Samstag, 25. Mai 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

14. Juni 2018
Seite 1/2
Daten zur Krebsimmuntherapie und personalisierten Medizin

Auf der 54. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO), die vom 1. bis 5. Juni 2018 in Chicago, USA, stattfand, präsentierte Roche über 180 Abstracts zu rund 20 Substanzen gegen 13 Krebsarten. Im Fokus standen neue Erkenntnisse zur Behandlung von Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC). So bestätigt ein aktuelles Follow-up der ALEX-Studie Alectinib (Alecensa®▼) erneut als Standard für die First-Line-Therapie beim ALK-positiven NSCLC: Gegenüber Crizotinib verdreifacht Alecensa®▼ die Zeit bis zur Krankheitsprogression – und dies unabhängig davon, ob bei Diagnose Hirnmetastasen vorlagen (1). Darüber hinaus wurden beim fortgeschrittenen NSCLC klinisch relevante Daten zum First-Line Einsatz von Atezolizumab (Tecentriq®▼) in Kombination mit Bevacizumab (Avastin®) und Chemotherapie bzw. in Kombination mit Chemotherapie präsentiert. Neben den Erkenntnissen beim NSCLC wurden auch neue Daten zur Krebsimmuntherapie beim fortgeschrittenen Urothelkarziom (mUC) und Nierenzellkarzinom (mRCC) vorgestellt. Ein weiteres Thema waren die positiven Ergebnisse zum erneuten Einsatz von Avastin® im Rahmen der Rezidivtherapie beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom nach Bevacizumab-haltiger First-Line-Therapie.
Anzeige:
Mit Alectinib  rund 3 Jahre progressionsfrei

Seit Dezember 2017 ist Alectinib für die First-Line-Therapie des fortgeschrittenen ALK-positiven NSCLC zugelassen (2). Entscheidend waren die Ergebnisse der Phase-III-Studie ALEX, in der sich Alectinib – im direkten Vergleich zu Crizotinib – als die deutlich effektivere und verträglichere Behandlung erwies (3). „Die neuen Daten sprechen für sich und bestätigen erneut, dass wir mit Alectinib einen neuen First-Line-Standard beim ALK-positiven NSCLC haben“, folgerte Prof. Dr. Jürgen Wolf, Köln, mit Blick auf das Daten-Update. Das durch die Prüfärzte bewertete mediane progressionsfreie Überleben (PFS) war unter Alectinib mit 34,8 Monaten (95%-KI: 17,7 Monate – n.e.) mehr als dreimal so lang wie unter Crizotinib (10,9 Monate; 95%-KI: 9,1-12,9 Monate). Die Wahrscheinlichkeit, dass es unter Alectinib zu einer Krankheitsprogression kam, war verglichen mit Crizotinib damit mehr als halbiert (HR=0,43; p < 0,0001) (1). Die Analyse belegt zudem einen signifikanten Wirksamkeitsvorteil von Alectinib für alle größeren Subgruppen (1). „ Auch der hohe protektive Effekt auf ZNS-Metastasen ist ein entscheidender Vorteil für Patienten und bedeutet mehr Lebensqualität während der Behandlungszeit“, erläuterte Wolf. In der Studie reduzierte Alectinib das Risiko, dass Hirnmetastasen entstehen oder dass bestehende progredient werden, signifikant um 84% (HR=0,16; 95%-KI: 0,10-0,28; p < 0,0001) (3). Die kumulative 12-Monats-Inzidenz für eine Progression im ZNS betrug bei Patienten ohne ZNS-Metastasen zu Therapiebeginn nur 4,6%, (vs. 31,5% unter Crizotinib) (4). „Damit ist Alectinib auch bei Patienten ohne ZNS-Metastasen das First-Line-Therapeutikum der Wahl“, so Wolf. Alectinib bestätigte sich zudem als sicher und verträglich: Neue Sicherheitsaspekte wurden nicht beobachtet – trotz einer deutlich längeren medianen Therapiedauer (27,0 Monate vs. 10,8 Monate unter Crizotinib) traten unter Alectinib weniger Nebenwirkungen vom Grad 3-5 auf (45% vs. 51%) (1).
 
