Donnerstag, 21. März 2019
Navigation öffnen

Medizin

15. Juni 2018 Einfluss der Tomosynthese beim Brustkrebs-Screening

In der ToSyMa-Studie wird geprüft, ob die technische Weiterentwicklung der digitalen Mammographie zum Schichtbildverfahren (digitale Brust-Tomosynthese) den derzeitigen Standard der zweidimensionalen mammographischen Brustuntersuchung im Screening voranbringt. Geplant ist, 80.000 anspruchsberechtigte Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, die sich für eine Teilnahme am Screening entschieden haben, für die Datenerhebung zu gewinnen.
Die Teilnehmerinnen bei ToSyMa werden zufällig – mit einer Chance von 50 zu 50 – entweder der Gruppe mit Standard-Mammographie zugewiesen oder der Gruppe mit Tomosynthese und daraus errechneter, synthetischer Mammographie. In beiden Gruppen werden die Entdeckungsraten von Brustkrebs sowie die Häufigkeiten der Abklärungsdiagnostik miteinander verglichen. Die Zuweisung erfolgt über ein Computerprogramm und kann durch niemanden beeinflusst werden, was die Basis für eine randomisierte klinische Studie liefert.

Die Untersuchungen sollen über einen Zeitraum von zwölf Monaten an 17 Screening-Einheiten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erstellt werden. Der Startschuss für ToSyMa fällt – nach mehrjähriger konzeptioneller Vorarbeit – noch im laufenden Monat: Zusammen mit ihrer regulären schriftlichen Einladung zum Screening erhalten Frauen ab Juni 2018 nach dem Zufallsprinzip das Angebot, an der Studie teilzunehmen. Mehr als 200.000 entsprechende Schreiben werden verschickt.

„Mit der Weiterentwicklung der digitalen Mammographie zur Brust-Tomosynthese steht eine Technologie zur Verfügung, die durch die Berechnung dreidimensionaler Datensätze potenzielle Gewebeüberlagerungen in der Brust reduziert und daher diagnostische Vorteile bieten kann. Erste Ergebnisse aus ToSyMa werden Ende 2020 erwartet, abschließende im Jahr 2023“, sagt Prof. Walter Heindel, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie (IKR) der Uniklinik Münster. Der Projektname ist eine Abkürzung und leitet sich ab aus dem englischen Titel der Studie („Digital breast tomosynthesis plus synthesised images versus standard full-field digital mammography in population-based screening“).

Quelle: Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Literatur:

Stefanie Weigel, Joachim Gerss, Hans-Werner Hense et al.
Digital breast tomosynthesis plus synthesised images versus standard fullfield digital mammography in population-based screening (TOSYMA): protocol of a randomised controlled trial.
BMJ Open. 2018 May 14;8(5):e020475. doi: 10.1136/bmjopen-2017-020475.


Das könnte Sie auch interessieren

Personalisierte Medizin in der Onkologie: Behandlung bestmöglich auf den Patienten zuschneiden

Medikamente möglichst maßgeschneidert auf die spezifischen Merkmale einer Krankheit zuzuschneiden und diese gezielt bei jenen Patienten einzusetzen, denen sie am besten helfen, lautet das Credo der Personalisierten Medizin. Dank vertiefter Kenntnisse über die molekularbiologischen Ursachen von Krankheiten gibt es heute bereits eine Reihe von innovativen diagnostischen Tests, durch die Patienten identifiziert werden können, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine...

Primäre Studienendpunkte: Gesamtüberleben oder progressionsfreies Überleben - gibt es einen Goldstandard?

Anerkanntes Ziel einer Therapie von Krebspatienten ist die Verbesserung des Überlebens und der Lebensqualität. Historisch gesehen gilt die Gesamtüberlebenszeit (OS = overall survival) als der wichtigste primäre klinische Endpunkt einer Studie. Doch das Gesamtüberleben als primärer Studienendpunkt unterliegt nicht zuletzt aufgrund der Fortschritte, die in letzten Jahren in der Krebstherapie erzielt wurden, gewissen Einschränkungen. So können...

Brustkrebs: Was Frauen über die Früherkennung wissen sollten – und welche Risikofaktoren existieren

Brustkrebs: Was Frauen über die Früherkennung wissen sollten – und welche Risikofaktoren existieren
© serhiibobyk / Fotolia.com

Etwa jede achte Frau erkrankt hierzulande an Brustkrebs. Insgesamt betrifft dies 72.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Obwohl Brustkrebs in erster Linie eine Erkrankung der Frau nach den Wechseljahren ist, können auch deutlich jüngere Frauen erkranken. Aber – für welche Frau macht welche Untersuchung in welchem Alter Sinn? Das Mammographie-Screening-Programm gilt für Frauen von 50 bis 69 Jahren. Was insbesondere Frauen außerhalb des „Screening-Alters“...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Einfluss der Tomosynthese beim Brustkrebs-Screening"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.