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Medizin

15. Oktober 2020 Darmkrebs: Steigende Mortalitätsraten durch COVID-bedingte Verzögerungen bei der Früherkennung

Verzögerungen bei der Darmkrebs-Früherkennung (CRC), die durch COVID-19 verursacht werden, haben zu deutlich erhöhten Sterblichkeitsraten bei diesem Krebs geführt. Dies wird durch eine Studie der Universität Bologna belegt, deren Ergebnisse einen signifikanten Anstieg der Todesfälle um 11,9% zeigen (1).
Forscher an der Universität Bologna erstellten ein Modell zur Vorhersage der Auswirkungen von Zeitverzögerungen bei der CRC-Früherkennung auf die durch COVID-19 verursachte CRC-Mortalität. Die Ergebnisse ergaben, dass mäßige (7-12 Monate) und große (>12 Monate) Verzögerungen beim Screening zu einem Anstieg der CRC-Mortalität im fortgeschrittenen Stadium um 3% bzw. 7% führten. Basierend auf Überlebensraten nach 5 Jahren für CRC im Stadium III-IV zeigten die Ergebnisse einen signifikanten Anstieg der Todesfälle um 11,9%. Verglichen wurde dabei die Mortalität einer 0- bis 3-monatigen Verzögerung des Behandlungsbeginns mit einer > 12-monatigen Verzögerung.

Hohe Mortalitätsraten
 
CRC führt zum zweithäufigsten Krebstod in Europa und ist der häufigste Verdauungskrebs. Jährlich treten in der EU 375.000 neu diagnostizierte Fälle auf, von denen über 170.000 sterben (2). Seit der Einführung von Früherkennungsprogrammen in ganz Europa war die Sterblichkeitsrate stetig zurückgegangen. Seit Beginn der Pandemie wurden Screening-Programme jedoch in vielen Gebieten in ganz Europa ausgesetzt.  
Der leitende Autor der Studie, Professor Luigi Ricciardiello, kommentiert: „Überall auf der Welt stehen die Gesundheitssysteme bei der Behandlung von COVID-19 vor ernsthaften Schwierigkeiten, doch es ist unerlässlich, dass die Öffentlichkeit und die Patienten während der gesamten Krise unterstützt werden – auch bei hochgradig schwerwiegenden Krankheiten wie Darmkrebs. Die Gesundheitsbehörden müssen dringend ihre Aktivitäten während COVID-19 neu organisieren, ohne die Diagnose anderer schwerer Krankheiten zu gefährden".
 
Früherkennung entscheidend

„Dabei ist die frühzeitige Diagnose von Darmkrebs von entscheidender Bedeutung – er ist dann viel einfacher zu behandeln und verbessert die Überlebenschancen des Patienten", fügt Ricciardiello hinzu. „Es ist daher essentiell, dass wichtige Diagnoseinstrumente wie Früherkennungsprogramme weitergeführt werden und dazu beitragen, einen weiteren Anstieg der Sterblichkeitsraten zu verhindern.“

Übers. SM

Quelle: United European Gastroenterology

Literatur:

(1) Ricciardiello, L. COVID-19 and GI Estimated effects of screening delay due to Sars-Cov-2 pandemic on colorectal cancer mortality. Presented at UEG Week Virtual 2020.  
(2) https://ueg.eu/files/1028/3806734b256c27e41ec2c6bffa26d9e7.pdf


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