Donnerstag, 22. August 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

06. Juni 2018 Erstlinien-Immuntherapie mit Pembrolizumab keine gute Option für TKI-naive Patienten mit EGFR-mutiertem fortgeschrittenem NSCLC

Dass der Immun-Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab (KEYTRUDA®) bei Patienten mit nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) eine ausgeprägte Wirksamkeit zeigt, ist durch klinische Studien belegt und spiegelt sich im Zulassungsstatus für diese Tumorentität wider (1). Patienten, deren Tumoren EGFR-Mutationen aufweisen, scheinen aber seltener von einer Immuntherapie mit Pembrolizumab zu profitieren als Patienten mit EGFR-Wildtyp-Tumoren (2). Unter den Patienten mit EGFR-mutierten Tumoren wiederum – das zeigen Beobachtungen im Rahmen der KEYNOTE-001-Studie – hatten diejenigen den größten Benefit, die im Vorfeld nicht mit einem Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) vorbehandelt waren (3).  Eine Phase-II-Studie untersuchte nun, ob diese Patienten mit EGFR-mutierten Tumoren, die TKI-naiv sind, möglicherweise von einer Therapie mit dem Immun-Checkpoint-Inhibitor profitieren (4). Die Daten wurden im Rahmen der 54. ASCO-Jahrestagung in Chicago/IL, USA, im Rahmen einer Poster-Session vorgestellt.
Es liegen bislang wenige belastbare Daten zu TKI-naiven Patienten mit EGFR-mutierten Tumoren vor, auch nicht für Patienten mit einer hohen PD-L1-Expression (≥ 50%). Im Rahmen der Phase-II-Studie sollten 25 TKI-naive Patienten mit EGFR-mutiertem fortgeschrittenen NSCLC mit PD-L1-Expression (≥ 1%) Pembrolizumab (200 mg alle 3 Wochen) erhalten. Der primäre Endpunkt war die objektive Ansprechrate (ORR). Sekundäre Endpunkte umfassten weitere Wirksamkeitsendpunkte, das Sicherheitsprofil sowie die Wirksamkeit einer EGFR-TKI-Behandlung nach dem Einsatz von Pembrolizumab.

Die Rekrutierung wurde mangels Wirksamkeit unterbrochen, nachdem 11 der 25 geplanten Patienten (7 davon weiblich) eingeschlossen worden waren. Die meisten Patienten waren behandlungsnaiv, hatten niemals geraucht und wiesen überwiegend Tumoren mit Nicht-Plattenepithellkarzinom-Histologie auf. Die Tumoren hatten aktivierende EGFR-Mutationen auf eine ausgeprägte PD-L1 Expression ≥ 50%. Ein einziger Patienten sprach auf die Behandlung an, doch ergab eine nachträgliche Analyse, dass sein Tumor keine EGFR-Mutation aufwies. Somit lag die ORR bei den Patienten mit nachgewiesener EGFR-Mutation bei 0%. Die beobachteten Nebenwirkungen entsprachen den früheren Erfahrungen mit Pembrolizumab, aber 2 Todesfälle binnen 6 Monaten (einer davon durch Pneumonitis) sollten nach Ansicht der Autoren Beachtung finden.

Zusammenfassend zeigen die Daten der beim ASCO präsentierten Phase-II-Studie, dass Patienten mit EGFR-mutierten Tumoren nicht von einer Immuntherapie mit Pembrolizumab vor der Behandlung mit einem EGFR-TKI profitieren. Eine First-Line-Behandlung mit dem Immun-Checkpoint-Inhibitor ist demnach keine geeignete Behandlungsoption für diese Patientenpopulation. Für Patienten mit EGFR-mutierten NSCLC bleibt demnach die Erstlinientherapie mit einem EGFR-TKI der Behandlungsstandard, unabhängig vom PD-L1-Expressionsstatus der Tumoren.

red

Quelle: ASCO 2018

Literatur:

(1) KEYTRUDA® Fachinformation, Stand März 2018
(2) Lee CK et al. Checkpoint inhibitors in metastatic EGFR-mutated non small lung cancer. A meta-analysis. J Thorac Oncol 2017;12:403-407
(3) Garon EB et al. MINI03.01: Prior TKI in EGFR mutant patients associates with lack of response to anti PD-1 treatment, 2015; 19(9), S267
(4) Lisberg AE et al. A phase II study of pembrolizumab in EGFR-mutant, PD-L1+, tyrosine kinase inhibitor (TKI) naïve patients with advanced NSCLC. J Clin Oncol 36, 2018 (suppl; abstr 9014)


Das könnte Sie auch interessieren

Mit neuer Website „psyche-hilft-koerper.de“ finden Krebspatienten schnell und einfach psychoonkologische Hilfe

Mit neuer Website „psyche-hilft-koerper.de“ finden Krebspatienten schnell und einfach psychoonkologische Hilfe
© www.psyche-hilft-koerper.de

Die Website „psyche-hilft-koerper.de“ ermöglicht es, über eine Postleitzahl-Suche Psychoonkologen in der Region, in der man lebt, zu finden. Eine psychoonkologische Betreuung unterstützt Patienten u. a. dabei, ihre Krebserkrankung zu verarbeiten, das seelische Befinden zu verbessern sowie körperliche Ressourcen zu stärken (1). Novartis Oncology hat sich nicht nur der Entwicklung innovativer Arzneimittel verpflichtet, sondern möchte durch Initiativen...

„Durch Wissen zum Leben“

Wann immer möglich, wird heutzutage versucht, Krebspatienten Klinikaufenthalte zu ersparen. Die Behandlung erfolgt vielmehr bevorzugt ambulant bei niedergelassenen Krebsmedizinern oder in Klinikambulanzen. Das erlaubt es den Patienten, trotz der Erkrankung weitestgehend in ihrer gewohnten Umgebung zu leben und ihrem Alltag nachgehen zu können. Die vorwiegend ambulante Behandlung hat jedoch auch zur Folge, dass dem Patienten weniger Ansprechpartner zu allen Fragen zur Erkrankung und...

Fortschritte durch hoch spezialisierte Medikamente

Analysenroboter, Hochleistungs-Computer, modernste Labore, Kreativität und enorme Forschungsgelder - es müssen viele Faktoren zusammenkommen, damit ein neues Medikament auf den Markt kommen kann. Die Suche nach neuen Wirkstoffen setzt bei der Krankheit an: Gibt es bestimmte Botenstoffe, Enzyme oder Hormone, die zum Beispiel bei einem bestimmten Tumor das Krebswachstum antreiben? Oder spielen bestimmte Strukturen auf der Zelloberfläche eine Rolle, sogenannte Rezeptoren,...

Heller Hautkrebs: Signalweg entschlüsselt

Beim Hautkrebs gibt es verschiedene Krankheitsformen: Mit Abstand am häufigsten ist dabei das so genannte Basalzellkarzinom, eine Form von hellem Hautkrebs, bei der sich der Tumor von seinem Entstehungsort in der Haut langsam aber stetig ausbreitet. Zwar bildet das Basalzellkarzinom im Allgemeinen keine Tochtergeschwülste (Metastasen), der Tumor sollte jedoch so früh wie möglich behandelt werden, da er ansonsten das umgebende Gewebe zerstören und sogar Muskeln...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Erstlinien-Immuntherapie mit Pembrolizumab keine gute Option für TKI-naive Patienten mit EGFR-mutiertem fortgeschrittenem NSCLC"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren