Sonntag, 24. März 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

16. Mai 2018 FDA-Zulassung für Dabrafenib + Trametinib zur adjuvanten Behandlung beim Melanom mit BRAF-V600-Mutation

Ende April wurde bekannt gegeben, dass die US Food and Drug Administration (FDA) die Zulassung für Dabrafenib in Kombination mit Trametinib zur adjuvanten Behandlung von Patienten mit Melanom im Stadium III mit BRAF-V600-Mutation erteilt hat. Die FDA hat die Kombination aus Dabrafenib und Trametinib bereits im Oktober 2017 als bahnbrechende Therapie bewertet, und daraufhin ein beschleunigtes Zulassungsverfahren im Dezember 2017 befürwortet. Auch in der EU, Japan, Kanada und weiteren Ländern finden derzeit Zulassungsverfahren für die neue Behandlungsoption statt.
Anzeige:
Fachinformation
Eine weitere FDA-Zulassung für die Kombinationstherapie erfolgte Anfang Mai 2018 für die Behandlung von Patienten mit vorbehandeltem nicht-resezierbarem, anaplastischem Schilddrüsenkarzinom mit einer BRAF-V600E-Mutation. Damit handelt es sich bereits um die vierte Zulassung für Dabrafenib und Trametinib für BRAF-positive Karzinome, was das Potential dieser Wirkstoffkombination in der onkologischen Therapie unterstreicht.
 
Erste zielgerichtete Kombinationstherapie in der adjuvanten Behandlung des Melanoms

Die Zulassung in der adjuvanten Therapie des malignen Melanoms basiert auf den Ergebnissen der randomisierten, placebokontrollierten und doppelblinden Phase-III-Studie COMBI-AD, in der 870 Patienten mit Melanom im Stadium III mit einer BRAF-V600-Mutation und nach kompletter chirurgischer Resektion behandelt wurden. Stadium-IIIA-Patienten wurden eingeschlossen, insofern diese Lymphknotenmetastasen von >1mm aufwiesen. Die Therapiedauer war begrenzt und betrug 12 Monate (1).

Die Patienten erhielten die Kombination aus Dabrafenib (150 mg 2x täglich) und Trametinib (2 mg 1x täglich) (n = 438) oder Placebo (n = 432). Nach einer medianen Beobachtungsphase von 2,8 Jahren wurde der primäre Endpunkt, das rezidivfreie Überleben (RFS), erreicht. Die Behandlung mit der Kombinationstherapie reduzierte das Rezidivrisiko signifikant um 53% vs. Placebo (Hazard Ration (HR)=0,47 (95%-Konfidenzintervall (KI): 0,39-0,58); Median nicht erreicht vs. 16,6 Monate; p<0,001). Der RFS-Vorteil im Kombinationstherapie-Arm wurde in allen Patientensubgruppen, einschließlich Patienten im Stadium IIIA, IIIB und IIIC, erreicht. Es konnten zudem Verbesserungen in wichtigen sekundären Endpunkten festgestellt werden, einschließlich Gesamtüberleben (OS; HR=0,57; 95%-KI: 0,42–0,79; p=0,0006, nicht signifikant, da die vorgesehene Grenze für Zwischenanalysen von p=0,000019 nicht unterschritten wurde), Fernmetastasen-freies Überleben (HR=0,51; 95%-KI: 0,40–0,65, p<0,001) und Rezidivfreiheit (HR=0,47; 95% KI: 0,39-0,57, p<0,001) (1).

Das Auftreten unerwünschter Ereignisse (UEs) der COMBI-AD-Studie stimmte mit denen in anderen Studien zu Dabrafenib und Trametinib überein und es wurden keine neuen Sicherheitssignale beschrieben. Bei 97% der mit der Kombination behandelten Patienten kam es zu UEs; 41% hatten UEs vom Grad 3/4 und 26% hatten UEs, die zum Therapieabbruch führten (vs. 88%, 14% bzw. 3% unter Placebo) (1).

Quelle: Novartis

Literatur:

(1) Long GV et al. Adjuvant Dabrafenib plus Trametinib for Stage III BRAF V600E/K– Mutant Melanoma. N Engl J Med 2017; 377:1813-1823.


Das könnte Sie auch interessieren

Gebärmutterhalskrebs verhindern

Gebärmutterhalskrebs verhindern
© farland9 / Fotolia.com

Gebärmutterhalskrebs kann durch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) ausgelöst werden. Papillomviren sind die häufigsten sexuell übertragenen Viren, mit denen sich rund 80 Prozent der Frauen in Deutschland im Laufe ihres Lebens infizieren. In der Regel erkennt das Immunsystem die Infektion, so dass diese meistens innerhalb von zirka 24 Monaten unbemerkt ausheilt. Ein Interview mit Prof. Dr. med. Gerd-Henrik Griesser, Facharzt für Pathologie in Köln,...

Primäre Studienendpunkte: Gesamtüberleben oder progressionsfreies Überleben - gibt es einen Goldstandard?

Anerkanntes Ziel einer Therapie von Krebspatienten ist die Verbesserung des Überlebens und der Lebensqualität. Historisch gesehen gilt die Gesamtüberlebenszeit (OS = overall survival) als der wichtigste primäre klinische Endpunkt einer Studie. Doch das Gesamtüberleben als primärer Studienendpunkt unterliegt nicht zuletzt aufgrund der Fortschritte, die in letzten Jahren in der Krebstherapie erzielt wurden, gewissen Einschränkungen. So können...

José Carreras Leukämie-Stiftung lobt Best Paper Award 2018

José Carreras Leukämie-Stiftung lobt Best Paper Award 2018
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

„Nur über medizinische Forschung wird es uns gelingen, Leukämie und andere bösartige Blut- oder Knochenmarkserkrankungen bei jedem und immer heilbar zu machen. Nach 2016 und 2017 zeichnet die José Carreras Leukämie-Stiftung deshalb auch in diesem Jahr wieder herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus. Dotiert ist der 3. Best Paper Award mit 10.000 Euro, über die der Preisträger für seine weitere wissenschaftliche Arbeit frei verfügen kann“,...

Bayern gegen Darmkrebs: Das Modellprojekt „Sprich drüber!“ will junge Menschen im Freistaat vor einer Erkrankung bewahren.

Bayern gegen Darmkrebs: Das Modellprojekt „Sprich drüber!“ will junge Menschen im Freistaat vor einer Erkrankung bewahren.
FARKOR: Werbe-Anzeige Frau / © Felix Burda Stiftung

Auf Initiative der Felix Burda Stiftung haben sich die bayerischen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) zum Modellprojekt „Sprich drüber!“ zusammengeschlossen. Ziel des Projekts ist es, ein vorhandenes familiäres Darmkrebsrisiko bei Versicherten im Alter von 25 bis 49 Jahren möglichst so früh zu identifizieren, dass diese vor einer Darmkrebserkrankung bewahrt werden können. Jede Bayerin und jeder Bayer in dieser...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"FDA-Zulassung für Dabrafenib + Trametinib zur adjuvanten Behandlung beim Melanom mit BRAF-V600-Mutation"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.