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Medizin

12. Juli 2019 Daratumumab: erfolgreich in mehreren Therapielinien beim Myelom

Der monoklonale Anti-CD38-Antikörper Daratumumab hat sich in unterschiedlichen Settings bei Patienten mit Multiplem Myelom (MM) bewährt: Zunächst in der Rezidivtherapie eingesetzt, ist Daratumumab mittlerweile auch für die Erstlinientherapie neu diagnostizierter MM-Patienten zugelassen und wird jetzt im Rahmen der autologen Stammzelltransplantation geprüft.
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Fachinformation
Die CASTOR-Studie, die Daratumumab (Darzalex®) in Kombination mit Vd (Bortezomib (Velcade®), Dexamethason) bei rezidivierten und refraktären MM-Patienten mit Vd allein verglich, hat mittlerweile ein langes Follow-up von 40 Monaten (1). Im Vergleich zu Vd allein führte die Tripeltherapie mit D-Vd zu einer Verdopplung des progressionsfreien Überlebens (PFS; 7,1 vs. 16,7 Monate; HR 0,31; p<0,0001). Besonders stark profitierten Patienten mit nur einer Vortherapie, die unter D-Vd median 27 Monate ohne Progress lebten (vs. 7,9 Monate). Als ähnlich eindrucksvoll wertete Prof. Dr. Meleios Dimopoulos, Athen, die Daten der Zwillingsstudie POLLUX mit Lenalidomid/Dexamethason (Rd) versus Rd + Daratumumab.

Inzwischen wird der Anti-CD38-Antikörper auch in der Erstlinientherapie des MM erfolgreich eingesetzt. Laut Update der ALCYONE-Studie nach einem medianen Follow-up von 28 Monaten verdoppelt die Addition von Daratumumab zum VMP- (Bortezomib, Melphalan, Prednison) Regime die 30-Monats-Rate für das PFS gegenüber VMP allein (60% vs. 28%; HR 0,43; p<0,0001) (2). Auch die Remissionsqualität wurde verbessert: Die Gesamtansprechrate stieg von 74% im Kontroll-Arm auf 91%, die Rate mindestens kompletter Remissionen (≥ CR) von 24% auf 43%. Die Rate stringenter CR (sCR) wurde durch die Daratumumab-Addition fast verdreifacht (7% vs. 18%). Die MAIA-Studie, die Daratumumab zusätzlich zu Rd bei neu diagnostizierten MM-Patienten prüfte, ging ebenfalls positiv aus (3): Nur mit Rd behandelte Patienten lebten median 31,9 Monate ohne Progress, während der PFS-Median im Arm mit D-Rd noch nicht erreicht ist. In beiden Studien war die Abbruchrate in den experimentellen Armen im Vergleich zu den älteren Regimen halbiert, sodass Prof. Dr. Sonja Zweegman, Amsterdam, die Daratumumab-haltige Therapie als gut machbar wertete.

In der CASSIOPEIA-Studie wird Daratumumab jetzt auch im Rahmen der ASCT geprüft; erste Daten nach Abschluss von Induktion, Transplantation und Konsolidierung wurden kürzlich vorgestellt (4). Die zusätzliche  Gabe des Antikörpers zu VTd (Bortezomib, Thalidomid, Dexamethason) erwies sich VTd allein mit einer Halbierung des Progressionsrisikos als eindeutig überlegen: Die 18-Monats-Rate verbesserte sich von 85% im Kontrollarm auf 93% (HR 0,47; p<0,0001). Auch in dieser Studie überzeugte das Daratumumab-Regime laut Zweegman durch eine niedrige Abbruchrate von nur 7% (VTd: 8%).

Dr. Katharina Arnheim

Quelle: Satellitensymposium „Multiple Myeloma at the cutting edge: What are the challenges we face today in our clinical practice” im Rahmen des 24. Kongresses der European Hematology Association, Amsterdam, 13. Juni 2019; Veranstalter: Janssen Oncology

Literatur:

(1) Mateos MV et al. ASH 2018; Abstr. 3270.
(2) Dimopoulos MA et al. ASH 2018; Abstr. 156.
(3) Mateos MV et al. N Engl J Med 2018; 378: 518-528.
(4) Moreau P et al. Lancet 2019; published online 2nd of June.

 


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