firstline-Therapie des multiplen Myeloms: Hinzunahme von Daratumumab zu der bislang empfohlenen Zweier-Kombination aus Bortezomib und Dexamethason

Für den Anti-CD38-Antikörper Daratumumab (Darzalex®) wurden auf dem diesjährigen ASH neue Daten präsentiert: Demnach konnte bei Patienten mit neu-diagnostiziertem multiplen Myelom (MM), die für eine Transplantation nicht infrage kamen, die Hinzunahme von Daratumumab zu der bislang empfohlenen Zweier-Kombination aus Bortezomib und Dexamethason das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung um 44% reduzieren.
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In die MAIA-Studie waren insgesamt 737 Patienten mit neu-diagnostiziertem MM eingeschlossen, für die eine Stammzelltransplantation nicht infrage kam. Je die Hälfte der Patienten wurde mit der Kombination Daratumumab-Revlimid (bzw. Bortezomib)-Dexamethason (D-Rd) bzw. nur mit Revlimid-Dexamethason (Rd) behandelt. Wie Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt aus Heidelberg heraushob, war der Anteil der Teilnehmer, die 75 Jahre oder älter waren, mit 44% vergleichsweise hoch. Sie hat man bislang mit einer Zweier-Kombination behandelt, „weil man skeptisch war, ob eine Therapie mit einer Triple-Kombination überhaupt realistisch ist.“

Die Ergebnisse: Nach 30 Monaten waren 71% der Patienten in der Daratumumab-Gruppe im Vergleich zu 56% in der Kontrollgruppe progressionsfrei; das entspricht einer Reduktion des Risikos für Progredienz oder Tod um 44%. „Das ist ein Ergebnis, das wegweisend ist in der Erstlinientherapie von Patienten mit höherem Lebensalter“, so Goldschmidt. Eine Subgruppen-Analyse zeigte, dass die Triple-Kombination das progressionsfreie Überleben in fast allen Patientengruppen verlängerte, auch bei den über 75-Jährigen. Die Gesamtansprechrate, der Anteil der Patienten mit einer kompletten Remission sowie mit einer sehr guten partiellen Remission waren unter der Dreier- höher als unter der Zweierkombination. Die MRD-Negativitätsrate (Sensitivität: 10-5) lag mit 24% unter D-Rd mehr als 3x so hoch wie unter Rd (7%). Das Risiko für Progression oder Tod war bei Patienten mit MRD-Negativität geringer. Schließlich zeichnet sich auch beim Gesamtüberleben (OS) ein Vorteil für die Kombination mit dem Antikörper ab, das mediane OS war aber nach 42 Monaten noch in keiner der beiden Gruppen erreicht. Laut Goldschmidt zeigte die MAIA-Studie in beiden Armen eine ähnliche Toxizität. „In dem Daratumumab-Arm traten mehr Infektionen auf, aber sie waren beherrschbar.“
 
Dr. rer. nat. Anne Benckendorff
 


 


 

Quelle: Pipeline-Presseworkshop „Aktuelles vom ASH zu neuen und bekannten Wirkstoffen von Janssen in der Onkologie“, 22. Januar 2019 in Frankfurt am Main; Veranstalter: Janssen


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