Individualisierte Krebsimmuntherapien durch Kombination verschiedener Wirkprinzipien

Innerhalb der Forschung & Entwicklung von Roche nimmt die Krebsimmuntherapie eine herausragende Stellung ein: Aktuell erforscht Roche rund 20 Substanzen in diesem Bereich – mehr als die Hälfte davon bereits im Rahmen klinischer Studien. Ein besonderer Schwerpunkt: Kombinationstherapien. „Wir sind überzeugt davon, dass die kluge Kombination unterschiedlicher Wirkprinzipien dazu beitragen wird, dass künftig mehr Patienten von einer Krebsimmuntherapie profitieren“, betonte Dr. Andreas Chlistalla, Medizinischer Direktor Onkologie/Hämatologie, Roche Pharma AG. „Allein unseren PD-L1-Antikörper Atezolizumab untersuchen wir aktuell in mehr als 50 Studien in Kombination mit Chemotherapien, zielgerichteten Therapien, Antikörpern oder anderen Krebsimmuntherapien.“ Zentrale Studiendaten zu Kombinationen mit Atezolizumab wurden auf dem diesjährigen ASCO präsentiert:
 
Atezolizumab first-line beim fortgeschrittenen NSCLC: Kombination mit Bevacizumab und Chemotherapie verlängert Überleben


Als Late Breaker wurden anlässlich der ASCO-Jahrestagung erstmals Resultate der Phase-III-Studie IMpower131 vorgestellt (5). Die Studie untersucht Atezolizumab in Kombination mit Chemotherapie (Carboplatin und Nab-Paclitaxel) gegenüber der alleinigen Chemotherapie (Carboplatin und Nab-Paclitaxel) bei zuvor unbehandelten NSCLC-Patienten (n = 1.021) mit fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom. Das zentrale Ergebnis der auf dem ASCO präsentierten Auswertung des ko-primären Endpunkts: NSCLC-Patienten mit Plattenepithelkarzinom hatten ein um 29% reduziertes Progressionsrisiko, wenn sie first-line Atezolizumab zusätzlich zu einer Chemotherapie erhielten. Das PFS lag unter der Kombination aus Atezolizumab und Carboplatin/Nab-Paclitaxel bei 6,3 Monaten gegenüber 5,6 Monaten unter der alleinigen Chemotherapie (HR=0,71; 95%-Kl: 0,60 – 0,85; p = 0,0001) (5).
 
Vorherige Seite

Das könnte Sie auch interessieren

Experte klärt in Videos laienverständlich über AML auf

Experte klärt in Videos laienverständlich über AML auf
© littlebelli / Fotolia.com

Die Akute Myeloische Leukämie (AML) ist eine sehr komplexe und aggressive Erkrankung, häufig mit einer ungünstigen Prognose. Oft bleiben nach dem ersten Schock für die Patienten viele Fragen im Arzt-Patientengespräch ungestellt oder die Betroffenen können nicht alle Informationen aufnehmen und verarbeiten. Auf der Patientenwebsite www.krebsratgeber.de von Janssen können Betroffene gezielt Antworten rund um das Thema AML in expertengeprüften...

Männer sind Vorsorgemuffel bei Krebsfrüherkennung

Männer sind Vorsorgemuffel bei Krebsfrüherkennung
© deagreez / Fotolia.com

In Deutschland geht nur gut jeder neunte Mann zur Prostatakrebsvorsorge. 4,65 Millionen und zwar 11,7 Prozent aller anspruchsberechtigten Bürger nahmen im Jahr 2014 die kostenlose Früherkennungsuntersuchung wahr, wie die BARMER GEK zum Weltmännertag am 3. November mitteilt. Damit bleiben Männer Präventionsmuffel. Denn im Jahr 2010 absolvierten 11,41 Prozent den Check. „Eine Krebsvorsorgeuntersuchung kann Leben retten. Je früher Krebs erkannt wird, desto...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Daten zur Krebsimmuntherapie und personalisierten Medizin"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.