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Medizin

24. Januar 2020 ExteNET-Studie: Ausweitung der adjuvanten Therapie mit Neratinib bei HR+/HER2+ Brustkrebs senkt Rezidivrisiko

„Das HER2-positive Mammakarzinom ist ein Subtyp mit einer aggressiveren Tumorbiologie, was sich vor allem darin zeigt, dass die meisten Rezidive Fernmetastasen beinhalten“, sagte Prof. Dr. Hans-Joachim Lück, Hannover. „In der Therapie dieser Patientinnen innerhalb eines Jahres einer Trastuzumab-basierten adjuvanten Therapie das Wirkprinzip nochmals zu verändern – in Form einer ausgeweiteten Adjuvanz mit Neratinib über maximal 1 Jahr – ist ein wichtiger zusätzlicher Therapiefortschritt beim HER2+ Brustkrebs“, sagte er.
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Fachinformation
„Die AGO-Leitlinie 2019 empfiehlt nach der OP (bzw. nach neoadjuvanter Therapie und OP) eine adjuvante Trastuzumab-basierte Therapie. Aber nicht alle Patientinnen sind mit einer adjuvanten Therapie ausreichend behandelt“, sagte Prof. Dr. Michael Untch, Berlin-Buch. Hier stellt der pan-HER-Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) Neratinib (Nerlynx®) eine Option dar, das invasive krankheitsfreie Überleben (iDFS) und damit das Rezidivrisiko bei diesen Patientinnen weiter zu senken. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Anti-HER2-Therapien werden durch Neratinib auch HER1 und HER4 inhibiert.

Dass sich dieses breitere Wirkprinzip in ein besseres iDFS übersetzen lässt, hat die zulassungsrelevante ExteNET-Studie mit 2.840 HER2+ Patientinnen im Frühstadium gezeigt, die nach adjuvanter Trastuzumab-basierter Therapie 1 Jahr Neratinib oder Placebo erhielten: nach 2 und 5 Jahren Follow-up zeigte sich in allen vordefinierten Subgruppen ein Benefit; besonders profitierten allerdings HER2+/HR+ Patientinnen: ihre Wahrscheinlichkeit für ein invasives Rezidiv oder Tod reduzierte sich um 42% (absolute Senkung der Rezidivwahrscheinlichkeit gegenüber Placebo: 5,1% ).

Häufigste unerwünschte Wirkungen waren Diarrhoe (95% vs. 36% im Placebo-Arm) und Übelkeit (43%). „Da Diarrhoe unter Neratinib in den ersten 2 Wochen der Therapie bzw. vor allem zwischen Tag 2 und 8 auftritt, hat sich die prophylaktische Gabe von Loperamid bewährt, mit der die kumulative Dauer der Diarrhoe um 80% reduziert werden konnte“, so Lück.

Antje Blum

Quelle: Workshop „Neue Therapieoptionen beim frühen Mammakarzinom: Mit Nerlynx® Rezidivrisiko bei HER2+/HR+ Patientinnen senken“, 22.1.2020, München; Veranstalter: Pierre Fabre


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