Freitag, 28. Februar 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

24. Januar 2020 ExteNET-Studie: Ausweitung der adjuvanten Therapie mit Neratinib bei HR+/HER2+ Brustkrebs senkt Rezidivrisiko

„Das HER2-positive Mammakarzinom ist ein Subtyp mit einer aggressiveren Tumorbiologie, was sich vor allem darin zeigt, dass die meisten Rezidive Fernmetastasen beinhalten“, sagte Prof. Dr. Hans-Joachim Lück, Hannover. „In der Therapie dieser Patientinnen innerhalb eines Jahres einer Trastuzumab-basierten adjuvanten Therapie das Wirkprinzip nochmals zu verändern – in Form einer ausgeweiteten Adjuvanz mit Neratinib über maximal 1 Jahr – ist ein wichtiger zusätzlicher Therapiefortschritt beim HER2+ Brustkrebs“, sagte er.
Anzeige:
Fachinformation
„Die AGO-Leitlinie 2019 empfiehlt nach der OP (bzw. nach neoadjuvanter Therapie und OP) eine adjuvante Trastuzumab-basierte Therapie. Aber nicht alle Patientinnen sind mit einer adjuvanten Therapie ausreichend behandelt“, sagte Prof. Dr. Michael Untch, Berlin-Buch. Hier stellt der pan-HER-Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) Neratinib (Nerlynx®) eine Option dar, das invasive krankheitsfreie Überleben (iDFS) und damit das Rezidivrisiko bei diesen Patientinnen weiter zu senken. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Anti-HER2-Therapien werden durch Neratinib auch HER1 und HER4 inhibiert.

Dass sich dieses breitere Wirkprinzip in ein besseres iDFS übersetzen lässt, hat die zulassungsrelevante ExteNET-Studie mit 2.840 HER2+ Patientinnen im Frühstadium gezeigt, die nach adjuvanter Trastuzumab-basierter Therapie 1 Jahr Neratinib oder Placebo erhielten: nach 2 und 5 Jahren Follow-up zeigte sich in allen vordefinierten Subgruppen ein Benefit; besonders profitierten allerdings HER2+/HR+ Patientinnen: ihre Wahrscheinlichkeit für ein invasives Rezidiv oder Tod reduzierte sich um 42% (absolute Senkung der Rezidivwahrscheinlichkeit gegenüber Placebo: 5,1% ).

Häufigste unerwünschte Wirkungen waren Diarrhoe (95% vs. 36% im Placebo-Arm) und Übelkeit (43%). „Da Diarrhoe unter Neratinib in den ersten 2 Wochen der Therapie bzw. vor allem zwischen Tag 2 und 8 auftritt, hat sich die prophylaktische Gabe von Loperamid bewährt, mit der die kumulative Dauer der Diarrhoe um 80% reduziert werden konnte“, so Lück.

Antje Blum

Quelle: Workshop „Neue Therapieoptionen beim frühen Mammakarzinom: Mit Nerlynx® Rezidivrisiko bei HER2+/HR+ Patientinnen senken“, 22.1.2020, München; Veranstalter: Pierre Fabre


Das könnte Sie auch interessieren

Selbsthilfe bei Lungenkrebs: Betroffene helfen Betroffenen

Krebspatienten fühlen sich oft überfordert – auch Patienten mit Lungenkrebs. Kaum ist die Diagnose gestellt, beginnen die ersten Therapien: Operationen oder viele Zyklen Chemotherapie fordern und verändern nicht nur den Körper, sondern auch das gesamte Leben mit einem Schlag. Die Psyche kommt so schnell kaum hinterher: Die meisten Betroffenen begreifen erst nach und nach, dass sich das Leben ab jetzt drastisch ändert und nie mehr so sein wird wie zuvor.

Übergewicht als Krebsrisiko

Übergewicht als Krebsrisiko
© Creativa Images / fotolia.com

Fettleibigkeit könnte bald dem Rauchen den ersten Rang als Hauptursache für Krebs ablaufen. Denn während die Anzahl der Krebserkrankungen aufgrund von Tabakkonsum in Deutschland stetig sinkt, nimmt die Zahl übergewichtiger Menschen mit Krebs statistisch gesehen zu. Auf die Entstehung aller Krebskrankheiten gerechnet hat die Fettleibigkeit einen Anteil von schätzungsweise 16%. Würden alle Menschen das Normalgewicht einhalten, könnten allein in Deutschland...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"ExteNET-Studie: Ausweitung der adjuvanten Therapie mit Neratinib bei HR+/HER2+ Brustkrebs senkt Rezidivrisiko"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASH 2019
  • Erhöhte Knochendichte ist ein ungünstiger prognostischer Faktor bei aggressiver systemischer Mastozytose
  • Neue ITP-Leitlinien der ASH unterstreichen die Bedeutung von Thrombopoetinrezeptor-Agonisten für die Zweitlinientherapie der ITP
  • Registerdaten aus dem klinischen Alltag zur CAR-T-Zell-Therapie bei DLBCL-Patienten
  • CML: Real-world-Daten zeigen besseres zytogenetisches und molekulares Ansprechen durch Zweitgenerations-TKI
  • Polycythaemia Vera: Post-hoc-Analyse des Langzeitansprechens auf Ruxolitinib
  • Transfusionspflichtige Myelodysplastische Syndrome: Ansprechen auf Eisenchelation geht im klinischen Alltag mit Überlebensverbesserung einher
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Verhältnis von RNA- und DNA-basierten quantitativen KIT D816V-Mutationsanalysen prognostisch relevant
  • Ruxolitinib moduliert Mikroenvironment des Knochenmarks bei der Myelofibrose
  • CML: TIGER-Studie bestätigt tiefes und anhaltendes molekulares Ansprechen unter Nilotinib-basierter Therapie
  • Sichelzellanämie: Reduktion schmerzhafter vaso-okklusiver Krisen verringert Organschädigungen und verbessert Lebensqualität