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Medizin

22. Januar 2020 Darmkrebs: Bessere Überlebenschancen in Krankenhäusern mit großen Fallzahlen

Patienten mit Darmkrebs haben größere Überlebenschancen, wenn sie in Kliniken mit hohen Fallzahlen operiert werden.
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Kolorektale Karzinome sind in Deutschland die zweit- bis dritthäufigsten Tumoren bei Frauen und bei Männern. „Für das Langzeitüberleben nach der Operation sind 2 Aspekte wichtig: Erstens eine onkologisch korrekte Operation und zweitens die richtige Behandlung, falls nach der Operation Komplikationen auftreten“, sagt PD Dr. Armin Wiegering, Leiter des Viszeralonkologischen Zentrums am Universitätsklinikum Würzburg. So hatte eine Studie seines Forschungsteam gezeigt, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Zahl der Operationen, die pro Jahr in einem Krankenhaus durchgeführt werden, und der Überlebenschance gibt. 

Mortalitätsraten in kleinen Kliniken sind doppelt so hoch

In Krankenhäusern, die sehr wenige Operationen an kolorektalen Karzinomen vornehmen (durchschnittlich 6 pro Jahr), ist die Mortalitätsrate nach dem Eingriff doppelt so hoch wie in Krankenhäuser mit großen Fallzahlen (durchschnittlich 50 pro Jahr). Dieser Unterschied kommt nicht etwa daher, dass in kleineren Kliniken öfter Komplikationen auftreten – denn das passiert laut Wiegering in allen Krankenhäusern etwa gleich häufig. Vielmehr liegt der Unterschied darin, dass die Patienten in kleinen Häusern öfter an den Komplikationen sterben. „In großen Krankenhäusern dagegen ist eine ausreichende Infrastruktur vorhanden, um die Patienten bei postoperativen Komplikationen zu retten“, so der Würzburger Mediziner. In Deutschland werden aktuell mehr als die Hälfte der Patienten mit Dickdarmkrebs in Krankenhäusern operiert, die nicht die von der Deutschen Krebs-Gesellschaft (DKG) geforderten Mindestfallzahlen (50 pro Jahr) erfüllen. Das Universitätsklinikum Würzburg gehört mit jährlich über 150 Fällen zu den Häusern mit sehr hohen Fallzahlen.
In die Studie wurden alle Fälle von kolorektalen Karzinomen einbezogen, die von 2012-2015 in Kliniken in Deutschland operiert wurden. Das waren insgesamt 64.349 Patientinnen und Patienten. In kleinen Häusern lag die Mortalitätsrate bei 5,3%, in großen Kliniken nur bei 2,6%.
„Wir konnten damit erstmals für Deutschland nachweisen, dass es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Anzahl an jährlich operierten Patienten und dem Operationserfolg gibt“, sagt Wiegering. „Dass die Sterblichkeit in kleineren Kliniken doppelt so hoch ist, hatten wir nicht erwartet.“ Es sei darum elementar, die Patienten in Krankenhäusern zu operieren, deren medizinisches Personal über ausreichend Erfahrung verfügt.
Wiegerings Team will vergleichbare Analysen nun auch für Magenkarzinome, Lebermetastasen und andere Tumorerkrankungen durchführen.

Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Literatur:

Nationwide in-hospital mortality rate following rectum resection for rectal cancer according to annual hospital volume in Germany, BJS Open, 10. Januar 2020, https://doi.org/10.1002/bjs5.50254


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