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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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06. Juni 2018

Erstlinien-Immuntherapie mit Pembrolizumab keine gute Option für TKI-naive Patienten mit EGFR-mutiertem fortgeschrittenem NSCLC

Dass der Immun-Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab (KEYTRUDA®) bei Patienten mit nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) eine ausgeprägte Wirksamkeit zeigt, ist durch klinische Studien belegt und spiegelt sich im Zulassungsstatus für diese Tumorentität wider (1). Patienten, deren Tumoren EGFR-Mutationen aufweisen, scheinen aber seltener von einer Immuntherapie mit Pembrolizumab zu profitieren als Patienten mit EGFR-Wildtyp-Tumoren (2). Unter den Patienten mit EGFR-mutierten Tumoren wiederum – das zeigen Beobachtungen im Rahmen der KEYNOTE-001-Studie – hatten diejenigen den größten Benefit, die im Vorfeld nicht mit einem Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) vorbehandelt waren (3).  Eine Phase-II-Studie untersuchte nun, ob diese Patienten mit EGFR-mutierten Tumoren, die TKI-naiv sind, möglicherweise von einer Therapie mit dem Immun-Checkpoint-Inhibitor profitieren (4). Die Daten wurden im Rahmen der 54. ASCO-Jahrestagung in Chicago/IL, USA, im Rahmen einer Poster-Session vorgestellt.
Es liegen bislang wenige belastbare Daten zu TKI-naiven Patienten mit EGFR-mutierten Tumoren vor, auch nicht für Patienten mit einer hohen PD-L1-Expression (≥ 50%). Im Rahmen der Phase-II-Studie sollten 25 TKI-naive Patienten mit EGFR-mutiertem fortgeschrittenen NSCLC mit PD-L1-Expression (≥ 1%) Pembrolizumab (200 mg alle 3 Wochen) erhalten. Der primäre Endpunkt war die objektive Ansprechrate (ORR). Sekundäre Endpunkte umfassten weitere Wirksamkeitsendpunkte, das Sicherheitsprofil sowie die Wirksamkeit einer EGFR-TKI-Behandlung nach dem Einsatz von Pembrolizumab.

Die Rekrutierung wurde mangels Wirksamkeit unterbrochen, nachdem 11 der 25 geplanten Patienten (7 davon weiblich) eingeschlossen worden waren. Die meisten Patienten waren behandlungsnaiv, hatten niemals geraucht und wiesen überwiegend Tumoren mit Nicht-Plattenepithellkarzinom-Histologie auf. Die Tumoren hatten aktivierende EGFR-Mutationen auf eine ausgeprägte PD-L1 Expression ≥ 50%. Ein einziger Patienten sprach auf die Behandlung an, doch ergab eine nachträgliche Analyse, dass sein Tumor keine EGFR-Mutation aufwies. Somit lag die ORR bei den Patienten mit nachgewiesener EGFR-Mutation bei 0%. Die beobachteten Nebenwirkungen entsprachen den früheren Erfahrungen mit Pembrolizumab, aber 2 Todesfälle binnen 6 Monaten (einer davon durch Pneumonitis) sollten nach Ansicht der Autoren Beachtung finden.

Zusammenfassend zeigen die Daten der beim ASCO präsentierten Phase-II-Studie, dass Patienten mit EGFR-mutierten Tumoren nicht von einer Immuntherapie mit Pembrolizumab vor der Behandlung mit einem EGFR-TKI profitieren. Eine First-Line-Behandlung mit dem Immun-Checkpoint-Inhibitor ist demnach keine geeignete Behandlungsoption für diese Patientenpopulation. Für Patienten mit EGFR-mutierten NSCLC bleibt demnach die Erstlinientherapie mit einem EGFR-TKI der Behandlungsstandard, unabhängig vom PD-L1-Expressionsstatus der Tumoren.

red
Quelle: ASCO 2018
Literatur:
(1) KEYTRUDA® Fachinformation, Stand März 2018
(2) Lee CK et al. Checkpoint inhibitors in metastatic EGFR-mutated non small lung cancer. A meta-analysis. J Thorac Oncol 2017;12:403-407
(3) Garon EB et al. MINI03.01: Prior TKI in EGFR mutant patients associates with lack of response to anti PD-1 treatment, 2015; 19(9), S267
(4) Lisberg AE et al. A phase II study of pembrolizumab in EGFR-mutant, PD-L1+, tyrosine kinase inhibitor (TKI) naïve patients with advanced NSCLC. J Clin Oncol 36, 2018 (suppl; abstr 9014)
 
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